Gebrauchtwagenkauf: Sieben Schritte zum perfekten Gebrauchtwagen

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Gebrauchtwagenkauf: Sieben Schritte zum perfekten Gebrauchtwagen

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Augen auf beim Gebrauchtwagenkauf. Oft sind nicht sichtbare Mängel ein unmittelbarer Wertverlust. Damit auch nach dem Kauf noch lange Freude am guten gebrauchten Auto bleibt, ein paar Tipps.

von Sebastian Schaal

Ist der Neuwagen finanziell nicht drin, lässt sich auch auf dem zweiten Weg das Traumauto finden. Doch der Kauf eines Gebrauchtwagens ist immer mit Risiken verbunden. Worauf Sie achten müssen.

Die Deutschen kaufen wieder mehr Autos. 3.036.773 Fahrzeuge wurden im vergangenen Jahr zum ersten Mal zugelassen – laut dem Kraftfahrt-Bundesamt ein Plus von immerhin 2,9 Prozent. Die Hersteller freut’s.

Doch noch mehr als für Neuwagen interessierten sich die deutschen Autokäufer für Gebrauchte. Sieben Millionen Gebrauchtwagen haben 2014 den Besitzer gewechselt. Der Gesamtumsatz belief sich dabei auf fast 70 Milliarden Euro. Zum Vergleich: BMW setzte im selben Zeitraum 80,4 Milliarden Euro um – weltweit.

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So informieren sich Gebrauchtwagenkäufer

  • 67 Prozent...

    ...informieren sich über Anzeigen und Angebote im Internet.

    Quelle: DAT, Statista

  • 67 Prozent...

    ...fragen Bekannte oder Kollegen über Erfahrungen mit Automarken und -modellen aus.

  • 66 Prozent...

    ...besuchen verschiedene Händler, um an Infos zu kommen.

  • 33 Prozent...

    ...suchen nach Kfz-Anzeigen oder lesen Testberichte in Printmedien.

  • 25 Prozent...

    ...informieren sich mittels Testberichten im Internet über den perfekten Gebrauchtwagen.

  • 21 Prozent...

    ...nehmen Infos von vertrauten Markenhändlern.

  • 10 Prozent...

    ...greifen auf andere Informationen aus dem Internet zurück.

  • 7 Prozent...

    ... informieren sich in Sozialen Netzwerken, Foren oder Blogs.

  • 10 Prozent...

    ...gaben "Sonstiges" an.

Dabei vertrauen die Käufer vor allem auf Privatangebote und Markenhändler. Nach Angaben der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) kauften 41 Prozent ihren Gebrauchten bei Privatleuten, Markenhändler wickelten 38 Prozent der Deals ab. Die Reihenfolge könnte sich aber bald ändern: Gegenüber 2013 verloren die Privatverkäufe zwei Prozentpunkte, die Markenhändler konnten hingegen fünf Prozentpunkte zulegen. Der freie Handel folgt rund jedem fünften Gebrauchtwagen etwas abgeschlagen.

So oder so: Gebrauchtwagen sind so teuer wie nie – im Schnitt 9.870 Euro. Vor zehn Jahren waren es noch nicht einmal 8.000 Euro. Da die Neuwagen immer teurer werden – im selben Zeitraum von 24.090 auf 28.330 Euro – haben auch die Gebrauchten ordentlich zugelegt.

Wir zeigen, wie Sie in sieben Schritten für möglichst wenig Geld Ihren gebrauchten Traumwagen finden.

Wie finde ich das richtige Modell?

Ob der preiswerte Kleinwagen für den Fahranfänger, der robuste Kombi für Beruf und Familie oder der als Neuwagen sündhaft teure Traum-Sportwagen: Die Motivationen für einen Gebrauchtwagenkauf sind höchst unterschiedlich. Wer sich bei der Suche nicht auf ein spezielles Modell festlegt, kann im besten Fall einige tausend Euro sparen. Wer zum Beispiel eine gute Luxuslimousine will und nicht an eine Marke gebunden ist, kann anstelle von A8, 7er oder S-Klasse einen Blick auf den VW Phaeton werfen. Für den Oberklasse-Volkswagen gibt es kaum Nachfrage, die Preise sind entsprechend niedrig.

Statt nach einem anderen Modell zu suchen, rät Malte Krüger, Geschäftsführer der größten deutschen Gebrauchtwagen-Börse mobile.de, an einem anderen Ort zu suchen. „Oft sind der Preis und die Nähe zum Wohnort die wichtigsten Kriterien bei der Gebrauchtwagensuche“, sagt Krüger. „Es lohnt sich aber ein Blick über die Grenzen der Stadt oder des Bundeslandes hinaus. So sind zum Beispiel SUVS in Mecklenburg-Vorpommern im Schnitt 15 Prozent günstiger als in Baden-Württemberg.“

Wo finde ich Informationen über das Auto?

„Es kann ein guter Anfang sein, einfach im Bekanntenkreis zu fragen“, sagt Jürgen Wolz, technischer Leiter beim TÜV Süd. „Oft haben Bekannte oder Verwandte bereits hilfreiche Erfahrungen mit einem Modell oder auch einer Händler-Werkstatt in der Nähe gemacht.“ Als Lektüre empfiehlt der Autoexperte unter anderem den TÜV-Report, die ADAC-Pannenstatistik und Dauertests der Fachmagazine. „Die bilden aber nicht den gesamten Markt ab, über exotische Modelle sagen sie wenig aus.“

Das gilt auch für Gebrauchtwagentests in den Fachmedien. Hier wird meist ein Fahrzeug unter die Lupe genommen. Dabei werden zwar auch die baureihenspezifischen Mängel genannt, von dem Zustand des gefahrenen Exemplars kann aber nur bedingt auf ein anderes Fahrzeug desselben Modells geschlossen werden.

Kryptische Kürzel in Auto-Anzeigen

  • 1(2...)Hd.

    Erste oder zweite Hand – dieses Kürzel gibt die Anzahl der Vorbesitzer an.

  • 4WD/AWD/FWD/RWD

    4WD und AWD stehen für Four-Wheel-Drive oder All-Wheel-Drive, sprich Allrad-Antrieb. Steht FWD in der Anzeige, handelt es sich um ein Auto mit Frontantrieb, bei RWD (Rear-Wheel-Drive) werden die Hinterräder angetrieben.

  • § oder HU

    Das Kürzel steht für die Hauptuntersuchung. In der Regel steht noch dabei, wann die nächste HU fällig wird oder wie lange die aktuelle Hauptuntersuchung noch gültig ist.

  • ACC

    Über das Kürzel ACC dürften eher Interessenten von neuwertigen Premiumautos stolpern: ACC steht für Adaptive Cruise Control und meint die automatische Geschwindigkeitsregelung. Das ist ein von einem Radar unterstützter Tempomat, der bei zu dichtem Auffahren auf das vorausfahrende Auto selbstständig abbremst und den eingestellten Abstand einhält.

  • A/C

    Taucht dieses Kürzel auf, hat das Auto eine Klimaanlage.

  • ATM

    Wenn das Kürzel ATM in der Anzeige auftaucht, ist Vorsicht geboten: ATM steht für Austauschmotor. Dann gilt es, den Rest des Fahrzeuges genauer zu begutachten: Wenn die Substanz des Autos stimmt, ist ein Austauschmotors positiv zu bewerten. Wenn der Motor aber nicht wegen eines technischen Problems, sondern wegen mangelnder Pflege getauscht werden musste, sollte man von diesem Angebot die Finger lassen.

  • CNG

    CNG steht für Compressed Natural Gas – es ist ein Erdgasfahrzeug. Achtung: Nicht mit LPG verwechseln!

  • DPF

    Das annoncierte Fahrzeug hat einen Dieselpartikelfilter. Wichtig für die Kunden, die mit ihrem Diesel auch in Umweltzonen fahren wollen.

  • DSC/ESP

    Das elektronische Stabilitätsprogramm ESP, bei vielen Herstellern auch DSC (Dynamic Stability Control) genannt, gehört bei den meisten Autos inzwischen zum Standard.

  • DSG

    DSG steht für Direktschaltgetriebe – das ist die von Volkswagen eingeführte Bezeichnung für ein Doppelkupplungsgetriebe, eine besondere Art Automatikgetriebe. Die Abkürzung DKG hat sich nicht durchgesetzt, sodass in Anzeigen auch außerhalb des VW-Konzerns das Kürzel DSG üblich ist.

  • EFH

    Kurz und knapp: elektrische Fensterheber.

  • EZ

    EZ steht für Erstzulassung. Das nachfolgende Datum gibt an, wann das Auto erstmals von einem Händler oder Käufer zugelassen wurde. Sobald eine Erstzulassung vorliegt, handelt es sich um einen Gebrauchtwagen, sonst ist es ein Neuwagen.

  • FP

    Wenn FP in der Anzeige steht, will der Verkäufer nicht über den Preis verhandeln – der Festpreis ist also fix.

  • LM

    Der beworbene Wagen steht auf Leichtmetallfelgen, umgangssprachlich auch Alufelgen genannt.

  • LPG

    LPG steht für Liquified Petroleum Gas und wird in Duetschland auch als Autogas verkauft. Nicht mit Erdgasfahrzeugen (CNG) verwechseln: Es handelt sich um unterschiedliche Systeme, die nicht miteinander kompatibel sind – wie Benzin und Diesel.

  • NP

    Mit dem NP (Neupreis) gibt der Käufer bekannt, was das Auto als Neuwagen ursprünglich gekostet hat.

  • SH

    SH heißt, dass der Wagen Scheckheft-gepflegt ist. Tipp: Nicht nur auf die Angabe vertrauen, sondern auch bei dem Besichtigungstermin das Scheckheft zeigen lassen.

  • SD

    Der Wagen hat nicht einen SD-Karten-Slot für Musikdateien, sondern ein Schiebedach.

  • VB/VHB

    Anders als beim Festpreis (FP) lässt der Verkäufer hier mit sich über den Preis reden, schließlich hat er in der Annonce nur eine Verhandlungsbasis genannt.

  • WA

    WA steht für Werksangehörigen. Soll heißen, ein Mitarbeiter des Händlers oder Autobauers ist den Wagen über ein spezielles Mitarbeiterleasing gefahren. Solche Fahrzeuge sind oft etwas teurer, aber meist in einem sehr guten Zustand.

  • WR

    Neben den Sommerreifen ist auch noch ein Satz Winterreifen dabei. In Anzeigen oft auch als "achtfach bereift" bezeichnet.

  • ZV

    Heute bei den meisten Gebrauchtwagen Standard: die Zentralverriegelung.

Die Daten, die der TÜV-Report etwa über die Ergebnisse der Hauptuntersuchungen oder der ADAC über die Einsätze seiner Pannenhelfer sammelt, sind eher Hinweis denn konkrete Kaufempfehlung. „Generelle Daten über ein Modell zeigen eine Tendenz, ob eine Baureihe zuverlässiger ist oder eher nicht. Beim Gebrauchtwagenkauf kommt es aber letztendlich immer auf den individuellen Zustand des Fahrzeugs an“, so Wolz.

Oft kann sich auch ein Besuch bei verschiedenen Händlern lohnen. Zum Teil sagt beim Schlendern über den Parkplatz ein Modell spontan zu. Zudem bekommt man einen Eindruck, in welchem Zustand die Gebrauchtwagen je nach Alter sind. Ob der Händler die Schwächen seines Autos aber ähnlich offen anspricht wie der Fachmann aus dem Bekanntenkreis, darf angezweifelt werden.

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