Gemeinsame Produktion: Mercedes wagt das Nissan-Experiment

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Gemeinsame Produktion: Mercedes wagt das Nissan-Experiment

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Seit 2010 kooperieren Daimler-Chef Dieter Zetsche and Nissan and Renault-Chef Carlos Ghosn. Ab 2013 sollen Smart und Twingo auf gemeinsamen Plattformen gebaut werden.

von Martin Seiwert

Daimler und Renault-Nissan wollen ihre Kooperation vertiefen und Kleinwagen auf einer gemeinsamen Plattformen produzieren. Ein Tabubruch? Mitnichten.

Von „Tabubruch“ ist heute die Rede, weil Daimler womöglich kleinere Autos zusammen mit Renault-Nissan produzieren will. Wenn es einen Tabubruch gegeben hat, dann nicht durch die neuen Pläne, sondern durch eine Kooperation, die die beiden Autobauer bereits im April 2010 vereinbarten und mit einer gegenseitigen Kapitalverflechtung besiegelten. Es wäre eher ein „Vertragsbruch“, wollte einer der Partner nun nicht über die gemeinsame Produktion einzelner Modelle nachdenken.

Die Kooperationsvereinbarung sieht vor, dass die Kleinwagen Smart und Renault Twingo ab 2013 auf gemeinsamen Plattformen gebaut werden. Die Viersitzer-Version des Smart wird im slowenischen Renault-Werk Novo Mesto gefertigt. Außerdem müssen die stolzen Daimler-Ingenieure künftig Drei- und Vierzylinder-Motoren aus dem Hause Renault in ihren Autos verbauen. Im Gegenzug müssen sie größere Daimler-Motoren für die Nissan-Nobelmarke Infiniti herausrücken. Und das, obwohl Infiniti in den USA ein wichtiger Mercedes-Konkurrent ist und verstärkt auf den europäischen Markt drängt.

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Das erste in Blech gepresste Ergebnis der deutsch-französischen Zusammenarbeit darf im September beim Pariser Autosalon bestaunt werden. Daimler zeigt dort den Mercedes Citan – ein Stadtlieferwagen, bei dem sich die Stuttgarter Designer noch nicht mal die Mühe gemacht haben, die Renault-Verwandtschaft zu vertuschen. Das Auto hat einen Stern auf dem Kühlergrill, ist ansonsten aber ein Renault Kangoo. Gebaut wird der Citan zusammen mit dem Kangoo in einer Renault-Fabrik im nordfranzösischen Maubeuge.

Mercedes-Fans mögen solche anrüchigen Deals verunsichern, doch sie sind unumgänglich, will Daimler auf Dauer bestehen. Der schwäbische Stern mag noch so hell strahlen – allein kann er im kalten Auto-Universum sicherlich nicht überleben. Bei Verhandlungen mit den Zulieferern, von denen viele sogar noch profitabler arbeiten als Daimler, BMW oder Audi, geht Nachfragevolumen und Marktmacht über alles. Auch bei Forschung und Entwicklung hängt alles an den Stückzahlen. Technische Meisterleistungen haben nur eine Chance, wenn die Kosten von Millionen Kunden geschultert werden.

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