General Motors: Kunden beschwerten sich schon 1997 über Zündschlösser

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General Motors: Kunden beschwerten sich schon 1997 über Zündschlösser

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General Motors kämpft mit einer Pannenserie.

Im Zündschloss-Skandal bei GM sind neue Details ans Licht gekommen. Jahrealte Kundenbeschwerden und eine warnende E-Mail eines Mitarbeiters zeigen, dass General Motors seit langem von den Problemen wusste.

Die Opel-Mutter GM hat viele Jahre nicht auf Probleme bei ihren Autos reagiert. Wie aus Kundenbeschwerden hervorgeht, haben Fahrer bereits seit 1997 Händler auf defekte Zündschlösser hingewiesen. General Motors (GM) hat aber erst zuletzt Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurückgerufen, viele davon wegen fehlerhafter Zündschlösser, die mit mehreren Unfällen und Toten in Verbindung gebracht werden.

General Motors: Chronologie der Zündschloss-Affäre

  • 15. Januar

    Die GM-Firmenveteranin Mary Barra wird Chefin. Sie ist die erste Frau, die einen Autokonzern führt.

  • 13. Februar

    GM ruft in Nordamerika die ersten 778.000 Wagen wegen Problemen mit den Zündschlössern zurück. Der Schlüssel kann bei voller Fahrt in die „Aus“-Position zurückspringen. GM berichtet von sechs Toten bei Unfällen.

  • 25. Februar

    GM weitet den Rückruf auf weltweit 1,6 Millionen ältere Wagen aus. Das Unternehmen räumt erste Versäumnisse ein. Nun ist die Rede von 13 Unfalltoten. Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

  • 12. März

    Aus internen Vermerken geht hervor, dass GM-Ingenieure schon 2001 während der Fahrzeugentwicklung über Probleme mit den Zündschlössern berichteten. Es gehen die ersten Klagen von Unfallopfern und Autobesitzern ein.

  • 29. März

    GM ruft nun auch 1 Million Fahrzeuge neuerer Baujahre wegen der defekten Zündschlösser zurück. Damit steigt die Gesamtzahl alleine für diesen Defekt auf 2,6 Millionen.

  • 31. März und 2. April

    Bei zwei Anhörungen im US-Kongress wird Barra scharf angegangen. Antworten auf die Kernfrage, warum GM so lange mit dem Rückruf der defekten Zündschlösser zögerte, hat sie jedoch nicht.

  • 10. April

    Es kommt zu ersten personellen Konsequenzen. Zwei Ingenieure werden beurlaubt. Es folgt eine Neuaufstellung der Entwicklungsabteilung. Mehrere Manager gehen.

  • 24. April

    GM erleidet einen Gewinneinbruch, nachdem sich die veranschlagten Kosten für die Reparaturen im ersten Quartal auf 1,3 Milliarden Dollar summiert hatten.

  • 16. Mai

    General Motors muss 35 Millionen Dollar an Strafe zahlen. Die Verkehrssicherheitsbehörde sieht es als erwiesen an, dass der Autobauer sie zu spät über die Zündschloss-Probleme informiert hat.

  • 5. Juni

    GM legt einen Untersuchungsbericht vor, der zahlreiche Schlampereien auflistet. 15 Mitarbeiter werden gefeuert. Barra verneint aber eine bewusste Vertuschung der Fehler. Opfer sollen entschädigt werden.

  • 13. Juni

    GM warnt vor Zündschloss-Problemen bei einer halben Million weiterer Wagen.

  • 16. Juni

    GM ruft 3,4 Millionen Limousinen wegen problematischer Zündschlösser in die Werkstätten. Nun sind 20 Millionen Wagen insgesamt von 44 Rückrufen betroffen. Die veranschlagten Kosten klettern auf 2 Milliarden Dollar (1,5 Mrd. Euro).

Das Unternehmen weitete erst diese Woche den Rückruf aus, deutete aber nicht an, seit wann die Probleme bekannt sind. Zu den ersten Beschwerden zählte, dass der Schlüssel stecken blieb oder während der Fahrt herauszunehmen war. In manchen Fällen wurde der Motor auch abgewürgt oder konnte gar nicht erst gestartet werden. Die 1997 und 2000 eingeführten Modelle Malibu und Impala wurden trotzdem erst diese Woche wegen der Probleme zurückgerufen. Betroffen waren hiervon allein 8,23 Millionen Wagen.

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Ein GM-Sprecher sagte, er könne nicht sagen, was damals über die Modelle bereits bekannt gewesen sei.

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Zugleich wurde bekannt, dass General Motors den jüngsten Rückruf erst nach dem Auftauchen einer neun Jahre alten E-Mail eines Mitarbeiters einleitete, in der vor Mängeln gewarnt wird. Das geht aus von der nationalen Straßen- und Fahrzeugsicherheitsbehörde NHTSA veröffentlichten Dokumenten hervor. Demnach testete ein Angestellter ein für das Baujahr 2006 vorgesehenes Wagenmodell vom Typ Chevrolet Impala und stieß dabei auf Motorendefekte, die er 2005 in einer E-Mail meldete. Ein Techniker machte ein fehlerhaftes Zündschloss für das Problem verantwortlich. Doch nach Erhalt der Mail reagierte das Unternehmen nicht, wie GM einräumte. Erst als das Schreiben beim Durchstöbern der Akten im April auftauchte, wurden die betroffenen Wagen im Juni in die Werkstätten zurückgerufen.

Das Eingeständnis gilt als weiterer Beleg dafür, dass der Autobauer seit Jahren von den Sicherheitsproblemen gewusst haben muss. In einer beispiellosen Serie hat GM allein im laufenden Jahr 17,1 Millionen Fahrzeuge wegen defekter Zündschlösser und anderer Probleme zurückgerufen. Die Mängel werden mit mehr als 13 Todesfällen in Verbindung gebracht, US-Abgeordneten zufolge liegt die Zahl jedoch bei fast 100.

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