Bild: dpaWo Opel in Deutschland und Europa produziert
Bochum
Kapazität: 160.000 Fahrzeuge
Gefertigte Einheiten: 131.000 (davon 87.000 Zafira)
Seit 1962 produziert Opel in Bochum-Laer und Bochum-Langendreer. 3.100 Mitarbeiter bauen hier den Zafira Family und Zafira Tourer sowie den Astra Classic. Ende 2016 läuft die Produktion der Großraumlimousine Zafira aus. Dann sollen in der 50 Jahre alten Fabrik die Lichter ausgehen.
Bild: dpaRüsselsheim
Kapazität: 180.000 Fahrzeuge
Gefertigte Einheiten: 181.000 (davon 150.000 Insignia)
Rüsselsheim ist der älteste Standort von Opel, seit 1899 ist der Autobauer hier zuhause. Im Opel-Stammwerk arbeiten aktuell noch 3.500 Mitarbeiter. Sie produzieren den Opel Insignia als Limousine, Fließheck und Sports Tourer, sowie den Astra-5-Türer. Versuchsweise soll in Rüsselsheim bereits auch der Zafira-Tourer in der Rüsselsheimer Produktion gelaufen sein. Gemäß dem „Master Agreemet“ mit dem Gesamtbetriebsrat darf der Zafira aber ausschließlich in Bochum gebaut werden. Der Betriebsrat hat eine Überprüfung der Angelegenheit eingeleitet.
Bild: APEisenach
Kapazität: 190.000 Fahrzeuge
Gefertigte Einheiten: 130.000 (ausschließlich Corsa)
In Eisenach steht eines der jüngsten Opel-Werke. 1990 nahm der Autobauer den Betrieb in Thüringen auf. Die 1600 Opelaner in Eisenach sind für das Modell Corsa zuständig.
Bild: dpaKaiserslautern
Produkte: Komponenten und Motoren
Im Werk Kaiserslautern entstehen Aluminiumhauben, Vorderrahmen, Vorderradträger und Hinterachsen sowie wie 1,9 l und 2,0 l Dieselmotoren. 2.700 Mitarbeiter arbeiten in Kaiserslautern. Die Produktion begann 1966.
Bild: dpaEllesmere Port (England)
Kapazität: 187.000 Fahrzeuge
Gefertigte Einheiten: 140.000 (ausschließlich Astra)
Ebenfalls in den 60er Jahren entstand das Werk in Ellesmere Port. Gebaut werden hier der Astra Fünftürer, Van und Sports Tourer. 2.100 Briten arbeiten hier für Opel.
Bild: dpaLuton (England)
Kapazität: 67.000 Fahrzeuge
Gefertigte Fahrzeuge: 68.000 (davon 53.000 Vivaro)
Das zweite britische Werk ist mit 1.100 Mitarbeitern eines der kleinen Opel-Werke, aber auch eines der ältestens. 1907 nahm Opel hier die Produktion auf, heute entstehen in Luton Vauxhall-Modelle, eine ursprünglich britische Marke, die seit 1925 zu General Motors gehört, der Opel Vivaro, der Renault Traffic und der Nissan Primastar. 2009 wollte Vauxhall mit Opel eine eigenständige europäische Gesellschaft gründen, doch GM entschloss sich beide Marken im Konzern zu behalten und zu sanieren.
Bild: REUTERSGliwice (Polen)
Kapazität: mehr als 200.000 Fahrzeuge
Gefertigte Einheiten: 174.000 (davon 153.000 Astra)
Das polnische Werk ist eines der jüngsten. Seit 1998 produziert Opel hier Astra-Modelle wie den Astra Classic II uns die Astra Classic III Limousine sowie den Zafira. Mit 3.000 Mitarbeitern gehört das Werk zu den vier größten.
Bild: dpaTychy (Polen)
Kapazität: 330.000 Motoren
Das jüngste Opel-Werk produziert Dieselmotoren. Seit 1999 ist Opel im polnischen Tychy ansässig und beschäftigt dort 550 Mitarbeiter.
Bild: dpaAspern (Österreich)
Kapazität: 805.000 Sechsgang-Getriebe, 760.000 Fünfgang-Getriebe, 730.000 Motoren
Opel produziert seit 1980 in Österreich. In Apsern arbeiten aktuell 1.600 Mitarbeiter und stellen Motoren und Getriebe her.
Bild: REUTERSSzentgotthárd (Ungarn)
Kapazität: 630.000 Motoren, 57.000 Allison-Getriebe, 11.700 aufbereitete Getriebe
Mit 750 Mitarbeitern stellt Opel in Ungarn seit 1990 Motoren, Getriebe und Produkte für die Getriebeaufbereitung her.
Wo Opel in Deutschland und Europa produziert
Bochum
Kapazität: 160.000 Fahrzeuge
Gefertigte Einheiten: 131.000 (davon 87.000 Zafira)
Seit 1962 produziert Opel in Bochum-Laer und Bochum-Langendreer. 3.100 Mitarbeiter bauen hier den Zafira Family und Zafira Tourer sowie den Astra Classic. Ende 2016 läuft die Produktion der Großraumlimousine Zafira aus. Dann sollen in der 50 Jahre alten Fabrik die Lichter ausgehen.
Seit bald acht Jahren ist Rainer Einenkel, 57, nun schon Betriebsratsvorsitzender im Opel-Werk Bochum. Seitdem kämpft er pausenlos gegen Pläne von General Motors, das Werk im Ruhrgebiet zu verkleinern oder komplett dicht zu machen. „Seit 1993 sind für unseren Standort immer neue Zukunftsverträge geschlossen worden – im Endeffekt ging es aber immer wieder um neue Sparrunden“, beklagt Einenkel im Gespräch mit der „WirtschaftsWoche“ seinen permanenten Kampf um den Standort Bochum und die Arbeitsplätze hier.
Rekordgewinne für Muttergesellschaft
Doch ein Ende des Kampfes ist nicht abzusehen, selbst nicht im großen Jubiläumsjahr: Opel feiert dieses Jahr sein 150-jähriges Bestehen, das Opel-Werk in Bochum seinen 50. Geburtstag. Dazu sind die Rahmenbedingungen zu schlecht: Im vierten Quartal des zurückliegenden Geschäftsjahres hat nach unbestätigten Informationen General Motors in Europa erneut „horrende“ Verluste eingefahren. Da die Muttergesellschaft gleichzeitig einen Rekordgewinn von über acht Milliarden Dollar eingefahren hat, wetzen die Erbsenzähler in der Konzernzentrale in Detroit wieder die Messer: „Wenn Opel gerettet wird, dann wird es jetzt gerettet und die Einschnitte werden tief sein“, zitiert das "Wall Street Journal" einen GM-Manager der eine weitere Sparrunde vorbereitet.
Die Chronik des Opel-Dramas
Dezember 2004
Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) kündigt ein Sanierungsprogramm für Opel an. 10.000 Stellen und somit fast jeder dritte Arbeitsplatz sollen wegfallen. 6.500 Mitarbeiter sollen per Abfindungen ausscheiden. GM will mit dem Sanierungsprogramm die Kosten seines defizitären Europa-Geschäftes um jährlich 500 Millionen Euro reduzieren.
Februar 2005
4.500 Mitarbeiter haben Abfindungsverträge unterzeichnet und verlassen Opel bis Ende 2005 freiwillig. Von den Abfindungsverträgen entfallen 2.700 auf das Stammwerk in Rüsselsheim, 1.500 auf Bochum und 300 auf Kaiserslautern. Am Standort Bochum sollen bis 2007 weitere 1.500 Mitarbeiter per Abfindung ausscheiden.
März 2005
Die Unternehmensleitung und Opel-Betriebsrat unterzeichnen den Zukunftsvertrag 2010. Damit sind betriebsbedingte Kündigungen bis 2010 vermieden und Werksschließungen bei Opel verhindert.
November 2008
Absatzeinbruch und massive Verluste bei Opel – der Autobauer fragt beim Kanzleramt nach Hilfe an. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll aushelfen: Opel benötigt eine Milliarde Euro Bürgschaften.
Februar 2009
Der Mutterkonzern GM möchte 47.000 Stellen streichen, 25.000 davon außerhalb der USA. Nun möchte sich Opel von GM abkoppeln. Dafür braucht Rüsselsheim mehr Geld: 3,3 Milliarden Euro. Der Staat soll das Geld bereitstellen.
März 2009
Ein Sanierungskonzept wird vorgelegt. Der damalige Wirtschaftsminister Karl Theodor zu Guttenberg bringt ein Insolvenzverfahren ins Gespräch. Die Bundesregierung führt parallel zu ihren Verhandlungen mit der Opel-Mutter General Motors (GM) Gespräche mit potenziellen Investoren. Bundeskanzlerin Angela Merkel verspricht Bürgschaften für einen Opel-Investor.
April/ Mai 2009
Der italienische Fiat-Konzern und der österreichisch-kanadische Autozulieferer Magna zeigen Interesse.
Vertreter von Bund, Banken und Ländern einigen sich auf eine Zwischenfinanzierung im Rahmen von 1,5 Milliarden Euro an staatlich verbürgten Krediten für den angeschlagenen Autobauer. Nun bieten Fiat, Magna und die in Belgien ansässige Ripplewood-Tochter RHJ International (RHJI) für Opel. Zu Guttenberg bringt den chinesischen Autokonzern BAIC an den Verhandlungstisch.
Sommer 2009
GM meldet Insolvenz an. Opel erhält eine erste Finanzspritze des Staates. BAIC und RHJI legen Angebote auf den Tisch. Fiat hat sich aus den Verhandlungen bereits im Mai zurückgezogen. Die Länderchefs und die Bundeskanzlerin befürworten aber den Einstieg Magnas und der russischen Sberbank. Nun steigt auch BAIC aus dem Bieterverfahren aus. RHJI hat dagegen schon einen unterschriftsreifen Vertrag mit GM, sagt der RHJI-Chef Fischer. Magna zieht nach und legt GM einen Vertrag zum Unterschreiben vor. GM möchte Opel auf jeden Fall verkaufen, betont der Konzern bei einem Treffen mit Bund und Ländern.
Herbst 2009
RHJI bessert das Angebot nach. Der GM-Verwaltungsrat empfiehlt den Verkauf von Opel an Magna. Doch es wird ein Veto der EU-Kommission befürchtet. Nun möchte GM Opel doch behalten.
Januar/Februar 2010
Der neue Opel Chef Nick Reilly stellt einen Sanierungsplan vor: Der Staat soll sich mit 1,5 Milliarden daran beteiligen. 8400 Stellen sollen in Europa fallen, 3900 davon in Europa.
Juni - Oktober 2010
Nun soll Opel aus eigner Kraft saniert werden. Also doch keine Staatshilfen. Das Werk in Antwerpen mit 2500 Mitarbeitern wird geschlossen
November 2010
GM kehrt 17 Monate nach dem Insolvenzantrag an die Börse zurück. 23 Milliarden Dollar nimmt der Autobauer dabei ein – ein Rekord
Februar - Mai 2011
GM legt eine gutes Jahresergebnis vor, doch Opel schreibt weiter rote Zahlen. GM-Chefentwickler Karl-Friedich Stracke löst Reilly ab. Dieser wird Chef des GM-Europageschäfts. Opel schreibt immer noch rote Zahlen
Juni 2011
Gerüchte machen die Runde, General Motors wolle Opel verkaufen. Opel dementiert.
Januar 2012
GM-Chef Dan Akerson bekräftigt auf der Automesse in Detroit: „Ich werde Opel nicht aufgeben“, Es gebe beim europäischen Ableger von GM einiges zu tun, um ihn in die Spur zu bringen, aber GM habe „genügend Geld, um Opel zu halten und zu verbessern“. Die Marke Opel sei eine wichtige regionale Marke, die einen festen Platz im Konzern habe.
Februar 2012
Das Europageschäft von GM schreibt nach wie vor rote Zahlen. Nach einem Bericht des Wall Street Journals soll GM mit der Schließung von Werken, unter anderem in Bochum drohen. Der Opel-Betriebsrat dementiert.
März 2012
Das Wall Street Journal berichtet erneut von geplanten Werksschließungen. Bochum und das britische Ellesmere, ein Werk der Marke Vauxhall, stünden auf der Abschussliste.
Diskussion über Zukunft
Einenkel ahnt schon, worauf das hinausläuft – auf eine erneute Diskussion über die Zukunft des Werks Bochum mit seinen derzeit noch 4950 Beschäftigten. Betroffen wären aber auch rund 1500 Menschen, die im Opel-Werk für externe Dienstleister aller Art tätig sind. In der ersten Reaktion auf die Nachrichten aus USA gibt sich Einenkel noch einigermaßen gelassen („Die existierenden Verträge schließen Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen bis 2014 aus“).
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