General Motos: Merkel begrüßt Milliardeninvestitionen bei Opel

ThemaOpel

General Motos: Merkel begrüßt Milliardeninvestitionen bei Opel

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Donnerstag General Motors-Chef Dan Akerson und den neuen Opel-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann im Kanzleramt getroffen: Sie begrüßte die Milliardeninvestitionen.

Bei dem Treffen in Berlin habe sich die Kanzlerin von der „Innovationskraft der Opel-Mitarbeiter in den verschiedenen Standorten“ überzeugt gezeigt, teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Akerson hatte am Mittwoch angekündigt, der US-Konzern werde bis 2016 vier Milliarden Euro in Deutschland und Europa investieren. "Als weltweit agierendes Automobilunternehmen braucht GM eine starke Präsenz in Europa - sowohl bei Design und Entwicklung als auch bei Fertigung und Verkauf." Opel genieße die volle Unterstützung des Mutterkonzerns, sagte Akerson nach einem Treffen der GM-Spitze mit der Opel-Führung. Am Ende der Autofertigung im Werk Bochum Anfang 2015 hält GM aber fest. Konzern-Vize und Opel-Aufsichtsratschef Steve Girsky sagte am Mittwoch, er bedauere das Votum der Mitarbeiter in Bochum gegen den in monatelangen Verhandlungen ausgearbeiteten Sanierungsplan: „Aber wir akzeptieren die Entscheidung.“

So stand es 2014 um Opel

  • Der Verhandlungsplan

    Im Detail wird über neue Modelle, Motoren und Märkte, die Fertigung markenfremder Modelle wie Chevrolets in Opel-Werken sowie über Einsparungen gesprochen. Doch generell geht es um die Frage, wie der kriselnde Hersteller mehr Autos verkaufen, Beschäftigung sichern und wieder Geld verdienen kann Das Management will Produktionskosten senken, aber auch am Personal sparen. Im September 2014 wurden betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2016 (und damit zwei Jahre länger als bisher festgelegt) ausgeschlossen werden. Betriebsrat und Gewerkschaft fordern Zusagen zu Standorten und Beschäftigung über 2016 hinaus. (Quelle: dpa)

  • Werkschließungen oder Massenentlassungen?

    Das Management hatte angeboten, das Werk Bochum nicht, wie ursprünglich angestrebt, Anfang 2015, sondern erst mit dem Auslaufen der Zafira-Produktion zwei Jahre später zu schließen. Damit gewinnt der Standort Zeit. Die Hoffnung auf eine bessere Marktentwicklung bleibt erhalten. Schäfer-Klug zeigte sich am Dienstag im Gespräch mit der dpa zuversichtlich: „Ich sehe nicht, dass Opel plant, sich komplett aus Bochum zurückziehen. Aber wie die konkrete Zukunft der Standorte in Deutschland und insbesondere in Bochum aussieht, werden wir gemeinsam in den Verhandlungen klären.“

  • Die Überkapazitäten

    Bei den Verhandlungen geht es auch um freiwillige Abfindungsprogramme und Vorruhestandsregelungen. So soll nach und nach sozialverträglich Beschäftigung abgebaut werden. Aktuell hat Opel nach Betriebsratsangaben noch etwa 38.000 Beschäftigte - nach der jüngsten Sanierung Ende 2010 waren es noch 40.000.

  • Sanierungsbeiträge der Beschäftigten?

    Zunächst verzichten die Mitarbeiter erneut auf Lohn. Von November an wird die jüngste Metall-Tariferhöhung von 4,3 Prozent erneut gestundet. Falls es eine Einigung über die Zukunft der deutschen Opel-Werke gebe, könnten die erneut gestundeten Millionen auch „in einer Gesamtkonzeption aufgehen“, sagt der Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel. Wie das aussehen könnte, ist unklar. Kommt keine Einigung zustande, zahlt Opel das gestundete Geld nachträglich aus.

  • Wann sollen die Gespräche abgeschlossen werden?

    Offiziell scheuen alle Beteiligten davor zurück, einen Termin zu nennen. Schließlich waren die ehrgeizigen Erwartungen der Arbeitnehmervertreter zuletzt enttäuscht worden. Dem Vernehmen nach soll aber in einigen Wochen ein Ergebnis stehen.

  • Die Allianz mit PSA

    Glaubt man dem Unternehmen, wird die Zusammenarbeit mit Peugeot-Citroën keine Jobs bei Opel kosten. Selbst wenn die Partner eines Tages Autos nicht nur gemeinsam entwickeln sondern auch bauen sollten, dürfe das nicht auf Kosten des anderen gehen, betont GM-Vize und GM-Europachef Steve Girsky: Keine Seite werde ihre Probleme zulasten der anderen lösen. Bei Opel könnten zudem schon 2016 Chevrolets vom Band laufen, um die Überkapazitäten zu senken.

  • Fallen durch die Allianz Stellen weg?

    Zwar wollen GM und PSA zunächst vier Fahrzeugplattformen gemeinsam entwickeln. Weder Betriebsrat noch Unternehmen sehen aber Jobs im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum gefährdet. Vielmehr könnten die freigesetzten Kapazitäten genutzt werden, um wie versprochen die Entwicklung neuer Modelle voranzubringen.

  • Wie ernst ist die Lage bei Opel?

    Opel schreibt seit Jahren Verluste. Jetzt leidet der Hersteller zudem unter der aktuellen Absatzkrise in Europa. Im zweiten Quartal schrieb GM in seinem Europageschäft einen Verlust von 361 Millionen Dollar (294 Mio Euro). Das Ergebnis des dritten Quartals legt GM an diesem Mittwoch (31. Oktober) vor.

Die Investitionen sollen als Teil des Wachstums- und Sparprogramms vor allem in neue Modelle und Motoren fließen. Damit will das Unternehmen auf dem schrumpfenden europäischen Markt Anteile zurückgewinnen. GM macht in Europa seit Jahren Verluste. Allein 2012 schlug ein operatives Minus von 1,8 Milliarden Dollar (1,3 Mrd. Euro) zu Buche. Als Hoffnungsträger gilt dabei der neue Opel-Vorstandsvorsitzende Karl-Thomas Neumann. Angesichts der schwierigen Marktlage und der dramatischen Überkapazitäten des Autobauers gab er sich am Mittwoch kämpferisch: „Ich will Opel wieder zu alter Stärke und altem Glanz zurückführen. Wir leben bei Opel eine neue Kultur. Wir sind jetzt wieder die Angreifer.“

Anzeige

Schließung Opelaner haben zu hoch gepokert

Anders als heute vom Bochumer Opel-Betriebsrat behauptet, gibt es keine Verhandlungen mehr über die Zukunft des dortigen Werkes. Ende 2014 ist Schluss. Die Bochumer haben zu hoch gepokert.

Foto eines Plakates am Opel-Werksgelände in Bochum Quelle: dpa

Die Spitze der Opel-Mutter kommt häufig zu regulären Treffen im Ausland zusammen - diesmal in Deutschland, um sich vor Ort ein Bild über den Opel-Zehn-Jahres-Plan und den europäischen Markt zu machen. Auch geht es um ein klares Bekenntnis zu Opel.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%