Genfer Automobilsalon 2014: Zurück zu den konventionellen Antrieben

ThemaAutobauer

Genfer Automobilsalon 2014: Zurück zu den konventionellen Antrieben

Der Hype um das Elektroauto ist vorbei, es gibt neue konventionelle Kleinwagen, und das erste Großprojekt zwischen Renault-Nissan und Daimler startet. Ein Ausblick.

Mehr als 250 Aussteller aus mehr als 30 Ländern stellen auf dem Genfer Autosalon ihre neuen Modelle vor: Von Autos mit alternativen Antrieben, Zubehör, SUVs bis hin zu Dienstleistungen und den neuesten Kleinwagen.

Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen prognostiziert drei Trends: Die alternativen Antriebe werden vorerst aufs Abstellgleis geschoben. Premium reüssiert mit konventionellen Antrieben, noch mehr PS und profitiert weiter von der guten Verfassung der internationalen Automobilmärkte. Und - der neue Renault Twingo wird auf der neuen Twingo-Smart-Plattform vorgestellt. Er ist das erste Fahrzeug des industriellen Großprojekts der Kooperation Daimler-Renault-Nissan.

Anzeige

Dudenhöffer macht deutlich, dass verwässerte Umweltvorschriften, mangelnde politische Unterstützung und fehlendes Kaufinteresse die alternativen Antriebe zum Auslaufmodell machen. "Die Feierlaune ist längs verflogen. Neue Projekte sind kaum zu erkennen, ein bisschen Plug-In Hybride, um den Willen zu zeigen, aber die großen Investitionen waren gestern", sagt Dudenhöffer. Selbst der Vorstandsvorsitzende von Renault-Nissan, Carlos Ghosn, hat seine Erwartungen deutlich zurückgeschraubt. Er galt als einer der großen Verfechter der Elektroautos. In Deutschland wurden im letzten Jahr nur 6.379 Elektroautos zugelassen. Das entspricht einem Marktanteil von 0,2 Prozent. 2014 sind alternative Antriebe zur Randerscheinung geworden. Nur 0,5 Prozent aller Neuwagen wurden 2013 mit den Kraftstoffen Erdgas oder Flüssiggas ausgestattet. Dudenhöffer erklärt, dass der letzte große Schub bei den Elektroautos mit dem Innovationsträger BMW i3 kam. Modelle wie der auf Elektromotor umgebaute VW Golf zu Preisen von knapp 35.000 Euro habe keine Chancen im Markt. Ähnliches kann man für Plug-In Hybride erwarten, prognostiziert Dudenhöffer.

Große Autobauer setzen wieder auf konventionelle Autos und verdienen damit gut. "Selbst die Massenhersteller mit hoher Europaabhängigkeit, wie Fiat, Renault, Peugeot-Citroen, Opel und Ford Europa können durch die schrittweise Verbesserung der Märkte in Südeuropa dem Ende der Verlustjahre entgegen sehen", erklärt Dudenhöffer. 2014 soll mit 74,9 Millionen Pkw-Verkäufen zum Rekordjahr für Autobauer werden. Das wäre ein Plus von 5,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Pkw-Markt in Europa steigt damit um 490.000 Fahrzeuge auf 12,8 Millionen Verkäufe. Die gute Pkw-Nachfrage wird auch durch den niedrigen Erdölpreis begünstigt. Der Preis des Barrel Rohöl liegt bei 100 US-Dollar - 2008 betrug er noch 140 US-Dollar.

Den größten Schub im Jahr 2014 bringt erneut Asien. Dort sollen die Pkw-Verkäufe um knapp 2 Millionen Autos steigen, in China können mit zusätzlichen 1,6 Millionen Pkw-Verkäufen gerechnet werden. Damit bleibt China der wichtigste Markt für Autos.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%