Genfer Automobilsalon: Das schlechte Gewissen von gestern

Genfer Automobilsalon: Das schlechte Gewissen von gestern

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Der neue Lamborghini Aventador J

von Franz W. Rother

Erfolge im Leichtbau und Fortschritte in der Motorentechnik senken den Spritverbrauch - und erlauben es, die Leistung wieder anzuheben. Ein Rundgang über den Genfer Automobilsalon.

Wozu ein Dach? Weg damit! Wozu eine Windschutzscheibe? Eine kleine Hutze aus Glas tut es auch. Seitenscheiben sind in einem Sportwagen dieses Kalibers ebenso entbehrlich wie Außenspiegel, Klimaanlage oder eine Hifi-Anlage - im knallroten Lamborghini Aventador J macht allein der Zwölfzylinder die Musik. Noch ehe der Fahrer bis drei zählen konnte, haben 700 Pferdestärken den dank Kohlefaserteile nur etwa 1200 Kilo schweren Wagen auf Tempo 100 gebracht. Schluss ist erst jenseits von 300 km/h. Ohne Vollvisierhelm auf dem Kopf wäre es für den Piloten dann allerdings lebensgefährlich: Eine Fliege wird bei der Geschwindigkeit zum Geschoss.

Fahrerlebnisse wie in der Formel 1 verspricht auch der neue Koenigsegg Agera R, den der gleichnamige Kleinserienhersteller aus Schweden in diesem Jahr auf dem Genfer Automobilsalon vorstellt: 1140 PS lassen das Auto in 21 Sekunden auf Tempo 300 schießen. Mithalten kann da allenfalls noch der Bugatti Grand Sport Vitesse mit 1200 PS. 

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Florierende Geschäfte in China

Wer braucht solche Autos? Eigentlich niemand. Aber auch in Zeiten steigender Benzinpreise und einer fortschreitenden Klimaerwärmung gibt es eine große Zahl von Menschen, die bereit - und in der Lage sind - Beträge um die zwei Millionen Euro hinzublättern, um auf abgesperrten Flughäfen oder Rennstrecke dann und wann einen Ritt auf einer Kanonenkugel erleben zu können. Da mögen Hersteller von Alltagsautos wie VW, Opel, Fiat oder Peugeot über Absatzprobleme in Europa klagen - die Hersteller von Supersportwagen reiben sich zufrieden die Hände über glänzende Geschäfte mit den Neureichen in China, im Mittleren Osten, in Russland und den USA.

Und wenn das Geschäft einmal gut läuft, wird das Angebot wie immer schnell größer: Viele der insgesamt 140 Welt- und Europapremieren in Genf sind echte Traumwagen, nicht nur für Millionäre, sondern auch für Normalverdiener durchaus erschwinglich. Statt in Aktien oder Anleihen investieren sie in PS-starke Autos und betrachten den täglichen Fahrspass als Dividende. Man gönnt sich ja bekanntlich sonst nichts.

Die Veranstalter haben den Trend wohl frühzeitig erahnt und die reinen Ökomobile - die Stars des Vorjahres - diesmal in eine kleine Zeltstadt ausgelagert. Auf einer Wiese vor der Messe lassen sich im Pavillon Vert die politisch-korrekten Fortbewegungsmittel mit Elektromotor oder Hybridantrieb besichtigen und auch Probe fahren. Das Interesse daran ist zumindest am ersten Pressetag bescheiden.

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