Genfer Autosalon: Winterkorn gibt die Manege frei

Genfer Autosalon: Winterkorn gibt die Manege frei

von Rebecca Eisert

Am Vorabend des Genfer Autosalons lädt VW traditionell zum inoffiziellen Messeauftakt. Im Kolosseum des alten Roms gab es Brot und Spiele - in Genf in der Halle Sécheron gibt es Currywurst und schnelle Autos.

Von links und rechts abwechselnd brausen die Stars aus dem Volkswagen-Konzern auf die Bühne. Eigentlich ist es mehr eine langgestreckte Manege auf die das Publikum, eine Mischung aus Journalisten, Kunden und im weitesten Sinne Gefolgschaft des größten deutschen Autoherstellers, von drei Rängen herabblickt. Zunächst fast ein wenig gelangweilt und spärlich Applaus spendend. Später dann mit mehr Euphorie.

Den Auftakt macht Porsche-Chef Matthias Müller mit den neuen Cayman GT 4. Unter Techno-Beats verschiedener DJs, die abwechselnd an zwei Pulten am Rand der Manege auflegen, schießt der gelbe Sportwagen in die Mitte der Fläche, wo er auf einer Drehscheibe zum Stehen kommt. Müller steigt aus, preist die Superlative des neuesten Schatzes aus Zuffenhausen - zack, zack, keine Zeit verlieren. Es folgen noch elf weitere Marken aus dem Hause Volkswagen.

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Überraschung!

  • Borgward ist zurück

    Gibt es mit chinesischer Hilfe bald wieder das markante Borgward-Logo auf Deutschlands Straßen zu sehen? Auf dem Autosalon zeichnet sich das Comeback der Kult-Automarke ab, die 1963 insolvent gegangen war. Die neue Borgward AG mit dem Enkel des Borgward-Gründers, Christian Borgward und dem chinesischen Nutzfahrzeugriesen Beiqi Foton Motors wird in Genf mit einem eigenen Stand vertreten sein.

Seat-Chef Jürgen Stackmann zeigt die SUV-Studie Vision 2020 und erzählt, man habe im vergangenen Jahr zum ersten Mal mehr Leon-Modelle verkauft als Ibizas. "We will leonize the brand", sagt er und sputet sich, eben noch die markantesten Designzüge des Show-Cars vorzustellen: athletisch, muskulös, sportlich. Zu den Beats der DJs "Como & Krooked" schießt - man kann es nicht anders nennen - ein Lamborghini Aventador auf die Bühne. Es ist das Model SV - das Kürzel steht für italienisch "superschnell". Der 750 PS Wagen darf nochmal ordentlich Krach machen, bevor das nächste Schmuckstück aus der VW-Schatulle vorfährt.

Wolfgang Dürheimer, ehemaliger und nun erneut Chef der Edel-Marken Bentley und Bugatti, steigt aus dem Bugatti Veyron La Finale. Es ist das letzte von 450 Veyrons - 300 Coupés und 150 Roadstern des schnellsten Serienfahrzeugs der Welt.

 

Unfreiwillig komisch wirkt nach dem 1000-PS-Monster, das über 400 km/h Spitze fährt, der Auftritt der Familien- und Handwerkerkutsche VW Caddy. Aber ja auch das - nein, vor allem das gehört zum Wolfsburger-Konzern - die eher schlichten, praktischen Modelle. Das ist Volkswagen - und keine Luxusautos für mehrere 100.000 Euro.

Aber natürlich lässt sich mit den schnellen Sportwagen mehr Eindruck schinden - das übernimmt als nächster Audi-Chef Rupert Stadler mit dem R8. Der fällt vor allem durch seine extrem gestreckte Dachlinie auf.

So geht sie weiter, die Tour de Volkswagen. Es folgt die Motorradmarke Ducati, danach nochmal Wolfgang Dürheimer. Er kommt dieses Mal im Bentley Continental GT - 635 PS stark und 305 km/h schnell. Die eigentliche Überraschung aber ist das Showcar EXP 10 Speed 6. Ein zweisitziger Luxussportwagen der verrät, wie die Designsprache von Bentley in Zukunft sein soll - noch emotionaler und sportlicher.

Die zweite Überraschung ist das VW Sport Coupé Concept GTE, das die Lücke zwischen Passat und Phaeton schließen soll. Die Studie ist als Plug-In-Hybrid konzipiert und braucht so auf 100 km nur zwei Liter Benzin. 50 km fährt sie rein elektrisch, kombiniert hat der Hybrid eine Reichweite von über 1000 Kilometern. Die Coupé-Studie ist der Botschafter der neuen dynamischen Linie von Volkswagen, heißt es.

Applaus gibt es für den neuen Skoda Superb, mit dem Marken-Chef Winfried Vahland eine "neue Ära" beginnen will. Der VW Touran wird für 1,9 Millionen verkaufte Fahrzeuge gepriesen, dann aber kommt der eigentliche Star der VW-Markenwelt: der Passat. Stolz verkündet Konzern-Chef Winterkorn, dass das Modell soeben zum European Car of the Year gekrönt wurde. Es ist das dritte Mal in sechs Jahren, dass Volkswagen die Trophäe für eines seiner Modelle entgegennimmt.

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Dafür gibt es sogar ein Feuerwerk - nur projiziert, aber immerhin. Dann folgt, worauf alle sehnsüchtig gewartet haben: die Ansprache von Martin Winterkorn. Aber im Gegensatz zu den Vorjahren gibt es wenig Überraschungen. Winterkorn preist VW als Innovationsschmiede. "Wir haben Technologien, die weit in die Zukunft weisen", sagt er. Man habe das größte Angebot von E- und Hybrid-Fahrzeugen, mit 57 Modellen, die weniger als 95 g Co2/km ausstoßen die größte CO2-Sparflotte der Welt, führe bei Sensorik, vernetztem und autonomen Fahren.

Er wünsche sich allerdings in Deutschland und Europa ein Klima, das neue Technologien nicht gleich in Frage stelle. "Wir brauchen mehr Mut, mehr Innovationsgeist", mahnte Winterkorn. Damit der Kunde 'Ja' zum E-Auto sage, brauche man mehr als Technik. "Der Autostandort Europa braucht die Offenheit und die Unterstützung der Politik."

Das Engagement von Apple und Google begrüße er. "Das mag manchen wundern, aber ich bin mir sicher, die Smartphone-Generation wird sich für das "richtige Auto entscheiden."

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