Geschäftslage bei Daimler: Zetsche setzt auf das Prinzip Hoffnung

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KommentarGeschäftslage bei Daimler: Zetsche setzt auf das Prinzip Hoffnung

von Franz W. Rother

Daimler-Chef Dieter Zetsche verspricht seinen Aktionären eine weitere Verbesserung der Geschäftslage. Der Mann ist ganz schön mutig.

Die Daimler-Aktie lag in den vergangenen Wochen gut im Rennen. Große Banken wie UBS, die Commerzbank und Nomura hatten das Papier zum Kauf empfehlen und ein Kursziel von bis zu 60 Euro ausgerufen. Vielleicht waren es die positiven Einschätzungen der Analysten, vielleicht auch Insider-Kenntnisse, die Konzernchef Dieter Zetsche vor einigen Tagen bewogen, für über eine Million Euro 22.000 Aktien des eigenen Unternehmens zu erwerben. Zetsche, so die Botschaft, ist positiv gestimmt und greift selbst bei einem ambitionierten Aktienkurs zu. „Mit dem Aktienkauf“, formulierte es seine Presseabteilung, „unterstreicht Dieter Zetsche sein Vertrauen in eine nachhaltige und positive Entwicklung von Daimler.“

Doch zu Euphorie besteht kein Anlass. Das sehen offensichtlich auch die meisten Anleger so: Nach der Bekanntgabe der Ergebnisse des zweiten Quartals ging die Daimler-Aktie heute Morgen erst einmal wieder auf Talfahrt. Gewiss: Der Automobilkonzern hat sein Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum fast verdreifacht. Doch der Gewinnsprung ist allein dem Verkauf der restlichen EADS-Anteile zu verdanken. Bereinigt um den EADS-Verkauf ist der Quartalsgewinn je Aktie des Unternehmens aber von 1,39 Euro auf 1,25 Euro gefallen. Echte Erfolgsgeschichten sehen anders aus.

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Und die Perspektiven für den Automobilkonzern für den Rest des Geschäftsjahres sind alles andere als rosig. Der deutsche und westeuropäische Automobilmarkt steckt in einer tiefen Krise: Die Wirtschaftsprobleme und die grassierende Arbeitslosigkeit in den Südländern der EU, das nachlassende Wirtschaftswachstum und die drohenden Steuererhöhungen in Deutschland nach den Wahlen haben die Nachfrage nach neuen Autos in den Kernmärkten von Mercedes und Smart im ersten Halbjahr einbrechen lassen. Und Experten erwarten frühestens in zwei Jahren eine Erholung. Und die Krise in den wichtigsten Schwellenländern weltweit hat dazu geführt, dass dort die Nachfrage nach Lastzügen und Bussen wenn nicht zurückgeht, so doch zumindest stagniert.

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Daimler bläst mit einer neuen Vertriebsstrategie zum Angriff auf die Konkurrenz. Der Autobauer will vor allem junge Leute ansprechen. Das klassische Autohaus wird somit an Bedeutung verlieren.

Der Autobauer Daimler bläst mit einer neuen Vertriebsstrategie zum Angriff auf die Konkurrenz. Daimler will vor allem junge Leute ansprechen. Das klassische Autohaus könnte so zumindest teilweise an Bedeutung verlieren. Quelle: dpa

Die Folge ist eine heftige Rabattschlacht, die sich auch schon in der Daimler-Bilanz niederschlägt: Der Gewinn in der Nutzfahrzeugsparte sank um rund 100 Millionen Euro, im Geschäftsfeld Busse um 30 Millionen und im Pkw-Geschäft um 300 Millionen. In den kommenden Monaten wird  sich dieser Trend sicher noch verstärken. Daimler hat diese Entwicklung immerhin kommen gesehen und frühzeitig Programme zur Effizienzsteigerung aufgelegt, „Daimler Trucks #1“ und „Fit for Leadership“.

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