
General-Motors-Chef Dan Akerson hat sich klar zu Opel bekannt: „Ich werde Opel nicht aufgeben“, betonte er am Dienstag bei einem Abendessen des GM-Konzerns. Es gebe beim europäischen Ableger von GM einiges zu tun, um ihn in die Spur zu bringen, aber GM habe „genügend Geld, um Opel zu halten und zu verbessern“.
Die Marke Opel sei eine wichtige regionale Marke, die einen festen Platz im Konzern habe, sagte Akerson der WirtschaftsWoche. Damit trat der GM-Chef immer wieder aufflammenden Gerüchten entgegen, dass General Motors zu einem Verkauf der derzeit defizitären Konzerntochter bereit wäre. Zuvor hatte der Vorstandsvorsitzende von Fiat und Chrysler, Sergio Marchionne, vor Journalisten gesagt, er würde potenziellen Partnern die Tür nicht verschließen, wenn er gefragt würde, ob er an Opel interessiert wäre. Girsky erklärte jedoch, er habe am Sonntag mit Marchionne gesprochen. Ein möglicher Verkauf von Opel sei nicht zur Sprache gekommen.
GM-Marketing-Chef Joel Ewanick sagte: „Opel bleibt eine Regionalmarke mit klarem Fokus auf Europa.“ Das heiße nicht, dass die deutsche Tochter nicht auch außerhalb Europas Autos verkaufen dürfe. Dies geschieht zur Zeit nur in sehr geringen Stückzahlen etwa in China, Chile, Australien oder Israel.
Wie sich deutsche Autobauer in Asien schlagen
Quelle: ReutersDie Gewinner und Verlierer auf dem chinesischen Markt
Mercedes
Die schwäbischen Autobauer freuen sich über den wachsenden Absatz in China und Hongkong. 216.064 Kunden entschieden sich dort 2011 für ein Fahrzeug mit Stern. Das Rekordergebnis von 2010 wurde damit um mehr als 30 Prozent überboten. Ihr Ziel, in China im Gesamtjahr um mindestens 20 Prozent zuzulegen, hat die Marke deutlich übertroffen. Zum Vergleich: 2009 verkauft Mercedes-Benz in China/Hongkong erst 64.254 Fahrzeuge, 2010 waren es bereits 161.090.
Im indischen Markt tut sich Mercedes wie die anderen deutschen Hersteller bisher schwer. Der Absatz lag 2011 bei 6.650 Fahrzeugen - immerhin eine Verdopplung gegenüber 2009 (3.370). Damit liegen die Schwaben auch vor der Konkurrenz aus Ingolstadt.
Quelle: dpaOpel
Auf dem chinesischen Markt spielt Opel de facto keine Rolle. Nur 2.847 Fahrzeuge setzen die Rüsselsheimer 2011 ab. 2010 waren es 2.633. Vor drei Jahren waren es immerhin noch 3.288 Autos. Der Marktanteil lag bei schnöden 0,02 bis 0,03 Prozent.
In Indien ist Opel gar nicht als Marke vertreten.
Quelle: dpaBMW
Der Münchener Autobauer setzte 2011 in China und Hongkong 218.928 Autos ab. Die Bayern haben ihren Absatz in den vergangenen drei Jahren deutlich gesteigert. 2009 verkauften BMW erst 87.462 Fahrzeuge auf dem chinesischen Markt, 2010 waren es bereits 165.248, jetzt legte der Absatz erneut um mehr als 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu.
Auch in Indien steigert BMW seinen Absatz seit 2009 jährlich um 30 bis 50 Prozent, allerdings auf insgesamt niedrigem Niveau. 2009 verkaufte BMW in Indien 3.618 Autos, 2011 waren es 9.022.
Insgesamt verkaufte BMW in Asien bis November des vergangenen Jahres 342.176 Fahrzeuge – ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum (256.443 Stück).
Quelle: dpaAudi
Der Ingolstädter Autobauer hat in China 2011 erstmals mehr Autos verkauft als in Deutschland. Insgesamt wurden rund 313.000 Wagen an Kunden in China und Hongkong ausgeliefert, teilte das Unternehmen mit, das entspricht einem Marktanteil von 1,7 Prozent. China habe sich damit zum größten Absatzmarkt für Audi weltweit entwickelt. Im Vergleich zu 2010 ist der Absatz um 37 Prozent gestiegen.
Knapp 58.000 der im vergangenen Jahr in China verkauften Wagen wurden importiert, der Großteil hingegen vor Ort produziert. Volkswagen hat ein Werk in Changchun im Nordosten des Landes, dort wurde laut Audi-Angaben die Produktionskapazität für Audi-Modelle im vergangenen Jahr auf 300.000 ausgebaut. Ein weiteres Werk in Foshan im Süden des Landes soll ab 2013 zwischen 150.000 und 200.000 Wagen der Marke Audi herstellen. Audi sehe weiterhin „starkes Wachstumspotenzial“ in China, erklärte Marketingvorstand Peter Schwarzenbauer. Audi liegt im chinesischen Markt auf Platz zwei der erfolgreichsten deutschen Autobauer.In Indien liegen die Ingolstädter allerdings deutlich hinter der deutschen Konkurrenz. Sie setzten 2011 nur 5.482 Fahrzeuge ab. Das entspricht einem Marktanteil von 0,19 Prozent.
Quelle: APSkoda
Der seit 1991 zum Volkswagen-Konzern gehörende tschechische Autobauer Skoda schlägt sich wacker auf dem chinesischen Markt. Mit 224.253 Fahrzeugen setzte die Marke mehr Modelle ab als BMW und Mercedes. Gegenüber 2010 legte Skoda nochmals zu, im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen 190.300 Autos.
In Indien setzte Skoda 33.932 Fahrzeuge ab, fast 14.000 Stück mehr als im Vorjahr und doppelte so viele wie 2009. Damit überflügelt Skoda auf dem indischen Markt die Premiummarken Mercedes-Benz, BMW und Audi.
Quelle: dpaVolkswagen
VW hat 2011 mehr Autos als alle anderen deutschen Autobauer in China/Hongkong abgesetzt: 1.647.705 Fahrzeuge. Damit hält VW einen Anteil von 9,26 Prozent auf dem chinesischen Markt und konnte seine Vormachtstellungen gegenüber der deutschen Konkurrenz weiter ausbauen.
In Indien ist VW ebenfalls deutlich erfolgreicher als Mercedes, BMW und Audi. 2011 setzten die Wolfsburger 77.292 Fahrzeuge auf dem indischen Markt ab. Mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr (31.929). 2009 waren es erst 3.019 Stück.
Quellen: IHS; Herstellerdaten
Die Gewinner und Verlierer auf dem chinesischen Markt
Mercedes
Die schwäbischen Autobauer freuen sich über den wachsenden Absatz in China und Hongkong. 216.064 Kunden entschieden sich dort 2011 für ein Fahrzeug mit Stern. Das Rekordergebnis von 2010 wurde damit um mehr als 30 Prozent überboten. Ihr Ziel, in China im Gesamtjahr um mindestens 20 Prozent zuzulegen, hat die Marke deutlich übertroffen. Zum Vergleich: 2009 verkauft Mercedes-Benz in China/Hongkong erst 64.254 Fahrzeuge, 2010 waren es bereits 161.090.
Im indischen Markt tut sich Mercedes wie die anderen deutschen Hersteller bisher schwer. Der Absatz lag 2011 bei 6.650 Fahrzeugen - immerhin eine Verdopplung gegenüber 2009 (3.370). Damit liegen die Schwaben auch vor der Konkurrenz aus Ingolstadt.
Kritiker sehen darin einen entscheidenden Grund dafür, dass Opel nicht aus den roten Zahlen kommt. Dieses Argument lässt Ewanick nicht gelten: „Wir müssen die Preisgestaltung, die Kapazitäten und die Produkte optimieren, dann wird alles perfekt laufen.“ Das Ziel für Opel sei, die Marke in Europa voranzubringen und speziell in Deutschland dem Konkurrenten VW Anteile abzunehmen.
Ausdrücklich lobte Akerson die Stärken der europäischen Konzernmitarbeiter und unterstrich zugleich die globale Bedeutung Europas. „Ich danke Gott für Europa“, sagte der Akerson. Ein Zerfall Europas oder der Euro-Zone wäre aus globaler Sicht fatal, so Akerson, dies sei aber auch kein realistisches Szenario. Die Europäer seien „viel zu intelligent, um das zuzulassen.“
Wasserstofftechnik von GM ist für BMW interessant
Offenbar kann General Motors bald mit technologischer Unterstützung aus Europa rechnen: Akerson bestätigte indirekt einen Bericht der WirtschaftsWoche, wonach es eine Zusammenarbeit von BMW und GM beim Wasserstoffantrieb geben wird. BMW hat es auf die GM-Technik abgesehen, weil die Bayern mit ihrem Wasserstoffantrieb gescheitert sind. „Wir sind in Gesprächen über unsere Wasserstofftechnologie mit europäischen Herstellern“, sagte Akerson.













