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GM-Chef Akerson: "Ich werde Opel nicht aufgeben"

von Martin Seiwert

General Motors bekennt sich zu Opel, liebäugelt mit BMW und will mit Cadillac den deutschen Markt der Premiumautobauer aufmischen. Ein üppiges Programm.

Dan Akerson Quelle: dapd
Dan Akerson, Chef von General Motors, bekennt sich zu Opel Quelle: dapd

General-Motors-Chef Dan Akerson hat sich klar zu Opel bekannt: „Ich werde Opel nicht aufgeben“, betonte er am Dienstag bei einem Abendessen des GM-Konzerns. Es gebe beim europäischen Ableger von GM einiges zu tun, um ihn in die Spur zu bringen, aber GM habe „genügend Geld, um Opel zu halten und zu verbessern“.

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Die Marke Opel sei eine wichtige regionale Marke, die einen festen Platz im Konzern habe, sagte Akerson der WirtschaftsWoche. Damit trat der GM-Chef immer wieder aufflammenden Gerüchten entgegen, dass General Motors zu einem Verkauf der derzeit defizitären Konzerntochter bereit wäre. Zuvor hatte der Vorstandsvorsitzende von Fiat und Chrysler, Sergio Marchionne, vor Journalisten gesagt, er würde potenziellen Partnern die Tür nicht verschließen, wenn er gefragt würde, ob er an Opel interessiert wäre. Girsky erklärte jedoch, er habe am Sonntag mit Marchionne gesprochen. Ein möglicher Verkauf von Opel sei nicht zur Sprache gekommen.

GM-Marketing-Chef Joel Ewanick sagte: „Opel bleibt eine Regionalmarke mit klarem Fokus auf Europa.“ Das heiße nicht, dass die deutsche Tochter nicht auch außerhalb Europas Autos verkaufen dürfe. Dies geschieht zur Zeit nur in sehr geringen Stückzahlen etwa in China, Chile, Australien oder Israel.

Wie sich deutsche Autobauer in Asien schlagen

Die Gewinner und Verlierer auf dem chinesischen Markt

Mercedes

Die schwäbischen Autobauer freuen sich über den wachsenden Absatz in China und Hongkong. 216.064 Kunden entschieden sich dort 2011 für ein Fahrzeug mit Stern. Das Rekordergebnis von 2010 wurde damit um mehr als 30 Prozent überboten. Ihr Ziel, in China im Gesamtjahr um mindestens 20 Prozent zuzulegen, hat die Marke deutlich übertroffen. Zum Vergleich: 2009 verkauft Mercedes-Benz in China/Hongkong erst 64.254 Fahrzeuge, 2010 waren es bereits 161.090.

Im indischen Markt tut sich Mercedes wie die anderen deutschen Hersteller bisher schwer. Der Absatz lag 2011 bei 6.650 Fahrzeugen - immerhin eine Verdopplung gegenüber 2009 (3.370). Damit liegen die Schwaben auch vor der Konkurrenz aus Ingolstadt.

Bild: Reuters

Kritiker sehen darin einen entscheidenden Grund dafür, dass Opel nicht aus den roten Zahlen kommt. Dieses Argument lässt Ewanick nicht gelten: „Wir müssen die Preisgestaltung, die Kapazitäten und die Produkte optimieren, dann wird alles perfekt laufen.“ Das Ziel für Opel sei, die Marke in Europa voranzubringen und speziell in Deutschland dem Konkurrenten VW Anteile abzunehmen.

Ausdrücklich lobte Akerson die Stärken der europäischen Konzernmitarbeiter und unterstrich zugleich die globale Bedeutung Europas. „Ich danke Gott für Europa“, sagte der Akerson. Ein Zerfall Europas oder der Euro-Zone wäre aus globaler Sicht fatal, so Akerson, dies sei aber auch kein realistisches Szenario. Die Europäer seien „viel zu intelligent, um das zuzulassen.“

Wasserstofftechnik von GM ist für BMW interessant
Offenbar kann General Motors bald mit technologischer Unterstützung aus Europa rechnen: Akerson bestätigte indirekt einen Bericht der WirtschaftsWoche, wonach es eine Zusammenarbeit von BMW und GM beim Wasserstoffantrieb geben wird. BMW hat es auf die GM-Technik abgesehen, weil die Bayern mit ihrem Wasserstoffantrieb gescheitert sind. „Wir sind in Gesprächen über unsere Wasserstofftechnologie mit europäischen Herstellern“, sagte Akerson.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 11.01.2012, 12:12 Uhrich

    Die Amerikaner müssen noch viel lernen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß GM mit den Merken Cadillac und Buick punkten kann. Diese Namen stehen für Autos, welche das Image der 50er und 60er Jahre tragen, große Schiffe mit enormem Benzinverbrauch. Dazu kommt, daß in Deutschland keine emotionale Bindung besteht, den "ameriacan way of life" will hier fast niemand mehr. Gefragt ist gute, sportliche Technik mit vernünftigen Verbrauchswerten. Wie schnell am Markt vorbeigehendes Wunschdenken in die Hose gehen kann hatte VW eindrucksvoll mit dem Phaeton gezeigt.

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