Hauptversammlung: Audi-Chef hat "klaren Anspruch auf die Nummer 1"

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Hauptversammlung: Audi-Chef hat "klaren Anspruch auf die Nummer 1"

von Franz W. Rother

Audi-Chef Rupert Stadler hat die Aktionäre bei der Hauptversammlung mit guten Nachrichten beglückt. Die dankten es mit Lob und Gratulation - aber auch einigen skurrilen Vorschlägen.

Es ist schon eine sehr spezielle Hauptversammlung, eher ein Familien- denn ein Aktionärstreffen. Eigentlich könnte man sich das Ganze auch sparen. Denn immerhin 99,55 Prozent der insgesamt 43 Millionen Audi-Aktien befinden sich seit bald 50 Jahren im Besitz des Volkswagen-Konzerns, nur 0,45 Prozent befinden sich in Streubesitz, liegen in den Depots ehemaliger NSU- und Audi-Mitarbeiter oder deren Hinterbliebenen.

Die Volatilität ist entsprechend gering - zum Preis von 628 Euro wurden am Mittwoch beispielsweise an der Börse gerade einmal 80 Aktien gehandelt. Statt Dividenden gibt es Ausgleichszahlungen, die sich an der Dividende auf VW-Stammaktien orientiert. Für dieses Jahr soll es demnach exakt vier Euro pro Aktie geben - das kann sich sehen lassen.

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Aktionäre als Fans

Die 600 Aktionäre und ihre Angehörigen sind also in erster Linie Fans, die vor allem nach Ingolstadt reisen, um sich einen schönen Tag zu machen: die neuesten Modelle anzusehen, ein Informationspaket samt Modellauto - in diesem Jahr eine Miniaturausgabe der Audi A3 Limousine - in Empfang zu nehmen und ein schmackhaftes Mittagessen einzunehmen. Damit Vorstand und Aufsichtsrat nicht vor leeren Rängen tagen, wird das Büffet allerdings erst geöffnet, wenn die Reden gehalten sind.

Entsprechend friedlich verlaufen die Hauptversammlungen, die wechselweise in den Auslieferungszentren von Audi in Ingolstadt und Neckarsulm abgehalten werden. Dort, wo sonst neue Fahrzeuge ihren Besitzern übergeben werden, hielten heute Vormittag die Audi-Vorstände und ihr Aufsichtsrat Hof, an ihrer Spitze Rupert Stadler, Martin Winterkorn und Ferdinand Piech.

Überraschungen waren nicht zu erwarten - und wurden auch nicht präsentiert. Audi sieht sich auf einem guten Weg und will in diesem Jahr noch besser werden - so lassen sich die News des Tages zusammenfassen. "Wir gehen mit einem hochmotivierten Team an unsere Aufgaben heran, mit dem klaren Anspruch auf die Nummer 1", versicherte Audi-Chef Stadler den Aktionären.

Sein Finanzchef Axel Strotbek verwies auf die hohe Ertragskraft des Audi-Konzerns, der "trotz eines herausfordernden Marktumfelds" eine operative Umsatzrendite von 10,1 Prozent erreichte und damit "erneut über unserem strategischen Zielkorridor von acht bis zehn Prozent" lag.

Auch die Kapitalrendite lag im vergangenen Jahr mit 26,4 Prozent in einer beachtlichen Größenordnung. Für 2014 plane man erstmals eine Umsatzgröße von über 50 Milliarden Euro und auch ein kräftiges Wachstum beim Absatz. Stadler: "Auch dieses Jahr wollen wir unsere Rundenzeiten verbessern." Er kündigte eine Reihe neuer Modelle an und einen Ausbau der Aktivitäten in Wachstumsmärkten.

Auch in Deutschland gebe es Wachstum: Mit einem Marktanteil von 8,9 Prozent sei Audi derzeit die Nummer eins im Premiumsegment. "Und das ist gut so", fand nicht nur Vertriebsvorstand Luca de Meo.

Bei den Aktionären kamen solche Botschaften sehr gut an: Stadler wurde bei seinem Beitrag immer wieder von Applaus unterbrochen. Später gab es aus dem Kreis der Aktionäre reichlich Dankeschön, Lob und allerlei Gratulationen für den guten Kurs des Unternehmens, auch wortreiche Verbeugungen vor der "geniösen" Arbeit des Ingenieurs und früheren Audi-Chefs und heutigen Aufsichtsrats Ferdinand Piech.

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Allerdings, das soll nicht verschwiegen werden, gab es auch kritische Stimmen aus dem Kreis der Aktionäre: Der Kurs der Aktie von aktuell rund 630 Euro, hieß es da, bewege sich kaum und spiegele nicht den wahren Wert des Unternehmens wieder. Und die Dividende könnte höher sein, meinte einer der Kleinst- und "Nano"-Aktionäre. Sein Vorschlag: Man könnte ja vielleicht noch eine Naturaldividende in Form eines Gutscheins für den Autokauf obendrauf legen.

Doch die Frage, wann Audi von der Börse genommen werde - immerhin könnte der Konzern dadurch die eine oder andere Millionen Euro einsparen - kam nicht.

Kurz nach 12 waren alle Fragen gestellt, kurz nach 1 Uhr alle Fragen beantwortet. Passt schon - Mahlzeit!

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