Hyundai Elektromarke Ioniq: „Wir wollen in die Domäne von Toyota einbrechen“

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Hyundai Elektromarke Ioniq: „Wir wollen in die Domäne von Toyota einbrechen“

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Jochen Sengpiehl, Chief-Marketing-Officer von Hyundai Europe (links) und WirtschaftsWoche-Redakteur Franz Rother.

von Franz W. Rother

Mit der Elektro-Submarke Ioniq hat Hyundai Großes vor – in Europa soll Hybrid-Pionier Toyota ausgebremst werden. Marketing-Chef Sengpiehl erklärt seine Strategie, die er mit Hilfe von Google und Facebook entwickelt hat.

Ioniq soll die neue Submarke von Hyundai für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben und neue Mobilitätskonzepte werden – und in Europa vor allem Toyota ausbremsen. Jochen Sengpiehl, Chief-Marketing-Officer von Hyundai Europe, erläutert im Gespräch mit wiwo.de seine Markteinführungsstrategie, die er mit Hilfe von Google und Facebook entwickelt hat. Er will Besitzer von alten Dieselautos mit einer Abwrackprämie zum Kauf eines Elektroautos animieren und ein kostenloses Carsharing-Systems mit E-Mobilen in europäischen Großstädten aufziehen.

WirtschaftsWoche: Herr Sengpiehl, der neue Hyundai Ioniq wird gleich in drei Antriebsvarianten angeboten – als Hybrid, als wieder aufladbares Hybridauto und als Elektromobil. Welches Modell ist Ihr Favorit?
Jochen Sengpiehl: Wen fragen Sie – den Marketing- oder den Privatmann?

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Fragen wir erst mal den Marketingmann.
Für den ist nach den Stückzahlen die Hybridversion der klare Favorit. Die Elektrovariante ist für uns zunächst einmal nur Markenbotschafter. Ich gehe davon aus, dass die Stückzahlen der rein elektrischen Version erst einmal hinter den beiden Hybridversionen zurückbleiben werden.

Zur Person

  • Jochen Sengpiehl

    Jochen Sengpiehl ist seit 2014 Marketingchef bei Hyundai in Europa. Offiziell ist sein Titel "Vice President Marketing, Hyundai Motors Europe", er hat die Marketingverantwortung in 26 europäischen Märkten. Zuvor war Sengpiehl unter anderen bei Nissan, DaimlerChrysler, Volkswagen und Seat tätig. Er gilt als Erfinder des langjährigen VW-Slogans "Das Auto". Zwischenzeitlich hatte Sengpiehl auch seine eigene Beratungsfirma und war auch vorübergehend Geschäftsführer für Marketing und Vertrieb bei der Werbefirma Ströer Media Deutschland.

Gehts vielleicht etwas konkreter?
Ich schätze mal, dass etwa 60 Prozent der Verkäufe auf den klassischen Hybrid entfallen werden, 20 bis 25 Prozent auf die Elektroversion und gut 10 Prozent auf den Plug-in.

Um welche Stückzahlen geht es insgesamt?
Weltweit plant Hyundai Motor dieses Jahr einen Absatz von 30.000 Ioniq Hybrid, davon 15.000 Einheiten für den koreanischen Markt und die übrigen verteilt auf den Rest der Welt.

In Europa wird der Ioniq ab September eingeführt, daher rechnen wir in diesem Jahr mit rund 3.000 Fahrzeugen mit Hybridantrieb und weiteren 1.300 der voll-elektrischen Variante. Die wichtigsten Märkte für den Ioniq in Europa sind: Deutschland, UK, Frankreich, Niederlande und Norwegen.

Das ist aber eine extrem kleine Stückzahl. Warum planen Sie nicht mehr ein?
Für 2017 planen wir in Europa deutlich höhere Stückzahlen ein. Die Nachfrage nach dem Model ist schon exorbitant groß. Einige Kunden haben das Auto sogar bestellt, noch ehe der Preis feststand.

Die Elektroversion kostet in Deutschland 33.300 Euro – vor Kaufprämie. Der Hybrid wird ab 23.900 Euro angeboten. Wie viel bleibt Ihnen da an Gewinn pro Fahrzeug?
Wir verdienen mit dem Auto Geld.

Automotive Performance 2016

  • Platz 17

    Tesla

    Der kalifornische Elektroautohersteller findet sich zum ersten Mal im Ranking. Dass es nur für den letzten Platz reicht, liegt an den hohen Verlusten und der dementsprechend niedrigen finanziellen Performance.

  • Platz 16

    Mitsubishi

    Der kleine japanische Hersteller hat im Vergleich zu seinen Wettbewerbern im Bereich Markt- und Innovationskraft nur unterdurchschnittliche Leistungen zu bieten.

  • Platz 15

    Suzuki

    Suzuki schafft es zwar sich einen Platz vor Mitsubishi zu platzieren, hat aber mit den gleichen Problemen zu kämpfen: Auch hier mangelt es an Markt- und Innovationskraft.

  • Platz 14

    PSA

    Der französische Hersteller von Peugeot und Citroën zeigt eine deutlich höhere Innovationskraft als seine japanischen Mitbewerber und erreicht damit Platz 14.

  • Platz 13

    Renault

    Aufgrund der im Vergleich niedrigen finanziellen Performance landet der französische Konzern auf Platz 13.

  • Platz 12

    Fiat-Chrysler

    Der Konzern kann sich trotz eines guten Ergebnisses der amerikanischen Tochter nicht im Mittelfeld halten und rutscht auf den 12. Platz.

  • Platz 11

    Subaru

    Der kleine japanische Autohersteller schafft es in dem Ranking auf einen Platz im unteren Mittelfeld.

  • Platz 10

    Mazda

    Mit einem Index von knapp unter 30 Prozent landet Mazda auf dem zehnten Platz und kann sich in der Gesamtperformance verbessern.

  • Platz 9

    Honda

    Mit einem Performance-Index von über 40 Prozent landet der japanische Konzern deutlich vor seinem Konkurrenten Mazda.

  • Platz 8

    Nissan

    Mit einem ähnlich guten Ergebnis wie Honda sichert sich Nissan Platz 8.

  • Platz 7

    VW

    Der Abgasskandal macht sich auch in der Performance des Wolfsburger Konzerns bemerkbar: Während er im letzten Jahr noch Platz eins war, reicht es 2016 nur für den siebten Platz.

  • Platz 6

    Hyundai

    Während es im letzten Jahr noch für Platz fünf gereicht hat. Liegt das Unternehmen mit einem Indexwert von 44 Prozent dieses Jahr nur auf Platz sechs.

  • Platz 5

    GM

    Der amerikanische Konzern verbessert sich im Vergleich zum Vorjahr um eine Position und landet auf Platz 5.

  • Platz 4

    Ford

    Dank guter Markt- und Finanzkennzahlen landet Ford auf dem vierten Platz.

  • Platz 3

    BMW

    Eine gute finanzielle und eine starke Innovationsperformance sorgen dafür, dass BMW auf dem dritten Platz landet.

  • Platz 2

    Daimler
    Der schwäbische Autohersteller verbessert sich im Vergleich zum Vorjahr um einen Platz. Grund dafür ist die zweitbeste Financial Performance.

  • Platz 1.

    Toyota
    Die beste finanzielle Performance sorgt dafür, dass Toyota auf dem ersten Platz landet.

Darunter kann man sich viel vorstellen. Wie hoch ist denn die Marge?
Wir haben den Ländern eine relativ hohe Marge zugestanden, damit diese ihre Infrastruktur finanzieren können: 1600 Händler müssen für die Einführung der elektrifizierten Antriebe vorbereitet werden. Sie müssen ihre Mitarbeiter schulen, spezialisierte Werkzeuge verwenden, sowie Ladestationen und entsprechende Infrastruktur errichten. Trotzdem erhalten wir uns einen soliden, positiven Deckungsbeitrag.

Aber wenn man die Elektromobilität demokratisieren und Autofahrer motivieren will, sich von ihren alten Dieselfahrzeugen zu verabschieden, muss man zur Markteinführung bei der Preissetzung bescheiden sein. Wir diskutieren beispielsweise, ein Art Abwrack- oder Eroberungsprämie für alte Dieselfahrzeuge anzubieten. Denn jeder Ioniq Hybrid ist sauberer und effizienter als Fahrzeuge mit Dieselantrieb im C-Segment.

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