Infrastruktur für E-Autos: Einmal vollladen, bitte! Aber wo?

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Infrastruktur für E-Autos: Einmal vollladen, bitte! Aber wo?

von Rebecca Eisert

BMW startet die Produktion des i3. 2014 sollen insgesamt elf neue Stromer die elektromüden Deutschen zum E-Auto bekehren. Doch von einem flächendeckenden Netz aus Ladestationen fehlt jede Spur. Woran es hapert.

Rund 2000 Ladesäulen für Elektro-Fahrzeuge gibt es in Deutschland, davon etwa 30 so genannte Schnellladestationen. Gegenüber 14.300 gewöhnlichen Aral, Shell, Esso- usw. Tankstellen, die der ADAC auf deutschen Straßen gezählt hat, plus 350 Autobahntankstellen gar nicht mal so wenig. Und noch üppiger wirkt das elektrische Angebot, bedenkt man, dass in diesem Jahr bisher nur 3000 E-Autos in Deutschland neu zugelassen wurden. "Wenn man gut plant, kann man sich mit einem Elektroauto ganz gut bewegen", fasst Christian Buric vom ADAC zusammen und verweist auf die Website lemnet.org, die sämtlich Ladestationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz erfasst.

Doch der Status quo ist mitnichten befriedigend. Schon gar nicht, wenn man bedenkt, dass die Bundesregierung in sieben Jahren hierzulande eine Million Elektroautos fahren sehen möchte und die deutschen Autobauer mit Modellen wie dem i3, dem VW e-Up, dem A3-etron oder dem e-Golf massiv in die Technologie investiert haben. "Es ist das klassische Henne-Ei-Problem", sagt Buric, der dasselbe Phänomen bei Erdgasautos beobachtet hat. Obwohl Erdgas-Antriebe steuerlich gefördert werden, günstig im Unterhalt sind und eine tolle CO2-Bilanz haben, setzen sie sich in Deutschland nicht durch. Doch woran hakt es zuerst? Will keiner ein Erdgas-Auto, weil die Infrastruktur dafür zu schlecht ist oder ist das Erdgasnetz so dünn gesät, weil es zu wenig Interessenten für Erdgas-Fahrzeuge gibt?

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Doch Erdgas- oder LPG-Autos lassen nicht eins zu eins mit den neuen Stromern vergleichen. Der große Vorteil der E-Autos: Sie lassen sich bequem zu Hause tanken. Einfach über Nacht in der Garage an die Dose hängen und am Morgen wartet das frisch betankte CO2-neutrale Automobil. Rund ein Drittel der deutsche Autobesitzer - so sieht es die Nationale Plattform Elektromobilität in ihrem dritten Zwischenbericht - sind die perfekte Zielgruppe für Stromer. Denn sie pendeln täglich aus Dörfern und Gemeinden in die Ballungszentren - rund 40 km hin und 40 km zurück. Eine perfekte Distanz für die neue Generation von Elektrofahrzeugen wie etwa den BMW i3, der ab heute im Werk Leipzig im Produktion geht und eine rein elektrische Reichweite von rund 150 Kilometern mitbringt. Morgens hin, abends zurück und zack in der Garage an Netz. Städter, für die Garagen ebenso wie Vier-Zimmer-Wohnungen mit Balkon Mangelware sind, mögen langen Gesichter machen, doch tatsächlich haben etwa 60 Prozent der Autobesitzer auch eine Garage oder einen Stellplatz und damit potenziell die Möglichkeit in Fahrzeug über den Hausanschluss mit Hilfe einer so genannten Wallbox aufzuladen.

Braucht die Elektromobilität am Ende also keine flächendeckende öffentliche Infrastruktur, weil diejenigen, für die die Fahrzeuge gedacht sind, sowieso zu Hause tanken? "Wir gehen davon aus, dass über 80 Prozent der Ladevorgänge zu Hause oder an Orten stattfinden, wo das Auto zehn bis zwölf Stunden am Stück steht stattfinden wird", erklärt Prajyout Sathe von der Unternehmensberatung Frost&Sullivan.

Will Deutschland zum "Leitmarkt für Elektromobilität" werden, kann sich der Aufbau der Infrastruktur aber nicht ausschließlich in den eigenen vier Wänden abspielen.

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