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Investitionen verschoben: Volkswagen schnallt Gürtel enger

07. September 2013

Volkswagen tritt wegen der Autokrise in Europa auf die Bremse. Es werde an internen Abläufen und Strukturen gearbeitet. "Und wir reduzieren und verschieben Investitionen, soweit sie nicht produktbezogen sind".

"Wir schnallen den Gürtel auf der Kostenseite enger", sagte Finanzchef Hans Dieter Pötsch in einem Interview der "Börsen-Zeitung" (Samstagausgabe). Der europäische Automarkt schrumpft seit langem. 2013 droht sogar das schlechteste Autojahr seit 1990 zu werden, nachdem 2012 mit zwölf Millionen verkauften Fahrzeugen schon das schlechteste Jahr seit 1995 war. Auch Pötsch erwartet keine schnelle Kehrtwende. Zwar gebe es eine Stabilisierung der Märkte in Europa, aber er gehe nicht von einem spürbaren Anziehen des Autoabsatzes im zweiten Halbjahr aus. "Und für die nächsten Jahre rechnen wir insbesondere in Westeuropa nicht mit deutlichen Wachstumsimpulsen".

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Dank der guten Geschäfte in anderen Regionen erwartet Europas größter Autobauer dennoch ein operatives Ergebnis auf dem Vorjahresniveau, wie Pötsch bekräftigte. 2012 hatte VW operativ 11,5 Milliarden Euro verdient. Die hohe Abhängigkeit von China bereite ihm kein Kopfzerbrechen, VW sei dort sehr gut unterwegs. Zudem mache sich der Konzern Schritt für Schritt von einzelnen Regionen unabhängiger. "Dazu trägt zum Beispiel auch unser Wachstum in Nordamerika bei", sagte der Finanzchef.

Für den nächsten großen Wachstumsschub auf dem amerikanischen Markt benötige VW jedoch weitere Modelle. "Da ist einiges in der Pipeline und in diesem Zusammenhang wird es auch Standortentscheidungen geben", sagte Pötsch. Die Marke VW hatte auf dem wichtigen US-Markt in den vergangenen Monaten geschwächelt. Während fast alle Konkurrenten und auch die Konzerntochter Audi kräftig zulegen konnten, verbuchte die Marke VW Absatzrückgänge.

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Die Kassen des Konzerns sollen auch künftig gefüllt bleiben. VW wolle sich nicht mit einer für das Tagesgeschäft nötigen Mindestliquidität von sechs bis sieben Milliarden Euro begnügen. VW fühle sich mit einer Sicherheitsreserve von rund zehn Milliarden Euro im Automobilbereich komfortabel, sagte Pötsch. Ende Juni waren es 11,3 Milliarden Euro.

Pötsch wird als möglicher Nachfolger von Konzernchef Martin Winterkorn gehandelt, sollte dieser VW-Patriarch Ferdinand Piech an der Spitze des VW-Aufsichtsrats folgen. Der 62-jährige will von einem Wechsel auf den Chefposten nichts wissen. "Diese Frage stellt sich nicht. Der Volkswagen-Konzern wird von Martin Winterkorn exzellent geführt, der nicht nur ein überragender Ingenieur, sondern auch ein sehr überzeugender Spitzenmanager ist", sagte Pötsch.

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