Japans Autobauer: Toyota greift wieder an

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Japans Autobauer: Toyota greift wieder an

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Akio Toyoda - Chef des japanischen Autobauers Toyota - will bis Jahresende weltweit 9,76 Millionen Autos verkaufen.

Toyota will das schier Unmögliche schaffen - nach der Tsunami- und Atomkatastrophe in Japan im März 2011 kämpft sich der Autohersteller ein gutes Jahr später zurück an die Weltspitze.

Nach dem ersten Halbjahr hat Toyota nicht nur ein Drittel mehr Autos verkauft als im Vorjahreszeitraum - sondern auch mehr Fahrzeuge verkauft als die Rivalen General Motors und Volkswagen und nimmt Kurs auf den Titel "weltgrößter Autobauer 2012". Dafür hat Konzernchef Akio Toyoda auch ein neues Jahresziel ausgegeben - nicht mehr 8,8 Millionen Fahrzeuge will er bis Jahresende verkaufen, sondern mehr als 9,7 Millionen.

Im zweiten Quartal fuhren die Japaner einen Überschuss von rund drei Milliarden Euro ein. Vor einem Jahr hatte Toyota wegen der japanischen Erdbeben- und Tsunamikatastrophe gerade noch schwarze Zahlen geschrieben. Damals war die japanische Autoproduktion zeitweise komplett zum Erliegen gekommen. Im abgelaufenen Jahresviertel verkaufte Toyota mit 2,27 Millionen Autos nahezu doppelt so viele Fahrzeuge wie vor einem Jahr. Toyota setzte mit 4,97 Millionen Fahrzeugen 34 Prozent mehr ab als in der ersten Jahreshälfte 2011. Die Kunden lassen sich dabei offensichtlich auch nicht von regelmäßigen Rückrufaktionen schrecken. Eben erst musste Toyota 1,5 Millionen Autos des Typs RAV 4, Avensis und Auris zurück in den Werkstätten rufen, weil Teile der Hinterachse zu viel Spiel aufweisen, was im Extremfall zu einem Bruch der Aufhängung führen kann.

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Mit seinem Signal zum Angriff steht Toyota in seiner Heimat nicht allein. Nach dem Horrorjahr 2011 mit riesigen Produktionsausfällen durch das Erdbeben in Japan und die Überflutungen in Thailand wollen Nippons Autobauer 2012 zum Jahr des Comebacks machen. Die Japaner seien eben nicht zu unterschätzen, meint Autospezialist Martin Tonko von der Japan-Niederlassung der Unternehmensberatung Roland Berger: „Sie sehen nicht einfach zu, wie ihre Marktposition schwindet.“ Auch die Gewinne sollen, trotz des starken Yen, wieder kräftig steigen. Dafür sollen Kostensenkungsprogramme, Produktionsverlagerungen sowie neue Management- und Fertigungsmethoden sorgen.

Gute Aussichten auf Erfolg der Strategie

Die Aussichten, dass die Strategie Erfolg hat, stehen nicht schlecht. Bei ihrer Wiederauferstehung spielen den Herstellern aus Japan veränderte Trends auf ihren wichtigsten Märkten in die Hände. Und die schwache Position in bestimmten Regionen erweist sich als Segen, weil in diesem Jahr ausgerechnet dort die Autonachfrage zurückgeht - Europa leidet bereits unter einer bisher nicht gekannten Absatzkrise. Zwischen Algarve und Ägäis haben die Japaner nur geringe Marktanteile. In China, dem größten Automarkt der Welt, wird ein geringeres Wachstum vorhergesagt. Dort fahren Japans Autobauer mit Ausnahme von Nissan in großem Abstand den Platzhirschen General Motors und Volkswagen hinterher.

Im eigenen Land haben Toyota und Co. einen Helfer, auf den sie sich verlassen können: den Staat. Der haucht der Nachfrage nach neuen Karossen 2012 neues Leben ein. Nach dem Auslaufen der Kaufanreize für Ökofahrzeuge mit Hybrid- und Elektromotor im September 2010, brach der Absatz kräftig ein. Aus Angst vor einer Abwanderung der Autobauer ins Ausland wurdne die Subventionen wieder eingeführt sowie steuerliche Nachlässe für sparsame Fahrzeuge verlängert.

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