Joint-Venture mit ZF: Bosch übernimmt ZF Lenksysteme

Joint-Venture mit ZF: Bosch übernimmt ZF Lenksysteme

, aktualisiert 15. September 2014, 16:07 Uhr
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ZF trennt sich wegen der anstehenden Übernahme von US-Konkurrent TRW von seinen Anteilen an ZF Lenksysteme.

Bislang war ZF Lenksysteme ein Gemeinschaftsunternehmen von Bosch und ZF Friedrichshafen. Doch jetzt übernehmen die Stuttgarter die Lenkungssparte komplett – um ZF einen anderen Deal zu ermöglichen.

Die Übernahme des Bosch-ZF-Gemeinschaftsunternehmens ZF Lenksysteme (ZFLS) soll nach den Worten von Bosch-Chef Volkmar Denner bis zum Frühjahr abgeschlossen sein. „Wir hoffen, die Transaktion bis Frühjahr 2015 zu vollziehen“, sagte Denner am Montag. Zuvor müssten die Kartellwächter zustimmen.

Der Industriekonzern Bosch hatte ZFLS bisher zu gleichen Teilen mit dem Getriebehersteller ZF Friedrichshafen betrieben, wird aber nun seine Anteile auf 100 Prozent erhöhen. „Bisher haben wir Gas gegeben und konnten bremsen“, sagte der Chef von Boschs Kfz-Sparte, Wolf-Henning Scheider. „Jetzt können wir auch noch lenken.“

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Die weltweit größten Autozulieferer

  • Platz 10

    Faurecia (Frankreich)

    Umsatz 2016: 18,711 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 18,770 Milliarden Euro
    Veränderung: -0,3 Prozent
    Hauptprodukte: Sitze und Innenausstattung

    Quelle: Berylls Strategy Advisors

  • Platz 9

    Michelin (Frankreich)

    Umsatz 2016: 20,907 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 21,199 Milliarden Euro
    Veränderung: -1,4 Prozent
    Hauptprodukte: Reifen

  • Platz 8

    Bridgestone-Firestone (Japan)

    Umsatz 2016: 22,485 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 24,094 Milliarden Euro
    Veränderung: -6,7 Prozent
    Hauptprodukte: Reifen

  • Platz 7

    Aisin (Japan)

    Umsatz 2016: 27,977 Milliarden Euro

    Umsatz 2015: 24,133 Milliarden Euro
    Veränderung: +15,9 Prozent
    Hauptprodukte: Getriebe, Bremssysteme, Karosserie- und Motorenteile

  • Platz 6

    Hyundai Mobis (Südkorea)

    Umsatz 2016: 30,227 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 28,096 Milliarden Euro
    Veränderung: +7,6 Prozent
    Hauptprodukte: Cockpit-, Frontend- und Chassismodule

  • Platz 5

    ZF Friedrichshafen (Deutschland)

    Umsatz 2016: 32,353 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 27,113 Milliarden Euro
    Veränderung: +19,3 Prozent
    Hauptprodukte: Fahrwerks- und Antriebssysteme, Elektronik/Software

  • Platz 4

    Magna (Kanada)

    Umsatz 2016: 34,587 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 29,408 Milliarden Euro
    Veränderung: +17,6 Prozent
    Hauptprodukte: Karosserie & Fahrwerksysteme, Exterieur-Ausstattungen

  • Platz 3

    Denso (Japan)

    Umsatz 2016: 36,301 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 34,299 Milliarden Euro
    Veränderung: +5,8 Prozent
    Hauptprodukte: Klimasysteme, Motorsteuerung, Human-Machine-Interface

  • Platz 2

    Continental (Deutschland)

    Umsatz 2016: 40,550 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 39,232 Milliarden Euro
    Veränderung: +3,4 Prozent
    Hauptprodukte: Brems-, Fahrwerk- und Sicherheitssysteme, Reifen

  • Platz 1

    Bosch (Deutschland)

    Umsatz 2016: 43.936 Milliarden Euro
    Umsatz 2015: 41,657 Milliarden Euro
    Veränderung: +5,5 Prozent
    Hauptprodukte: Antriebs-, Sicherheits- und Komfortsysteme

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Branchenkenner schätzen aber, dass Bosch für die verbleibenden Anteile an ZF Lenksysteme einen hohen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag bezahlt.

„Um den Anforderungen eines immer dynamischeren Umfelds auch künftig gerecht werden zu können, haben sich Bosch und ZF dazu entschlossen, die Eigentümerstruktur von ZFLS zu ändern“, sagt ZF-Chef Stefan Sommer.

An diesem „dynamischeren Umfeld“ hat ZF selbst einen maßgeblichen Anteil: Der Friedrichshafener Konzern übernimmt den US-Konkurrenten TRW, der ebenfalls Lenksysteme für Autos anbietet. Um Bedenken der Kartellbehörden im Vorhinein zu zerstreuen, war bereits über die Zukunft von ZF Lenksysteme spekuliert worden.

Milliardenübernahme ZF Friedrichshafen schluckt TRW

ZF Friedrichshafen drängt an die Spitze der Autozulieferer: Das Unternehmen reißt sich den US-Wettbewerber TRW unter den Nagel. Der Deal ist mehr als 12 Milliarden Dollar schwer.

ZF Friedrichshafen übernimmt TRW Quelle: dpa

ZFLS beschäftigt mehr als 13.000 Mitarbeiter in acht Ländern und hat im vergangenen Jahr rund 4,1 Milliarden Euro umgesetzt. 60 Prozent des Umsatzes entfallen auf moderne Elektro-Lenkungen, mit denen im Vergleich zu herkömmlichen Hydraulik-Lenkungen bis zu 0,8 Liter Sprit eingespart werden können.

„Das Unternehmen ist einer der Technologieführer im Zukunftsfeld Elektrolenkung und gerade diese ist Basistechnologie für automatisiertes Fahren, für effizientere Fahrzeuge und auch für Elektroautos“, sagte Denner bei der Vertragsunterzeichnung.

Zuliefererindustrie – Fakten und Trends

  • Umsatz

    Die deutsche Autozulieferindustrie setzte 2013 insgesamt 70 Milliarden Euro um, weltweit machten die 300 größten Unternehmen der Branche einen Umsatz von 720 Milliarden Euro.  

  • Beschäftige

    In Deutschland arbeiten gut 300.000 Menschen für die Zuliefererindustrie. Der Anteil an der Bruttowertschöpfung Deutschlands liegt bei rund vier Prozent.

  • Wachstumsmärkte in Übersee

    Bis 2020 entfällt nahezu 80 Prozent des Branchenwachstums auf die Emerging Markets. Dort werden neue Kapazitäten aufgebaut und lokale Lieferanten-Strukturen gebraucht. Die Zulieferer müssen ihre Preise und Produkte diesen Märkten anpassen.

  • Stagnation in Europa

    In Europa wird die Nachfrage mittelfristig stagnieren. Ein Glück für die Zulieferer bleibt das weltweit überdurchschnittlich wachsende Premiumsegment. Das dürfte dafür sorgen, dass die Produktion in den nächsten Jahren mindestens stabil bleibt.

Da es bei den Lenksystemen keine Überschneidungen mit anderen Gesellschaften im Bosch-Konzern gibt, sollen laut Bosch-Chef Denner keine Arbeitsplätze wegfallen. Vielmehr ist Konstanz angesagt: Ein Änderung der Strategie des Lenksysteme-Herstellers, der zurzeit auf Elektromotoren umstellt, werde es nicht geben, betonte Bosch-Automotive-Chef Wolf-Henning Scheider. Nur der Name wird sich ändern: Das „ZF“ wird bei einer 100-prozentigen Bosch-Tochter wohl ersetzt werden.

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