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Jubiläumsfest in der Krise: Opel macht sich Mut

Der Absatz bröckelt, die Verluste häufen sich. Heute spielt all das bei Oper aber nur eine Nebenrolle: 150 Jahre nach Firmengründung feiert der Autobauer mit Besuchern aus der Region. Doch die Probleme bleiben.

Als erstes Auto rollt der "Lutzmann" im Jahre 1899 in Rüsselsheim aus der Opel-Fabrik. Der Kraftwagen mit 4 PS und Einzylinder-Heckmotor mit Wasserkühlung, nach den Plänen des Dessauer Hofwagenbaumeisters Friedrich Lutzmann ähnelt einer Pferdekutsche. Lutzmann hatte seine 'Anhaltinische Motorenwagenfabrik' zuvor an den erfolgreichen Fahrrad- und Nähmaschinenhersteller Opel verkauft.

Bild: dpa

So gut ist die Stimmung am Opel-Stammsitz Rüsselsheim selten: Die Bänder laufen auf Hochtouren, eine Live-Band spielt Oldies, Kinder fahren begeistert Kart und Tausende Opel-Fans testen ihre Lieblingsautos.

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Zum 150-jährigen Firmenjubiläum gönnt sich der Autobauer eine Auszeit von der Krise. Auch Interims-Chef Thomas Sedran, der derzeit einen Knochenjob hat und vor schmerzhaften Entscheidungen steht, lässt sich an diesem Samstag die gute Laune nicht nehmen: „Wir alle bei Opel können stolz sein auf unser Unternehmen und unsere Autos.“

Fraglich ist nur, wie viele Jubiläen Opel noch feiern wird. Denn die Krise in Südeuropa hat den ohnehin seit Jahren defizitären Autobauer erneut auf Talfahrt geschickt. So leidet Opel schon wieder unter Überkapazitäten - obwohl die Rüsselsheimer vor nicht einmal zwei Jahren ein Werk geschlossen und 8000 Stellen abgebaut haben.

Längst feilt das Management am Zukunftsplan „Drive Opel 2022“, der Wachstum fördern und Kosten senken soll. Doch so einfach ist das nicht. Denn um etwa die Personalkosten zu drücken, muss sich das Management mit der mächtigen Gewerkschaft und dem Betriebsrat einigen. Dabei geht es auch um die Zukunft des Werks Bochum, für dessen Fortbestand der Betriebsrat mit aller Macht kämpfen wird.

Zwar soll auch die Verwaltung verschlankt werden, Experten sind aber davon überzeugt, dass das nicht reichen wird. Opel müsse die Kraft haben, unschöne Entscheidungen zu treffen, um langfristig überleben zu können, betont Autoexperte Stefan Bratzel. Er schätzt, dass der Autobauer mindestens ein, eher zwei Werke schließen müsste, um die Kapazitäten der Nachfrage anzupassen.

Die herausragende Rolle auf dem Weg „zurück in die Champions League“ soll eine Produktoffensive spielen, betont Sedran: „Große Chancen sehen wir bei Kleinwagen - wir werden unter dem Adam noch ein echtes Citycar bringen. Ein Cabrio namens Cascada wird im März 2013 in den Verkauf kommen.“ Der Kleinwagen Adam wird kommende Woche auf dem Pariser Autosalon vorgestellt. Analyst Ian Fletcher von IHS Automotive erwartet, dass Opel mit dem Adam den Modellen Citroën DS3 oder Fiat 500 Konkurrenz machen will.

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