Kältemittel-Streit: Frankreich beendet Zulassungsstopp für Daimler

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Kältemittel-Streit: Frankreich beendet Zulassungsstopp für Daimler

, aktualisiert 25. Juli 2013, 13:23 Uhr
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Das Bedienungsrad der Klimaanlage in einem Coupé von Mercedes-Benz. Autobauer Daimler will das von der EU-Kommission befürwortete Kältemittel R1234yf nicht einsetzen.

Etappensieg für Daimler im Streit um das Klimaanlagen-Kältemittel: Das französische Verwaltungsgericht hat den Zulassungsstopp für einige Mercedes-Modelle ausgesetzt.

Daimler wehrt sich mit Händen und Füßen gegen ein neues, EU-konformes klimafreundliches Kältemittel in Auto-Klimaanlagen. Am Donnerstagmittag hat das Verwaltungsgericht in Versailles überraschend den von Frankreich verhängten Zulassungsstopp für einige Baureihen von Mercedes-Benz ausgesetzt, teilte ein Gerichtsvertreter mit. Die Regierung in Paris, die den Zulassungsstopp mit Wirkung zum 13. Juni für die neuen Mercedes-Benz-Modelle der kompakten A- und B- sowie für den Sportwagen SL verhängt hatte, werde binnen zehn Tagen entscheiden, ob die Blockade weiter verfolgt wird. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass die französische Verwaltung der Meinung des Gerichts folgen wird und unsere Fahrzeuge in Kürze wieder in Frankreich zugelassen werden können", sagte ein Daimler-Sprecher.

Zuvor hatte die "Welt" berichtet, Daimler habe einen Kompromiss vorgeschlagen, um den Streit mit Frankreich möglichst bald beizulegen. Demnach will der Stuttgarter Konzern anbieten, zum Ausgleich für die Verwendung des alten Kältemittels in einen "Umwelt-Topf" einzuzahlen. Auch der Einstieg in den Handel mit CO2-Zertifikaten stünde zur Debatte.

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Seit Mitte Juni weigern sich die französischen Behörden, bestimmte Mercedes-Modelle (unter anderem die neue A- und B-Klasse) zuzulassen. Über die EU wurde dem Konzern mitgeteilt, dass dies an dem unzulässigen Kältemittel liege. Nach einer EU-Richtlinie müssen Autohersteller die Emissionen von Treibhausgasen aus Klimaanlagen deutlich senken. Die Vorschrift sieht dafür das chemische Kältemittel R1234yf der US-Hersteller Honeywell und Dupont vor, das derzeit als einziges die strengeren Auflagen erfüllt. Doch Daimler weigert sich seit September 2012, das Mittel einzufüllen, weil das Mittel bei simulierten Unfällen in Brand geriet, wodurch giftige Stoffe freisetzt werden können. Dass R1234yf deutlich teurer ist als sein Vorgänger, spielt nach Angaben von Daimler keine Rolle.

Bei seinem Protest sieht Daimler Umweltverbände wie Greenpeace und die Deutsche Umwelthilfe hinter sich, die das neue Mittel schon seit langem kritisieren. Auch das Umweltbundesamt und der Berufsverband der Feuerwehr sehen das brennbare R1234yf sehr skeptisch. Außerdem traten neben Daimler auch Audi und BMW aus einem weltweiten Ingenieursgremium aus, das dem Kältemittel grünes Licht gegeben hatte.

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Daimler hatte sich im Juni vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) eine erweiterte Typgenehmigung für seine betroffenen Modelle ausstellen lassen, durch die sie mit dem weniger klimafreundlichen, aber bewährten Kältemittel R134a befüllt werden können. Die anderen Modelle haben ohnehin eine ältere Zulassung und können noch den Vorgänger verwenden.

Obwohl sie theoretisch europaweit gelten, erkannte Frankreich die neuen Zulassungen des KBA nicht an. Die EU-Kommission und Vertreter der EU-Staaten haben Paris vergangene Woche den Rücken gestärkt und erklärt, „Korrekturmaßnahmen“ wie das Zurückziehen von Autos könnten angebracht sein. Eine endgültige Entscheidung aus Brüssel steht aber noch aus.

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