Keine neuen Modelle: Fiat-Chef Marchionne geht volles Risiko

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Keine neuen Modelle: Fiat-Chef Marchionne geht volles Risiko

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Sergio Marchionne - kurzfristig blies der Fiat-Chrysler-Chef alle Termine auf der IAA ab. Drohen dem Konzern neue Probleme?

Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung zeigt Fiat nichts, was man nicht schon gesehen hätte. Chef Marchionne hat sämtliche Neuheiten auf 2015 verschoben. In der Krise brächten neue Modelle eh nichts. Ein riskantes Manöver.

Zur IAA fährt man nicht mit leeren Händen. Ob Elektroantrieb, Cabrio oder SUV - ohne Weltneuheit lässt sich kein großer Hersteller auf der Leitmesse der Autobranche sehen. Nur einer hat nichts: Fiat. Auf dem Messestand der Italiener steht kein neues Modell, während die Konkurrenz trotz oder gerade wegen Europas Absatzflaute die Muskeln spielen lässt. Selbst Konzernchef Sergio Marchionne blies seinen IAA-Besuch völlig überraschend ab und ließ alle Presse-Termine platzen. Drohen dem Konzern etwa neue Probleme? Zumindest ist der Messeauftritt ein Abbild des Fiat-Kurses durch die Krise: Neuheiten und Erfolgsmeldungen muss man mit der Lupe suchen.

Vor allem die Verkaufszahlen der Tochtermarken sind auf dem Heimatkontinent desaströs. Alfa Romeos Absatz brach alleine in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um ein Drittel ein, Lancia verlor ein Viertel. Beide Marken trifft der Modellmangel besonders hart: Lancia hat nur fünf Autos im Programm, Alfa gerade zwei. Der Marktanteil des Konzerns sackte seit 2011 um zwei Prozentpunkte ab. Trotzdem warten die Händler vergeblich auf neue Modelle.

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Absatzkrise Spart Marchionne Fiat kaputt?

Fiat-Chef Sergio Marchionne spielt ein riskantes Spiel. Während die anderen Volumenhersteller trotz Krise mit neuen Modelle aufwarten, streicht er das Portfolio zusammen.

Quelle: dapd

Und ihre Nerven dürften weiter strapaziert werden. Denn Fiat-Chef Marchionne spielt eine riskante Wette: Er setzt darauf, dass die Konkurrenz mit ihren Modelloffensiven während der Flaute ihr Pulver verschießt. Fiat soll mit Neuheiten punkten, sobald die Nachfrage wieder anzieht und die Konkurrenz ältere Modelle im Markt hat. Die notwendigen Körner für die Zwischenzeit soll die profitable US-Tochter Chrysler liefern. Geht die Rechnung auf, könnte Fiat zum Gewinner der Krise werden.

Denn viele Hersteller kalkulieren so: Wer jetzt Marktanteile verliert, muss sie nach der Krise teuer zurückerobern. Also kämpfen die Konzerne mit allen Mitteln um die verbliebenen Kunden. Die schmerzhafte Rabattschlacht in Europa ist die logische Folge. Natürlich mischt auch Fiat dabei mit. Aber Marchionne will zumindest seine neuen Modelle vor diesem „Blutbad“ schützen.
Berater Christoph Stürmer von IHS Automotive hält die Strategie nicht für aussichtslos. „Die Erfahrung zeigt: Sobald Märkte wieder anziehen, geraten Marktanteile häufig schnell in Bewegung“, sagt er. Wenn Fiat also unter anderem seine Produktionskapazitäten halten kann, könnten die Italiener am Ende das Feld von hinten aufrollen.

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