L.A. Auto Show: Hersteller setzen auf kompakte Modelle

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L.A. Auto Show: Hersteller setzen auf kompakte Modelle

von Martin Seiwert

Small is beautiful: Um Autofahrer nicht mit hohen Spritrechnungen zu verprellen, setzen die Konzerne vermehrt auf Kleinwagen. So macht etwa Audi dem BMW Mini mit einem kompakten A3 Konkurrenz.

Das Selbstbewusstsein ist bei Amerikanern allgemein recht gut ausgeprägt – in der Hollywood-Stadt Los Angeles darf es aber immer noch ein bisschen mehr sein. „Die Mutter aller Shows“ prangt derzeit auf Plakaten im Stadtgebiet, und dabei geht es nicht etwa um die nächste Oskar-Verleihung, sondern um die L.A. Autoshow. Sie ist nach der Detroit Motor Show gerade mal die zweitwichtigste Automesse der USA. Im weltweiten Vergleich strahlt die Stadt der Engel noch weniger hell. Allein in dieser Woche konkurriert sie mit zwei Messen von globaler Bedeutung, der Tokyo Motor Show, die am Freitag ihre Pforten öffnet, und die Guangzhou Motor Show in Südchina, die praktisch zeitgleich mit Los Angeles startet.

Aber muss eigentlich alles groß und die Mutter von allem sein? Die deutschen Autobauer kommen mit einer eindeutigen Botschaft nach L.A.: Nein, small is auch ziemlich beautiful. Die Hersteller müssen in allen wichtigen Märkten den Durchschnittsverbrauch ihrer Fahrzeugflotten senken, um den gesetzlichen Auflagen nachzukommen und die Autofahrer nicht mit allzu hohen Spritrechnungen zu verprellen. Dafür brauchen sie Kleinwagen. Außerdem leben immer mehr Menschen in Städten mit wenig Platz, auch dort sind kleinere Autos das Gebot der Stunde.

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Und so weiten die deutschen Premiumhersteller ihr Angebot an kleinen und mittleren Autos immer weiter aus. Pünktlich zum Messestart in Guangzhou und L.A. gab Daimler seinen Einstieg beim chinesischen Autobauer BAIC bekannt, der Daimler nicht nur insgesamt einen besseren Stand in China verschaffen soll. Bei dem Deal haben die Stuttgarter vor allem auch das kompakte Segment im Hinterkopf: Bislang baute Daimler zusammen mit BAIC die großen Modelle C-Klasse, E-Klasse und den Geländewagen GLK. Nun soll das gemeinsame Daimler-BAIC-Werk in China ausgebaut und Platz geschaffen werden für die Produktion des neuen, kompakten Geländewagens GLA und der kleineren Modelle der A- und B-Klasse.

In den USA geht Daimler so weit, dass sich die Tochter Smart in der TV-Werbung über große Geländewagen – mit denen Daimler in den USA immer noch das meiste Geld verdient – lustig machen darf.

Audi präsentiert in Los Angeles mit der US-Version des kompakten A3 einen direkten Konkurrenten zum BMW Mini. Die Ingolstädter vertrauen auf den wachsenden Markt kleiner Premiumfahrzeuge, in den USA ebenso wie in China. Dort wird Audi in diesem Jahr mit der Produktion zweier A3-Varianten beginnen. Laut Audi-China-Chef Dietmar Voggenreiter soll die lokale Produktion Audi in die Lage versetzen, die Wettbewerber BMW und Mercedes beim Preis auszustechen: „Mit den Kompaktwagen erschließen wir neue Kunden und hoffen, dass wir sie ein Leben lang halten können. Langfristig sehen wir besonders im kompakten Premiumsegment hohe Wachstumsraten.“

Auch BMW stellt in L.A. seine besten Kleinen in den Mittelpunkt. Das kompakte Elektroauto i3, für das zum Verkaufsstart in diesen Tagen nochmal kräftig getrommelt wird, und die dritte Generation des BMW Mini, der zeitgleich in Los Angeles und Tokio Premiere feiern wird. Große Veränderungen beim Design wird es beim Mini III nicht geben, eher Verbesserungen im Innenleben. Statt Motoren aus einem Joint Venture mit Peugeot werden künftig in Eigenregie hergestellte Aggregate verbaut, darunter ein neuer Dieselmotor – auch das ein klares Bekenntnis der Bayern zum Ausbau des kompakten Segments.

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Der wohl erstaunlichste Vorstoß ins Kompaktsegment kommt von Porsche: Die Stuttgarter liefern mit der Weltpremiere des kompakten Geländewagens Macan das Messe-Highlight. 2002 war die einstmals reine Luxus-Sportwagenmarke mit dem Porsche Cayenne erfolgreich in das Geländewagensegment eingedrungen. Nun folgt mit dem Macan der zweite Ausbruch aus dem angestammten Feld: Hinein ins Kompaktwagen-Segment und – bei einem angepeilten Absatz von 100.000 Stück pro Jahr – hinaus aus der exklusiven Luxus-Nische. Porsche-Großaktionär Hans-Peter Porsche wird es bei solchen Dimensionen mulmig: „Man kann bei einer Marke wie Porsche“, warnte er unlängst, „die Absatzzahlen nicht beliebig nach oben schrauben, wenn man sie exklusiv halten will“.

Sportlich unterwegs Porsche stellt den Macan in L.A. vor

Porsche stellt auf der Autoshow in Los Angeles den Macan vor. Der ab Frühjahr erhältliche, kompakte SUV soll den Cayenne als Bestseller ablösen und Porsche neue Käufer jenseits der puren Sportwagen-Fans bescheren.

Porsche Macan Geländewagen Quelle: dpa
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