Leoni: Zulieferer kippt Prognose – Aktie rauscht in den Keller

Leoni: Zulieferer kippt Prognose – Aktie rauscht in den Keller

, aktualisiert 13. Oktober 2015, 10:11 Uhr
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Der Autozulieferer Leoni hat seine Prognose revidiert.

Unerwartete Belastungen und eingetrübte Geschäftsaussichten machen dem Zulieferer Leoni zu schaffen. Das Nürnberger Unternehmen musste seine Prognosen für dieses und das nächste Jahr revidieren. Die Anleger straften das Unternehmen ab: Die Aktie rauschte um mehr als 28 Prozent in den Keller.

Der Kabelhersteller und Autozulieferer Leoni ist für seine Gewinnwarnung an der Börse heftig abgestraft worden. Die Aktien verloren am Dienstag im frühen Handel mehr als 28 Prozent an Wert. Die Franken hatten am Vorabend ihre Prognosen für das laufende und das kommende Jahr gekippt. "Die Gewinnwarnung kommt überraschend, nachdem das Unternehmen vor rund drei Wochen noch den Ausblick für 2015 als auch 2016 bestätigt hat", urteilte DZ-Bank-Experte Michael Punzet.

Leoni begründete die Prognosekürzung mit Schwierigkeiten im Geschäft mit Bordnetzen. So müsse das Unternehmen einerseits neue Projekte im laufenden Jahr wegen der akuten Nachfrage der Autobauer schneller hochfahren als geplant, wovon insbesondere die Werke in Rumänien und Serbien betroffen seien. Andererseits erfasst nun auch die Automarktschwäche in China den Zulieferer. Rentable Projekte dort seien früher weggefallen als erwartet, erklärte ein Firmensprecher. Er räumte auch strukturelle Defizite ein: "Wir haben leider noch nicht die Effizienz, wie wir sie haben müssen."

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Womit die Zulieferer zu kämpfen haben

  • Hoher Finanzbedarf

    Immer mehr Innovationen müssen von den Zulieferern selbst kommen. Die Forschungs- und Entwicklungsausgaben steigen dadurch stark an. Die Zulieferer müssen stärker in Vorleistung gehen und tragen damit ein höheres unternehmerisches Risiko.

  • Globalisierung

    Die Autokonzerne bauen immer mehr Werke in Asien oder Mexiko. Damit steigt der Druck auf die Zulieferer, ebenfalls in neue Standorte zu investieren.

  • Benachteiligung von Mittelständlern

    Global agierende Autokonzerne schreiben ihre Aufträge immer öfter für die weltweite Produktion aus. Viele mittelständische Zulieferer können weder die geforderten Stückzahlen herstellen noch den Konzernen einfach ins Ausland nachfolgen.

  • Hoher Preisdruck

    Autokonzerne wie PSA und GM bilden immer öfter Einkaufsgemeinschaften, gleichzeitig steigt die Zahl von Modulbaukästen für die identische Teile in sehr hoher Stückzahl benötigt werden. Beides führt dazu, dass der Preisdruck steigt. Die Zahl der Zulieferer, die das leisten kann, sinkt.

Daher seien 2015 beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) die angepeilten 200 Millionen Euro nicht zu erreichen, teilte Leoni mit. Der Umsatz werde aber wie erwartet bei 4,3 Milliarden Euro liegen. Im kommenden Jahr würden die Erlöse auf nur rund 4,6 anstatt der geplanten 4,8 Milliarden Euro steigen. Die anvisierte operative Marge von sieben Prozent werde deutlich unterschritten. Erst Mitte September hatte Leoni seine Ziele für 2016 wegen des Verkaufs der Hälfte an seinem chinesischen Bordnetz-Werk gesenkt.

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Leoni kündigte an, auf die immer komplexer werdende Steuerung globaler Projekte zu reagieren. Es werde derzeit ein Maßnahmenbündel geschnürt, um die Rendite im Bordnetzgeschäft zu stützen. Details dazu wollen die Nürnberger am 10. November mit der Vorlage ihres Quartalsberichts nennen.

Mit der Gewinnwarnung löste Leoni den heftigsten Kursrutsch in der Unternehmensgeschichte aus. Allein in den ersten 30 Handelsminuten wechselten rund vier Mal so viele Leoni-Papiere die Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag. Mit 38,05 Euro waren sie so billig wie zuletzt vor rund einem Jahr. Die Anleger - durch den Volkswagen -Abgasskandal und schwache China-Absatzzahlen sensibilisiert - verkauften auch Titel anderer Autozulieferer. Continental, Schaeffler ElringKlinger, Hella und Grammer gaben bis zu 3,8 Prozent nach.

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