Lkw-Kartell: Korruptionsaffäre bei MAN brachte das Verfahren ins Rollen

Lkw-Kartell: EU verhängt Rekord-Strafe

Korruptionsaffäre bei MAN brachte das Verfahren ins Rollen

Auch Volvo hatte bereits ein Finanzpolster gebildet. Im Gegensatz dazu hat MAN kein Geld zur Seite gelegt. MAN war einige Jahre zuvor durch eine Korruptionsaffäre erschüttert worden, woraufhin fast der gesamte Vorstand einschließlich Konzernchef Hakan Samuelsson den Hut nehmen musste. Damals wurde das gesamte Unternehmen auf den Kopf gestellt und die internen Regeln guter Unternehmensführung verschärft. In diesem Zusammenhang soll MAN Insidern zufolge damals die EU eingeschaltet haben. Das Unternehmen dulde keine unlauteren Geschäftspraktiken oder gesetzes- beziehungsweise regelwidriges Verhalten, teilten die Münchner am Dienstag mit.

Das 1997 gegründete Kartell war nach Angaben der europäischen Wettbewerbshüter 14 Jahre lang aktiv, es gab Absprachen auf der höchsten Führungsebene. Die meisten Firmen räumen demnach ihre Schuld ein und haben einem Vergleich zugestimmt. Die EU-Kommission minderte die Geldbußen für Volvo/Renault, Daimler und Iveco, weil diese mit der Behörde bei ihren Ermittlungen zusammengearbeitet haben. Gegen Scania laufen die Ermittlungen weiter.

Ermittlungen wegen Preisabsprachen Daimler legt weitere 600 Millionen Euro wegen Kartellverfahren zurück

Daimler legt nach den Lkw-Kartellvorwürfen der EU-Kommission weitere 600 Millionen Euro zurück. Die Kommission verdächtigt Hersteller wie Daimler und die Volkswagen-Tochter MAN der Preisabsprache.

huGO-BildID: 39311433 Ein LKW von Mercedes Benz steht am 19.09.2014 bei der IAA Nutzfahrzeuge auf dem Stand von Daimler in der Messe Hannover (Niedersachsen). Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) für Nutzfahrzeuge zeigen 2.066 Ausstellern aus 45 Ländern vom 25. September bis 02. Oktober ihre Produkte und Innovationen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Der US-Produzent Paccar, dessen Lastwagen unter der Marke DAF fahren, erhielt eine Strafe von rund 753 Millionen Euro. Der schwedische Hersteller Volvo und der französische Konzern Renault, die beim Lkw-Bau zusammenarbeiten, müssen in dem Kartellverfahren insgesamt rund 670 Millionen Euro zahlen. Der italienische Konzern CNH mit seiner Lkw-Marke Iveco muss mit rund 495 Millionen Euro geradestehen. Die Geldbußen aus Brüssel wurden jeweils um zehn Prozent reduziert, weil die Firmen an dem Vergleich beteiligten. Strafmildern berücksichtige die EU-Kommission zudem, wenn die Unternehmen zur Aufklärung beitrugen.

VW, Daimler, Bosch & Co Gibt es ein Stahlkartell in der Autobranche?

Das Bundeskartellamt ermittelt gegen mehrere Autobauer und Zulieferer. Im Raum steht der Verdacht illegaler Absprachen beim Stahl-Einkauf. Den beteiligten Firmen drohen hohe Geldstrafen.

VW-Produktion in Wolfsburg: Trotz allen Leichtbaus ist Stahl nach wie vor ein wichtiges Material in der Autobranche. Quelle: dpa

Die Mitglieder des Kartells haben sich mehrere Formen unerlaubter Zusammenarbeit zuschulden kommen lassen. So haben sie ihre Verkaufspreise für mittelschwere und schwere Lastwagen abgesprochen und sich auch beim Zeitplan für die Einführung von Technologien zur Minderung schädlicher Emissionen verständigt. Die Kosten für diese Technologien gaben sie an ihre Kunden weiter.

EU-Wettbewerbskommissarin Vestager betonte die wirtschaftliche Bedeutung von Lastwagen für den Warentransport in Europa. „Daher kann nicht hingenommen werden, dass MAN, Volvo/Renault, Daimler, Iveco und DAF, die zusammen etwa neun von zehn der in Europa produzierten mittelschweren und schweren LKW stellen, untereinander ein Kartell bilden, anstatt miteinander zu konkurrieren.“

Anzeige

Die bisher höchste Kartellstrafe von 1,4 Milliarden Euro verhängte die EU-Kommission 2012 gegen die Hersteller von Bildröhren für Fernsehgeräte und Computermonitore.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%