ZF Friedrichshafen: Machtkampf vor Eskalation?

Machtkampf bei Autozulieferer: ZF-Aufsichtsrat berät über Chefwechsel

, aktualisiert 04. Dezember 2017, 13:07 Uhr

Bei ZF geht der Machtkampf mit der Stadt Friedrichshafen in die nächste Runde: Ein neuer Aufsichtsratsvorsitzender ist zwar gefunden – aber auch ein baldiger Chefwechsel steht im Raum.

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Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender der ZF Friedrichshafen AG.

Nach der Rücktritts-Ankündigung von ZF-Aufsichtsratschef Giorgio Behr spitzt sich der Machtkampf bei dem Autozulieferer zu: Der Aufsichtsrat ist noch am Montag zu einer außerordentlichen Sitzung zusammengekommen. Dabei wurde ein Nachfolger für Behr gefunden: Der frühere VW-Manager Franz-Josef Paefgen, der sei 2008 in dem Gremium sitzt, ist nun der neue Vorsitzende des ZF-Aufsichtsrats.

Medienberichten zufolge könnte der Aufsichtsrat aber auch über die Zukunft von ZF-Vorstandschef Stefan Sommer entscheiden.

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Hintergrund des Machtkampfs sind den Berichten zufolge Differenzen mit der Stadt Friedrichshafen, deren Oberbürgermeister Andreas Brand die Zeppelin-Stiftung als Haupteigentümer von ZF im Aufsichtsrat vertritt. Nach dem Willen der Stiftung soll das Unternehmen künftig 18 Prozent seines Gewinns nach Steuern an sie abführen.

Zudem geht es dem Vernehmen nach um die Ausrichtung des Unternehmens. Vorstandschef Sommer hatte bei ZF in der Vergangenheit eine deutliche Expansionsstrategie vorangetrieben. 2015 übernahm der Autozulieferer beispielsweise den US-Konkurrenten TRW Automotive. Teilen des Aufsichtsrats gehen die Zukäufe womöglich zu schnell.

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Produktion des Autozulieferer ElringKlinger Quelle: dpa

Nach einem früheren Bericht des „Wall Street Journal“ hatte sich das Gremium beispielsweise gegen Pläne des Vorstands für eine Übernahme des Wabco-Konzerns aus Belgien ausgesprochen.

Aufsichtsratschef Behr hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass er sein Amt mit einer vierwöchigen Frist niederlegen werde. Aus dem Umfeld des Unternehmens hieß es, Behr habe Veränderungen nicht im Wege stehen wollen. Worum es konkret geht, ist offen. Zuvor war zudem bekannt geworden, dass ZF und Entwicklungsleiter Harald Naunheimer künftig ebenfalls getrennte Wege gehen.

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