Matthias Müller: Porsche-Chef will VW-Boss Winterkorn nicht beerben

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Matthias Müller: Porsche-Chef will VW-Boss Winterkorn nicht beerben

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Porsche-Chef Müller sieht sich nicht als Winterkorn-Nachfolger.

Porsche-Chef Matthias Müller hat kein Interesse am Job von VW-Chef Martin Winterkorn. „Ich bin kein potenzieller Nachfolger für Herrn Dr. Winterkorn“, sagte Müller. Er sei zu alt für den Job.

Porsche-Chef Matthias Müller hat Spekulationen über einen möglichen Wechsel an die Spitze des Mutterkonzerns Volkswagen eine Absage erteilt. "Ich bin kein potenzieller Nachfolger für Herrn Doktor Winterkorn", sagte Müller im Wirtschaftspresseclub Stuttgart.

Der aktuelle Vertrag von VW-Konzernchef Martin Winterkorn läuft bis Ende 2016. Müller sagte, es sei keine Lösung, wenn dann ein 63-Jähriger die Führung von VW übernehme: "Ich bin zu alt für den Job". In einigen Medien war der ehemalige Audi-Manager Müller, der Porsche seit 2010 führt, als Kandidat für die Winterkorn-Nachfolge gehandelt.

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Porsche ist nach Audi im VW-Konzern der zweitgrößte Gewinnbringer. Von Januar bis September steuerte der Sport- und Geländewagenhersteller aus Stuttgart ein Fünftel zum Konzernergebnis von rund 9,4 Milliarden Euro bei, während Porsche am gesamten Absatz nur einen Anteil von zwei Prozent hatte.

Die Volkswagen-Tochter hat vor allem mit ihrem neuen Geländewagen Macan im vergangenen Jahr den Absatz kräftig gesteigert. Insgesamt seien 189.850 Neuwagen an die Kunden ausgeliefert worden, 17 Prozent mehr als im Vorjahr, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Allein vom Viertürer Macan verkauften die Stuttgarter im Jahr seiner Einführung weltweit 45.000 Stück. Drei von vier Macan-Käufer hätten sich erstmals einen Porsche angeschafft und seien zuvor Kunden von BMW, Daimler und anderen Konkurrenten gewesen, sagte Müller.

Wie die VW-Sparten 2013 abgeschnitten haben

  • Volkswagen Pkw

    Die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns litt im Jahr 2013 unter der Absatzschwäche. Mit 4,7 Millionen verkauften Fahrzeugen schrumpfte der Absatz um 2,2 Prozent. Der Umsatz ging sogar um 4,4 Prozent zurück. Immerhin erwirtschaftet die Kernmarke noch ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro.

  • Audi

    Die Premiumtochter aus Ingolstadt konnte die Verkäufe steigern. Mit 1,35 Millionen verkauften Fahrzeugen steht unterm Strich ein Plus von 3,85 Prozent. Auch der Umsatz legte leicht auf 49,88 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht trotzdem ein deutlicher Rückgang beim Profit um rund 6,3 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro.

  • Seat

    Das spanische Sorgenkind kommt bei den Verkaufszahlen wieder auf die Beine. 459.000 Fahrzeuge verkauften die Spanier im Jahr 2013 - ein Plus von rund sieben Prozent. Auch der Umsatz legt um rund sechs Prozent auf 6,87 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht aber immer noch ein Verlust von 152 Millionen Euro, der immerhin um vier Millionen Euro reduziert wurde.

  • Skoda

    Mit günstiger VW-Technik konnte die tschechische Tochter in den vergangenen Jahren die Kunden locken. Im Jahr 2013 lief es schlechter. Mit 719.000 verkauften Fahrzeugen ging der Absatz um 1,2 Prozent zurück. Der Umsatz fiel ebenfalls leicht schlechter aus und beträgt nun 10,32 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis hat das deutliche Spuren hinterlassen. Der Gewinn beträgt 522 Millionen Euro und damit satte 26,7 Prozent weniger.

  • Porsche

    Die Profitmaschine aus Zuffenhausen treibt erstmals das operative Ergebnis des VW-Konzerns an. Seit der Integration im August 2012 hat der Sportwagenbauer einen Profit von 1,46 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Umsatz beträgt nun 7,03 Milliarden Euro. Der Absatz von Porsche wurde auf 78.000 Fahrzeuge taxiert.

  • Bentley

    Bald soll die Luxus-Autoschmiede einen Nobel-SUV an den Start bringen. 2013 legt der Absatz um 21 Prozent auf 11.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Auch beim Umsatz steht bei 1,68 Milliarden Euro ein Plus von 15,5 Prozent. Der Gewinn der britischen Nobeltochter legt um satte 68 Prozent auf 168 Millionen Euro zu.

  • Lamborghini und Bugatti

    Die Ergebnisse der beiden Ultraluxus-Sparten werden im Volkswagen-Halbjahresbericht nicht gesondert ausgewiesen. Der Absatz kann bei Lamborghini um 5,1 Prozent auf 1166 verkaufte Fahrzeuge zulegen. Die französischen Ultrasportwagen von Bugatti wurden im ersten Halbjahr ganze 16 Mal verkauft.

  • VW Nutzfahrzeuge

    Die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns schwächelt weiter. Der Absatz stagniert bei 436.000 verkauften Fahrzeugen. Der Umsatz schrumpft ebenfalls leicht auf 9,37 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legt dagegen um 6,4 Prozent zu auf 448 Millionen Euro.

  • MAN

    Mit einem Beherrschungsvertrag sitzt VW längst auch bei den Münchnern am Steuer. Der Absatz des Lkw-Bauers legt im Gesamtjahr 2013 leicht auf 140.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Der Umsatz sinkt dagegen leicht auf 15,86 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis steht unterm Strich ein Gewinn von 319 Millionen Euro - ein Rückgang um satte 61 Prozent.

  • Scania

    Die schweren Schweden verkaufen wieder mehr. Mit 80.000 verkauften Lkw steigt der Absatz um 19,4 Prozent, auch der Umsatz legt um 11,2 Prozent auf 10,36 Milliarden Euro zu. Mit 974 Millionen Euro ist das operative Ergebnis rund 4,7 Prozent besser als im Vorjahr.

  • VW Finanzdienstleistungen

    Mit einem Umsatzplus von 10,8 Prozent leistet die Finanztochter des VW-Konzerns mittlerweile einen ordentlichen Beitrag zum Konzernergebnis. Das operative Ergebnis legt im Jahr 2013 um 17,5 Prozent auf 1,86 Milliarden Euro zu.

Den stärksten Zuwachs erreichte Porsche in China, wo mit fast 47.000 rund ein Viertel mehr Sport- und Geländewagen zu den Kunden rollten. Am Heimatmarkt Deutschland steigerte die VW-Marke den Absatz um gut 15 Prozent. Der Sportwagenbauer blickt nach Worten Müllers mit Zuversicht ins neue Jahr. Vermutlich werde die ursprünglich erst für 2018 angepeilte Marke von 200.000 Fahrzeugen beim Absatz schon 2015 geknackt.

Sportwagen-Nachfrage stagniert

Auf längere Sicht bereitet Porsche jedoch Sorgen, dass die Nachfrage nach Sportwagen weltweit auf hohem Niveau stagniert, während die Konkurrenz immer härter wird. Der alternden Kundschaft falle das Ein- und Aussteigen in die Sportflitzer schwer, vermutete Müller als einen Grund.

Wenn Porsche jüngere Kunden gewinnen will, müsste die bisherige Untergrenze beim Preis von 50.000 Euro mit neuen Modellen womöglich unterschritten werden. "Ich habe die Idee nicht verworfen", sagte Müller. Doch gebe es im Unternehmen Bedenken, mit einem Porsche für 40.000 Euro das Image der Nobelmarke zu beschädigen. Kontrovers werde auch diskutiert, wie stark der Absatz noch weiter steigen könne, ohne die Exklusivität zu gefährden.

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Durch Trends wie das Vernetzen von Autos mit Kommunikationstechnologie oder die schärferen Klimaschutzauflagen in der EU wachse der Kostendruck, erklärte Müller. Die rekordhohe Rendite von zuletzt 17 bis 18 Prozent operativem Gewinn vom Umsatz könne wegen der damit notwendigen Investitionen auch mal auf 13 Prozent zurückgehen. Geplant sei jedoch, 15 Prozent über einen Zeitraum von fünf Jahren zu halten.

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