Mercedes-Benz: Daimler verdient prächtig – und erwartet schwächeres Wachstum

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Mercedes-Benz: Daimler verdient prächtig – und erwartet schwächeres Wachstum

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Mercedes-Benz und der Daimler-Konzern haben 2015 sehr gut abgeschnitten.

2015 war ein Rekordjahr für den Daimler-Konzern. Die Stuttgarter haben bei Absatz, Umsatz und Ergebnis neue Bestwerte erreicht. Für das laufende Jahr ist Daimler-Chef Zetsche aber zurückhaltender.

Daimler hat im vergangenen Jahr einen Rekordgewinn eingefahren. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) stieg 2015 gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent auf 13,8 Milliarden Euro, wie der Autobauer am Donnerstag mitteilte. Der Konzernumsatz stieg um 15 Prozent (bereinigt um Wechselkurseffekte neun Prozent) auf 149,5 Milliarden Euro. Unterm Strich verdiente der Autokonzern 8,6 Milliarden Euro – fast ein Viertel mehr als im Vorjahr.

„2015 war ein gutes Jahr für Daimler“, zog Vorstandschef Dieter Zetsche Bilanz. Daimler habe erneut Bestwerte bei Absatz, Umsatz und Ergebnis erreicht. „Wir wissen aus eigener Erfahrung: Es ist schwer, an die Spitze zu kommen. Aber es ist noch schwerer, vorne zu bleiben. Das ist unser Anspruch: Daimler gehört dauerhaft an die Spitze“, so Zetsche weiter.

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Wie Daimler 2015 abgeschnitten hat

  • Konzern

    Absatz: 2,9 Millionen Fahrzeuge(2014: 2,5 Millionen Fahrzeuge)

    Umsatz: 149,5 Milliarden Euro (2014: 129,9 Milliarden Euro)

    Ebit: 13,5 Milliarden Euro (2014: 10,8 Milliarden Euro)

    Überschuss nach Steuern: 8,9 Milliarden Euro (2014: 7,3 Milliarden Euro)

    Dividende: 3,25 Euro je Aktie (2014: 2,45 Euro je Aktie)

    Quelle: Geschäftsbericht Daimler

  • Mercedes-Benz Cars

    Absatz: 1,99 Millionen Fahrzeuge (2014: 1,722 Millionen Fahrzeuge)

    Umsatz: 83,8 Milliarden Euro (2014: 73,6 Milliarden Euro)

    Ebit: 8,226 Milliarden Euro (2014: 5,853 Milliarden Euro)

    Umsatzrendite: 9,8 Prozent (2014: 8,0 Prozent)

  • Mercedes-Benz Trucks

    Absatz: 502.500 Fahrzeuge (2014: 495.700 Fahrzeuge)

    Umsatz: 37,6 Milliarden Euro (2014: 32,4 Milliarden Euro)

    Ebit: 2,576 Milliarden Euro (2014: 1,878 Milliarden Euro)

    Umsatzrendite: 6,9 Prozent (2014: 5,8 Prozent)

  • Mercedes-Banz Vans

    Absatz: 321.000 Fahrzeuge (2014: 294.600 Fahrzeuge)

    Umsatz: 11,5 Milliarden Euro (2014: 10,0 Milliarden Euro)

    Ebit: 0,9 Milliarden Euro (2014: 0,682 Milliarden Euro)

    Umsatzrendite: 7,8 Prozent (2014: 6,8 Prozent)

  • Daimler Buses

    Absatz: 28,100 Fahrzeuge (2014: 33.200 Fahrzeuge)

    Umsatz: 4,1 Milliarden Euro (2014: 4,2 Milliarden Euro)

    Ebit: 0,214 Milliarden Euro (2014: 0,197 Milliarden Euro)

    Umsatzrendite: 5,2 Prozent (2014: 4,7 Prozent)

  • Daimler Financial Services

    Verleaste oder finanzierte Fahrzeuge: 3,7 Millionen Fahrzeuge (2014: 3,3 Millionen Fahrzeuge)

    Gesamtes Vertragsvolumen: 116,7 Milliarden Euro (2014: 99,0 Milliarden Euro)

    Ebit: 1,619 Milliarden Euro (2014: 1,387 Milliarden Euro)

    Eigenkapitalrendite: 18,3 Prozent (2014: 19,4 Prozent)

Das Unternehmen schnitt damit in etwa so ab wie von Analysten erwartet: Von Reuters befragte Experten hatten ein bereinigtes Ebit von 13,8 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 147,6 Milliarden Euro vorhergesagt. Die Rekordzahlen hatten an der Börse jedoch weniger Einfluss als der vorsichtige Ausblick. Die Aktien fielen in der Spitze um 5,4 Prozent auf 59,54 Euro und waren größter Verlierer im Leitindex Dax. Sie notierten damit auf dem niedrigsten Stand seit mehr als fünfzehn Monaten.

Die Jahreszahlen für 2015 bezeichneten die meisten Analysten zwar als solide. „Ein paar Kennziffern sind besser, einige genau wie erwartet oder etwas schlechter“, fasste Equinet-Analyst Holger Schmidt zusammen. Doch die leiseren Töne Daimlers mit Blick auf das China-Geschäft kamen bei Börsianern nicht gut an.

Insgesamt hat der Konzern 2,9 Millionen Fahrzeuge verkauft, zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Den größten Anteil und Anstieg hat die Auto-Sparte Mercedes-Benz Cars mit 1,99 Millionen Fahrzeugen (plus 16 Prozent), auch die Van-Sparte konnte um neun Prozent auf 321.000 Fahrzeuge zulegen.

Daimler erwartet langsameres Wachstum

Wegen des schwachen Markts in Lateinamerika fiel das Wachstum bei der Truck-Sparte mit einem Prozent deutlich geringer aus als erwartet, im Bus-Geschäft ging der Absatz nach einem guten Jahresstart sogar zurück – auch hier drückte die „ausgeprägte Schwäche“ der Märkte für Busfahrgestellen in Lateinamerika auf die Verkäufe.

Daimler-Jahreszahlen Wann endet die Erfolgswelle von Dr. Z.?

2015 war ein sehr gutes Jahr für Daimler, Analysten rechnen mit fetten Milliarden-Gewinnen. Der Erfolg ist vor allem Vorstandschef Dieter Zetsche zu verdanken – und das ist zugleich das größte Risiko für den Konzern.

Zetsche ist Daimler's Macher. Quelle: REUTERS

„Die Ergebnisentwicklung im Daimler-Konzern über die vergangenen Jahre zeigt anschaulich, dass unsere Strategie greift und wir profitabel wachsen“, sagte Finanzvorstand Bodo Uebber. „Das Ebit aus dem laufenden Geschäft haben wir gegenüber 2014 um gut ein Drittel gesteigert, gegenüber 2010 hat sich das Ergebnis sogar fast verdoppelt. Der Umsatz hat in den vergangenen fünf Jahren um mehr als 50 Prozent zugelegt.“

An dem erfolgreichen Geschäftsjahr sollen auch die Aktionäre beteiligt werden. Vorstand und Aufsichtsrat wollen der Hauptversammlung am 6. April die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 3,25 Euro pro Aktie vorschlagen – vor einem Jahr waren es noch 2,45 Euro. „Wir lassen die Aktionäre mit der nochmals gesteigerten und somit höchsten Gewinnbeteiligung der Daimler AG wie gewohnt am Erfolg des Unternehmens teilhaben und drücken damit unsere Zuversicht über den weiteren Geschäftsverlauf aus“, sagte Uebber.

2016 rechnet Daimler allerdings mit einem schwächeren Wachstum als im vergangenen Jahr. Umsatz und operativer Gewinn dürften leicht zunehmen, wie der Konzern in Stuttgart mitteilte. Nach der Lesart von Daimler bedeutet das ein Plus von 2,5 bis zehn Prozent. „Alles deutet darauf hin, dass 2016 ein weiteres gutes Jahr für Daimler wird“, sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche laut Mitteilung. „Aber Erfolge muss man sich immer wieder neu erarbeiten.“ Der Absatz werde erneut deutlich steigen – allerdings nicht so stark wie im Jahr 2015. Im vergangenen Jahr hatte Zetsche eine deutliche Steigerung vorausgesagt.

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