Mercedes-Benz: Daimler verdient vier Milliarden Euro im Quartal

Mercedes-Benz: Daimler verdient vier Milliarden Euro im Quartal

Mercedes-Benz hat im ersten Halbjahr so viele Autos verkauft wie noch nie. Dennoch ging der Betriebsgewinn in der Auto-Sparte des Daimler-Konzerns leicht zurück – unter anderem wegen der neuen E-Klasse.

Der Autobauer Daimler hat seinen Betriebsgewinn im zweiten Quartal gesteigert. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei auf 3,97 Milliarden Euro von 3,76 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum geklettert, teilte der Konzern am Montagabend in einer Pflichtveröffentlichung mit.

Daimler konnte Rückgänge im Auto- und Lkw-Geschäft durch Zugewinne in der Transporter-Sparte Vans, im Busgeschäft und bei der Finanztochter mehr als ausgleichen. Das Ergebnis liege deutlich über den Markterwartungen, erklärte der Konzern.

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In der Autosparte Mercedes-Benz Cars ging der Gewinn trotz des Rekordabsatzes im ersten Halbjahr leicht zurück. Das bereinigte Ergebnis verringerte sich im zweiten Quartal auf 2,21 von 2,23 Milliarden Euro. Daimler bekommt unter anderem den Modellwechsel bei der E-Klasse zu spüren – dem traditionell größten Gewinnbringer des Konzerns. Das neue Modell kommt erst im zweiten Halbjahr auf den Markt. Vor Modellwechseln halten sich Kunden oft mit Bestellungen zurück, die aktuelle Generation muss teilweise mit Rabatten verkauft werden.

Wie Daimler 2015 abgeschnitten hat

  • Konzern

    Absatz: 2,9 Millionen Fahrzeuge(2014: 2,5 Millionen Fahrzeuge)

    Umsatz: 149,5 Milliarden Euro (2014: 129,9 Milliarden Euro)

    Ebit: 13,5 Milliarden Euro (2014: 10,8 Milliarden Euro)

    Überschuss nach Steuern: 8,9 Milliarden Euro (2014: 7,3 Milliarden Euro)

    Dividende: 3,25 Euro je Aktie (2014: 2,45 Euro je Aktie)

    Quelle: Geschäftsbericht Daimler

  • Mercedes-Benz Cars

    Absatz: 1,99 Millionen Fahrzeuge (2014: 1,722 Millionen Fahrzeuge)

    Umsatz: 83,8 Milliarden Euro (2014: 73,6 Milliarden Euro)

    Ebit: 8,226 Milliarden Euro (2014: 5,853 Milliarden Euro)

    Umsatzrendite: 9,8 Prozent (2014: 8,0 Prozent)

  • Mercedes-Benz Trucks

    Absatz: 502.500 Fahrzeuge (2014: 495.700 Fahrzeuge)

    Umsatz: 37,6 Milliarden Euro (2014: 32,4 Milliarden Euro)

    Ebit: 2,576 Milliarden Euro (2014: 1,878 Milliarden Euro)

    Umsatzrendite: 6,9 Prozent (2014: 5,8 Prozent)

  • Mercedes-Banz Vans

    Absatz: 321.000 Fahrzeuge (2014: 294.600 Fahrzeuge)

    Umsatz: 11,5 Milliarden Euro (2014: 10,0 Milliarden Euro)

    Ebit: 0,9 Milliarden Euro (2014: 0,682 Milliarden Euro)

    Umsatzrendite: 7,8 Prozent (2014: 6,8 Prozent)

  • Daimler Buses

    Absatz: 28,100 Fahrzeuge (2014: 33.200 Fahrzeuge)

    Umsatz: 4,1 Milliarden Euro (2014: 4,2 Milliarden Euro)

    Ebit: 0,214 Milliarden Euro (2014: 0,197 Milliarden Euro)

    Umsatzrendite: 5,2 Prozent (2014: 4,7 Prozent)

  • Daimler Financial Services

    Verleaste oder finanzierte Fahrzeuge: 3,7 Millionen Fahrzeuge (2014: 3,3 Millionen Fahrzeuge)

    Gesamtes Vertragsvolumen: 116,7 Milliarden Euro (2014: 99,0 Milliarden Euro)

    Ebit: 1,619 Milliarden Euro (2014: 1,387 Milliarden Euro)

    Eigenkapitalrendite: 18,3 Prozent (2014: 19,4 Prozent)

In der Lkw-Sparte leiden die Stuttgarter unter schwachen Geschäften in Nordamerika, Brasilien und im Nahen Osten. Der bereinigte Betriebsgewinn ging im zweiten Quartal auf 661 Millionen Euro (Vorjahr: 717 Millionen Euro) zurück.

Mercedes-Benz Vans verdoppelte den bereinigten Betriebsgewinn nahezu auf 462 Millionen Euro, die Finanzsparte Daimler Financial Services erhöhte den bereinigten Betriebsgewinn auf 479 Millionen Euro – statt 445 Millionen Euro.

Daimler-Vorstand Ola Källenius "Ein Auto kauft man nicht wie ein Hemd"

Ola Källenius gilt als mutmaßlicher Kronprinz von Daimler-Chef Dieter Zetsche. Im Interview spricht der Vertriebsvorstand über intelligente Autos, das Silicon Valley und wie er den Mercedes-Handel digitaler machen will.

Daimlers mutmaßlicher Kandidat für die Nachfolge von Dieter Zetsche und derzeitiger Vertriebsvorstand Ola Källenius. Quelle: Pedro Guimaraes für WirtschaftsWoche

Nicht enthalten sind in diesen Zahlen zahlreiche Sonderbelastungen. So fallen bei Mercedes-Benz Cars Kosten von 440 Millionen Euro für den Rückruf von Autos mit potenziell defekten Airbags des japanischen Zulieferers Takata, in der Transporter-Sparte Vans sind es weitere 59 Millionen Euro. Weltweit stehen mindestens elf Todesfälle mit defekten Aufblasvorrichtungen von Takata in Verbindung, die meisten davon in den USA. Manche Airbags können bei anhaltend hoher Feuchtigkeit bei einem Aufprall mit zu viel Kraft explodieren, wodurch Fahrzeuginsassen von Splittern getroffen werden können. Bereits im Mai hatte Daimler daher vor Belastungen im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich gewarnt. Für Aufwendungen im Zusammenhang mit rechtlichen Verfahren verbuchte Daimler eine Sonderbelastung von 400 Millionen Euro, ohne dies zunächst näher zu erläutern.

Die Prognose für das Gesamtjahr bekräftigte Daimler. Das um Sonderfaktoren bereinigte Konzern-Ebit werde 2016 leicht steigen.

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