Microsharing-Gruppe: Volvo kontert Audi mit neuem Carsharing-Konzept aus

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Microsharing-Gruppe: Volvo kontert Audi mit neuem Carsharing-Konzept aus

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Der Volvo XC90 in Los Angeles.

von Franz W. Rother

Vorführwagen deutscher Händler können ab Herbst über das Handy gemietet werden. Der Volvo-Chef sagt, das Unternehmen habe die besten Jahre noch vor sich. Ein neuer Verkaufsrekord ist in Sicht.

„Auto unite“ heißt das innovative Carsharing-Konzept, das Audi kürzlich in Schweden gestartet hat: Bis zu fünf Personen können sich hier ein oder zwei Jahre lang ein Auto tauschen und dabei - je nach Mobilitätsbedarf – das Modell wechseln. Über das iPhone und eine App organisiert sich die Microsharing-Gruppe selbst.
Nun schlagen die Schweden mit einem eigenen innovativen Carsharing-Angebot zurück – in Deutschland, versteht sich: Ab März kommenden Jahres werden deutsche Volvo-Händler einen Teil ihrer Vorführwagen mit einer speziellen Technik ausstatten, die das Öffnen und Starten des Autos über ein Smartphone erlaubt. Das Handy muss mit einem NFC-Chip für Kurzstreckenfunk ausgestattet sein und der Teilnehmer muss sich zuvor registriert haben – dann steht der Fahrt für eine Stunde, aber auch über Tage oder Wochen hinweg nichts mehr im Wege. Abgerechnet wird über das Handy nach Leihdauer und zurückgelegten Kilometern.

Fakten zum Volvo-Baukasten

  • Ausgangslage

    Von 1999 bis 2010 gehörte Volvo zum Ford-Konzern. In dieser Zeit basierten die neuen Modelle der Schweden auf Plattformen der US-Mutter, etwa dem Ford Focus oder dem hierzulande nicht verkauften Ford Taurus. Als der chinesische Konzern Geely Volvo im Jahr 2010 übernahm, konnten sie die Ford-Technik nicht weiter nutzen, weshalb ein eigenes System entwickelt wurde.

  • Grundgedanke

    Volvo nennt seinen Baukasten „skalierbare Produkt-Architektur“, kurz SPA. Auf dieser Architektur sollen künftig alle größeren Modelle ab der 60er Baureihe basieren. Sie teilen sich sämtliche Motoren (ausschließlich Vierzylinder mit zwei Litern Hubraum) und viele Teile des Fahrwerks. So sollen die Kosten bei Entwicklung und Produktion gesenkt werden und langfristig auch die Margen steigen.

  • Kosten

    Für die Entwicklung der Architektur und die Umrüstung der Produktionsanlagen auf die neue Technik hat Volvo insgesamt rund 75 Milliarden schwedische Kronen, rund acht Milliarden Euro, ausgegeben.

  • Technische Umsetzung

    Nur ein Maß – der Abstand zwischen Vorderachse und A-Säule – ist festgelegt, alle anderen Maße sind flexibel. So können teure Bauteile wie die Motoren oder die Elektro-Einheit des Hybridantriebs in unterschiedlich großen Autos verwendet werden, von der Mittelklasse-Limousine S60 bis hin zum großen SUV XC90.

  • Modelle

    Der XC90 hat den Anfang gemacht, inzwischen ist die 90er-Baureihe komplett: Volvo bietet neben dem SUV XC90 auch die Limousine S90, den Kombi V90 und den Offroad-Kombi V90 Cross Country an. Die bisherigen Modelle S80 und V70 wurden durch die 90er-Modelle ersetzt. In der Mittelklasse hat ebenfalls das SUV den Anfang gemacht, der XC60. Die Limousine S60 und Kombi V60 folgen bald.

„Es reicht heute nicht mehr, nur Autos zu bauen – wir müssen Mobilitätsanbieter werden“, sagte Hakan Samuelsson, der Vorstandschef von Volvo Car, bei der Vorstellung des Konzepts in Köln. Volvo hofft, durch Carsharing Menschen mit Mobilitätsbedürfnisse für die Marke Volvo zu gewinnen – für den Tag, an dem sie sich entscheiden, ein eigenes Auto zu kaufen. „Einen Peak-Auto sehe ich noch lange nicht“. Die Nachfrage nach Pkw werde weltweit noch viele Jahre steigen. Ein nachlassendes Interesse junger Menschen am Auto vermag Samuelsson jedenfalls nicht entdecken. Er zog dabei einen Vergleich zum Immobilienmarkt: „Wenn sich junge Menschen kein Eigenheim leisten können, heißt das noch lange nicht, dass sie diese Wohnform prinzipiell ablehnen.“

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Der Volvo-Chef geht jedenfalls davon aus, dass sein Unternehmen die besten Jahre noch vor sich hat. Samuelsson hat das Ziel ausgegeben, bis zum Jahr 2020 den weltweiten Absatz auf 800.000 Autos zu steigern. Zum Vergleich: Bis zum Ende des laufenden Jahres werden die Schweden dank eines zweistelligen Wachstums unter anderem in China und Europa knapp 470.000 Neuwagen verkaufen und damit ein neues Rekordvolumen erzielen. Das beste Verkaufsjahr für Volvo war bisher 2007 mit einem Absatz von rund 458.000 Fahrzeugen. In Deutschland verkauft Volvo in diesem Jahr voraussichtlich rund 32.000 Autos, was einem Marktanteil von etwas mehr als ein Prozent entspricht. Thomas Bauch, der neue Geschäftsführer von Volvo Deutschland, hat den Auftrag, bis 2020 den Marktanteil zu verdoppeln.

Den Grundstock dafür soll der neue Volvo XC90 legen, ein SUV im Format XXL. Mit der Resonanz auf das neue Auto, das vom früheren VW- und Skoda-Designer Thomas Ingenlath gestaltet wurde, ist Marketingchef Alain Visser mehr als zufrieden. Die 1927 Exemplare der 90.200 Euro teuren First Edition (Visser: „Das teuerste Auto, das wir jemals angeboten haben“) waren innerhalb von 47 Stunden verkauft. Immerhin 127 Stück wurden nach Deutschland verkauft. Und die Planung für den Vorverkauf des XC90 musste nach oben korrigiert werden: Obwohl das Modell erst im kommenden Frühjahr zu den Händlern kommt, sind bereits deutlich über 5000 Autos bestellt. Für das Gesamtjahr 2015 rechnet Visser nun mit einem Verkauf von 45.000 Autos des Typs XC90. Und was Visser besonders freut: Die meisten Kaufinteressenten fahren derzeit noch Autos der deutschen Premiummarken Audi, BMW oder Mercedes. Samuelsson: „Wir sind auf dem richtigen Weg.“

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