Milliarden-Sparprogramm: Winterkorn will keine VW-Werke schließen

Milliarden-Sparprogramm: Winterkorn will keine VW-Werke schließen

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VW-Hauptwerk in Wolfsburg: Keine Werkschließungen wegen des Sparprogramms

Volkswagen-Chef Martin Winterkorn hat trotz des angekündigten Sparprogramms in Milliardenhöhe seinen Werken einen Bestandsschutz gewährt. Gespart werden soll an anderer Stelle – ohne symbolträchtige Aktionen.

VW-Chef Martin Winterkorn will als Teil des Sparprogramms beim deutschen Autobauer keine Werke schließen. "Manche vermissen vielleicht die großen, symbolträchtigen Aktionen", sagte Winterkorn laut dem Branchenmagazin "Automobilwoche" vor VW-Führungskräften. "Aber ich sage: Wir werden keine Werke schließen." Mit diesem Machtwort trat der VW-Boss auch in der Belegschaft aufkommenden Sorgen entgegen, wonach mit dem neuen Effizienzprogramm des Autobauers tiefe Einschnitte an den Standorten einhergehen könnten.

In den kommenden Jahren sollen die Kosten allein bei der Hauptmarke VW um fünf Milliarden Euro gesenkt werden. "Bei den anderen Marken sind ähnlich anspruchsvolle Programme auf dem Weg", so Winterkorn. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hatte jüngst gesagt, man sei gar "in der Lage, wesentlich mehr als fünf Milliarden Euro zu sparen – da muss man nicht über Personal diskutieren." Insidern zufolge will Volkswagen die Ausgaben über alle zwölf Marken hinweg um insgesamt zehn Milliarden Euro drücken.

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Volkswagen, Mercedes und BMW haben milliardenschwere Sparprogramme angekündigt. Zwar laufen die Geschäfte aktuell besser denn je - doch das wird sich bald ändern.

Quelle: dpa/Montage

Derzeit läuft in vielen Teilen des Konzerns die Suche nach weiterem Optimierungspotenzial. Laut dem Bericht kündigte VW-Entwicklungschef Heinz-Jakob Neußer intern an, bei den VW-Kleinwagen "die Anzahl an Radständen intelligent reduzieren, Beschaffungsvolumen bündeln und Bauteile stärker lokalisieren". Damit sollen margenschwache Modelle wie der VW Polo kostengünstiger entwickelt und produziert werden können.

Sparprogramme der deutschen Autobauer

  • VW für Marke Volkswagen

    VW-Chef Martin Winterkorn will bis 2017 fünf Milliarden Euro pro Jahr sparen, da er sonst die Wettbewerbsfähigkeit und die Produktivität seines Konzern in Gefahr sieht. 2018 sollen sechs Prozent Umsatzrendite in den Büchern stehen, 2013 kamen nur 2,9 Prozent zusammen. Winterkorn hatte das Ziel ausgegeben bis 2018 Weltmarkführer werden zu wollen, die Rendite ist wichtiger Teil der Strategie. Sparen will Winterkorn beim Einkauf sowie geringeren Investitionen und Fixkosten. Er beklagte zudem zu hohe Kosten beim Bau neuer Fabriken sowie beim Anlauf neuer Modelle.

  • Daimler

    Daimler-Chef Dieter Zetsche fürchtet um das Rendite-Ziel von zehn Prozent. Deshalb hat er eine weitere Stufe des Programms „Fit for Leadership“ verordnet – was mittelfristig 3,5 Milliarden Euro pro Jahr einsparen soll. Das bis 2014 festgeschriebene Ziel einer Ausgabensenkung von zwei Milliarden Euro war nicht genug.

  • BMW

    Der Münchener Premium-Autobauer will bis 2020 drei bis vier Milliarden Euro pro Jahr sparen. Da berichtete das "Manager Magazin" am 18. Juni unter Berufung auf Konzernkreise. BMW-Chef Norbert Reithofer habe die Unternehmensberatung McKinsey mit der Ausarbeitung des Projekts beauftragt. Das Sparprogramm solle gewährleisten, dass die operative Umsatzrendite des Konzerns auch langfristig im angepeilten Korridor von acht bis zehn Prozent liege.

Winterkorn hatte das Sparprogramm erstmals in einer Brandrede Mitte Juli angekündigt. "Es ist an der Zeit, die Prozesse, Kostendisziplin und Rendite der Marke Volkswagen noch stärker, noch nachdrücklicher in den Mittelpunkt unseres Denkens und Handels zu stellen", polterte der Vorstandschef vor Führungskräften. "Wir müssen selbstkritisch feststellen, dass wir es auch mit hausgemachten Problemen zu tun haben. Es gilt jetzt Maßnahmen zu ergreifen, die deutlich, wirksam und auch schmerzhaft sind." Auf die schmerzhafteste Form will Winterkorn nun aber offenbar doch verzichten.

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