Milliardenklage: Stehen die Chancen für Porsche schon 80:20?

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Milliardenklage: Stehen die Chancen für Porsche schon 80:20?

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Der Vertreter der Porsche SE, Markus Meier betritt zum Prozessauftakt das Landgericht Stuttgart. Die Hedgefonds-Kläger fordern mehr als eine Milliarde Euro Schadenersatz, weil sie sich von Porsche im Zuge der VW-Übernahmeschlacht getäuscht fühlen.

Das Landgericht Stuttgart hat den spektakulären Zivilprozess der US Hedgefonds gegen Porsche SE eröffnet. Richterin Wittig machte den Klägern klar: Das wird nicht einfach. Fällt die Beweisführung in sich zusammen?

Susanne RoederDie spektakuläre Milliardenklage von 23 amerikanischen Hedgefonds gegen die Porsche SE Holding sorgte für so großes öffentliches Interesse, dass das Stuttgarter Landgericht nur mit Mühe einen ausreichend großen Gerichtssaal fand. Es geht um 1,36 Milliarden Euro und die Fronten sind verhärtet.

Die Hedgefonds bestehen darauf, die Porsche SE habe sich der heimtückischen Manipulation und in ihren Pressemitteilungen vom März 2008 der Lüge schuldig gemacht. Allerdings: Ernsthaft zur Diskussion blieb allein der vielzitierte Paragraph der sittenwidrigen vorsätzlichen Schädigung aus dem Bürgerlichem Gesetzbuch (§826 BGB), wonach Schadensersatz geltend gemacht werden kann. Doch auch hier sahen die Richter diverse Problemfelder. Richterin Wittig warnte, sie sehe „erhebliche Prozessrisiken“ für die Kläger und wies auf „viele Probleme“ und Ungereimtheiten bei der Beweisführung der Klageseite hin. Fast schelmisch fügte sie hinzu: „Das ist ein ganzer Parcours an Hindernissen, den es zu springen gilt." Zwischen den Zeilen mochte man lesen: Überlegt genau, ob sich der Aufwand einer teuren Klage lohnt.

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Quelle: rtr

Zentral in der Begründung der Klage war die Frage, ob die Porsche SE durch Verlautbarungen in Pressemitteilungen oder durch individuelle Auskünfte des Investor Relations Managers in vorwerfbarer Weise das Vermögen der klagenden Hedgefonds geschmälert hat. In erster Linie ging es um die Rolle von Pressemitteilungen vom März 2008 und vom Oktober 2008. Während in der Pressemitteilung vom 10. März dementiert wird, die Porsche SE wolle ihren Anteil am Volkswagen Konzern auf über 75 Prozent erhöhen, verkündet eine Pressemitteilung vom 26. Oktober genau das als Ziel. Mit den bekannten Folgen, dass der Wert der VW Aktie statt weiter zu sinken in schwindelnde Höhen schoss.

Pressemitteilungen als Beweis?

Die Anwälte der Hedgefonds führen genau diese, in ihren Aussagen per se konträren Pressemitteilungen ins Feld, um zu dokumentieren, man habe bewusst gelogen. In hartnäckigen Wiederholungen beharrte der Anwalt der Kanzlei Quinn Emanuel Deutschland, Marcus Grosch, darauf, die Übernahme von VW sei vom Ex-Vorstand der Porsche AG bei einem Treffen bereits Ende Februar klar beschlossene Sache gewesen. Erst im Oktober des Jahres 2008 sei es zur Offenlegung gekommen.

Beweisen allerdings konnte er dies ebenso wenig wie die Kausalzusammenhänge zwischen Pressemitteilungen und dem Erwerb von VW Aktien. Und Richterin Wittig warnte abermals, es gelte eine lückenlose Kausalität zwischen Informationen durch die Porsche SE in Form von Pressemitteilungen oder Telefonaten mit Investoren und deren Erwerb von Aktien und einen damit zusammenhängenden Schaden für die Investoren darzulegen. Und schon tat sich ein neues, gewaltiges Risiko für die Kläger auf: Die Beweisführung auf Basis von Pressemitteilungen führe nicht zum Vorwurf der Verwerflichkeit, so die zumindest vorläufige Ansicht des Gerichts. An der Exegese dieser Mitteilungen als ausschlaggebend hatte sich die Klägerseite festgebissen.

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