Milliardenschwere Anschubhilfe: Frankreich und China sollen Peugeot aus der Krise helfen

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Milliardenschwere Anschubhilfe: Frankreich und China sollen Peugeot aus der Krise helfen

Frankreich und China sollen Peugeot mit einer milliardenschweren Anschubhilfe aus der Krise helfen. Die Autokrise auf dem Heimatkontinent hält bereits seit sechs Jahren an und hat PSA Peugeot Citroen besonders stark getroffen

Insiderinformationen zufolge gab der Verwaltungsrat des Konzerns grünes Licht für große Beteiligungen der Regierung in Paris sowie des chinesischen Partners Dongfeng. Wie dringend der französische Auto-Hersteller die Unterstützung braucht, zeigten am Montag vorgelegte Absatzzahlen. Demnach brachen die Verkäufe auf dem wichtigen europäischen Markt 2013 um 7,3 Prozent auf 1,63 Millionen Wagen ein - den schwächsten Wert seit 20 Jahren.

Die Autokrise auf dem Heimatkontinent hält bereits seit sechs Jahren an und hat PSA Peugeot Citroen besonders stark getroffen. Im vergangenen Jahr verbrannte der Konzern Schätzungen zufolge Barmittel in Höhe von etwa 1,5 Milliarden Euro. Hinzu kommen die Kosten für Stellenstreichungen und die Schließung eines großen Werks bei Paris. Das Management hat bereits deutlich gemacht, dass erhebliche Finanzspritzen gebraucht werden, um das Unternehmen mittelfristig wettbewerbsfähig zu halten. Im Gespräch war nach früheren Insiderinformationen eine Kapitalerhöhung über drei Milliarden Euro, an der sich die französische und die chinesische Seite nennenswert beteiligen sollten.

Der Verwaltungsrat einigte sich am Sonntagabend auf Grundzüge einer umfassenden Vereinbarung, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person Reuters sagte. "Die Möglichkeit eines Anteilsverkaufs an den französischen Staat und Dongfeng wurde gebilligt." Der Zeitung "Les Echos" zufolge sollen in einem ersten Schritt die Altaktionäre 1,5 Milliarden Euro frisches Kapital zuschießen. Anschließend würden neue Anteilsscheine am Markt ausgegeben. Dabei sollten die Regierung in Paris und der Staatskonzern Dongfeng jeweils für 750 Millionen Euro Aktien kaufen. Damit kämen beide auf Pakete von je 14 Prozent. Auf eine Beteiligung in dieser Höhe würde sich in der Folge das Paket der Eignerfamilie Peugeot verwässern, die derzeit noch 25 Prozent hält.

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Dem Blatt zufolge sollen Frankreich und der chinesische Joint-Venture-Partner zwischen 7,50 und acht Euro je Peugeot-Aktie zahlen. Am Montag wurden die Papiere mit 10,86 Euro gehandelt. Die Aussicht auf die Kapitalerhöhung drückte den Kurs um mehr als fünf Prozent ins Minus. Der Konzern ist an der Börse nur noch rund vier Milliarden Euro wert. Zwischenzeitlich war die Opel-Mutter General Motors (GM) mit sieben Prozent bei Peugeot eingestiegen. Sie trennte sich aber wieder davon, nachdem sich die engere Verbindung der Franzosen mit Dongfeng abzeichnete. Auch die Entwicklungskooperation zwischen GM und Peugeot wurde deutlich eingedampft.

In der Peugeot-Familie gab es Streit über den Kapitalschritt. Einem Insider zufolge stand Verwaltungsratschef Thierry Peugeot den Plänen ablehnend gegenüber, während sein Cousin Robert Peugeot, der die Familien-Holding leitet, und der scheidende Konzernchef Philippe Varin sie unterstützten.

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