Mit deutschem Know-how: Qoros - wie gut kann made in China sein?

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Mit deutschem Know-how: Qoros - wie gut kann made in China sein?

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Ex-VW-Manager Volker Steinwascher (mitte) will mit Qoros eine chinesische Automarke zum Erfolg führen.

von Rebecca Eisert

Weil ihm der Ruhestand zu langweilig war, entschied sich der Ex-VW-Manager Steinwascher mit Ende 60 nochmals zu einem großen Abenteuer. Er will mit Qoros eine chinesische Automarke zum Erfolg führen.

In der Vergangenheit wurden über chinesische Autos viel gelacht. Sie versagten gnadenlos beim europäischen Crashtest NCAP. An eine erfolgreiche Expansion nach Deutschland war für Marken aus dem Reich der Mitte nicht zu denken. Das soll sich - geht es nach dem Willen von Volker Steinwascher - ändern. Noch nicht heute, aber in einer nicht allzu fernen Zukunft. Der ehemalige VW-Manager tritt bescheiden auf. Vor den Journalisten, die sich auf dem CAR Symposium in der Congress Halle in Bochum versammelt haben, spricht er mit leiser Stimme. Steinwascher ist über 70. Er hätte sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschieden können. "Aber", scherzt er, "nachdem ich vier Wochen lang Golf gespielt hatte, habe ich mich entsetzlich gelangweilt."

Und so stürzte er sich in das wohl größte Abenteuer, das man als deutscher Automobil-Manager wagen kann. Er wurde Chef des chinesisch-israelischen Jointventures Qoros. Ziel: Eine chinesische Automarke, die mit europäischen Modellen mithalten kann. Der Name soll für Q wie Qualität und das chinesische Wort für "im Chor singen, eine Einheit bilden" stehen.

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Die Mittel, die Steinwascher für die Herkulesaufgabe zur Verfügung stehen, sind eher bescheiden. 2,57 Milliarden US-Dollar. "Für alles", wie Steinwascher sagt. Aufbau der Organisation, Bau der Werke, Marketing und Vertrieb. Wann und ob sich Qoros eines Tages ohne die Zuschüsse der Shareholder, dem chinesischen Autobauer Chery und dem Industriekonglomerat Israel Corporation, lässt er bewusst offen. Eins nach dem anderen ist Steinwaschers Devise.

Größte ausländische Autohersteller in China

  • Platz 10

    BMW - 326.000 verkaufte Fahrzeuge

    China gehört für die Münchener zu den wichtigsten Märkten der Welt. Und BMW dringt in die Top Ten vor: Im Vorjahresvergleich legt der Absatz um beachtliche 40 Prozent zu. Auf den Plätzen folgen Suzuki, Daimler und Mazda.

  • Platz 9

    Ford - 427.000 verkaufte Fahrzeuge

    Die Amerikaner machen Boden gut, was sie ebenfalls dem Inselstreit zu verdanken haben. Im Vorjahresvergleich bleibt ein sattes Plus von 31 Prozent.

    (Anm. d. Red.: Erfasst wurden nur Pkw-Verkäufe)

  • Platz 8

    Peugeot-Citroën - 442.000 verkaufte Fahrzeuge

    Während der Heimatmarkt schwächelt, können die Franzosen in Fernost ihre Verkäufe ausbauen. Der Absatz legt um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

  • Platz 7

    Kia - 512.000 verkaufte Fahrzeuge

    Die Koreaner können auch im Nachbarland ihren Erfolgskurs fortsetzen. Mit einem Wachstum von 18 Prozent gehören sie mittlerweile zu den erfolgreichen Volumenherstellern in China.

  • Platz 6

    Honda - 603.000 verkaufte Fahrzeuge

    Honda muss ebenfalls Einbußen hinnehmen - wie die anderen japanischen Hersteller in China ebenfalls. Im Vorjahresvergleich steht ein Minus von drei Prozent.

  • Platz 5

    Toyota - 841.000 verkaufte Fahrzeuge

    Die Japaner müssen sich mit Rang fünf begnügen, vor allem im September hatte es einen herben Rückschlag der Verkaufszahlen auf gerade einmal 50.000 Stück gegeben. Im Gesamtjahr bleibt ein Absatzminus von fünf Prozent.

    (Anm. d. Red.: Angabe laut Reuters)

  • Platz 4

    Hyundai - 847.000 verkaufte Fahrzeuge

    Die Koreaner verdrängen Toyota auf Rang fünf und sind indirekter Nutznießer des Inselstreits. Die Hyundai-Verkäufe legten 2012 um zwölf Prozent zu.

  • Platz 3

    Nissan - 1,18 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    Der Streit um eine Inselgruppe zwischen China und Japan hat die Absatzzahlen der Japaner deutlich in die Knie gedrückt. Im Gesamtjahr gab es für Nissan ein Minus von fünf Prozent.

  • Platz 2

    Volkswagen - 2,81 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    Die Wolfsburger können das größte Wachstum der Massenhersteller in der Volksrepublik vorweisen. Gegenüber dem Vorjahr haben die Volkswagen-Verkäufe um 24 Prozent zugelegt.

  • Platz 1

    General Motors - 2,84 Millionen verkaufte Fahrzeuge

    Die Amerikaner verteidigen hauchdünn die Spitzenposition in China. Im Jahresvergleich hat GM um elf Prozent zugelegt.

  • Methodik

    Einmal pro Quartal erstellen die Wirtschaftsprüfer von Ernst&Young ein Ranking der größten Autokonzerne nach Absatz. Wie die Autohersteller in China abgeschnitten haben. (Daten: Gesamtjahr 2012)

Den ersten Erfolg hat die aktuell 2200 Mann starke Qoros-Truppe bereits in der Tasche. Der Qoros Q3 holte beim europäischen Crashtest 5 Sterne. Seither beobachten auch die europäischen Automobilhersteller, was Steinwascher aus dem Boden stampft.

Der Großangriff auf den europäischen oder gar deutschen Markt ist für den Qoros-Chef noch kein Thema. In der Slowakei hat im November der erste und einzige Qoros-Händler auf nicht-asiatischem Bodens eröffnet. Das soll es vorerst gewesen sein: "Ich will meine Leute nicht in den Wahnsinn treiben", sagt Steinwascher, "wir müssen erstmal den chinesischen Markt bedienen. Und der ist groß". Ziemlich groß sogar. Mit derzeit 16.3 Millionen Neuwagen ist China der größte Automarkt weltweit. Bis 2025 - so die Prognose des CAR Center of Automotive Research der Uni Duisburg-Essen - sollen es 35 Millionen sein. China wird dann 30 Prozent des gesamten Welt-Neuwagen-Markts ausmachen.

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