Mitsubishi Motors : Nissan übernimmt die Macht bei Mitsubishi

Mitsubishi Motors : Nissan übernimmt die Macht bei Mitsubishi

, aktualisiert 12. Mai 2016, 09:15 Uhr
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Nissan-Chef Carlos Ghosn (links) und Mitsubishi-Präsident Osamu Masuko bestätigten die mögliche Kapitalbeteiligung.

Der Autohersteller Nissan steigt bei Konkurrent Mitsubishi Motors ein. Der Deal ist Folge eines Manipulationsskandals bei Mitsubishi – die Japaner hatten über Jahre Verbrauchswerte falsch angegeben.

Der japanische Renault-Partner Nissan Motor steigt beim skandalerschütterten Konkurrenten Mitsubishi Motors ein. Nissan wolle 34 Prozent der Anteile an Mitsubishi Motors erwerben, wie die beiden Unternehmen am Donnerstag bekanntgaben. Damit wird der Renault-Partner der größte Anteilseigner an Mitsubishi Motors und kontrolliert den Konzern de facto künftig. Japanische Medien hatten zuvor bereits über die Pläne berichtet. Der Deal hätte demnach ein Volumen von mehr als 200 Milliarden Yen (1,6 Milliarden Euro).

Mitsubishi Motors ist in Folge eines Skandals um manipulierte Verbrauchswerte bei Kleinstwagen schwer angeschlagen. Nissan und Mitsubishi Motors arbeiten bereits bei der Entwicklung von solchen Kleinstwagen zusammen. Sollte es tatsächlich zu einer breiten Allianz der beiden Konzerne kommen, könnte sich die Kooperation ausweiten. Beide Unternehmen wollten Verhandlungen über eine Kapitalallianz aufnehmen, hieß es in den Berichten weiter.

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Die Aktien von Mitsubishi Motors sind in den vergangenen Wochen stark eingebrochen, nachdem bekannt geworden war, dass die Verbrauchswerte bei Kleinstwagen seit 1991 manipuliert worden sind. Zuletzt kostete das Papier nur noch knapp 500 Yen und damit halb so viel wie zu Jahresbeginn. Die Talfahrt der vergangenen Jahre hat sich damit noch mal verschärft. 2013 hatte die Aktie zeitweise noch fast 2000 Yen gekostet. Zum aktuellen Kurs ist Mitsubishi Motors an der Börse nur noch rund 486 Milliarden Yen (4,5 Mrd Dollar) wert.

Mitsubishi Autobauer gibt Test-Manipulation seit 25 Jahren zu

Der Manipulationsskandal beim Mitsubishi reicht offenbar weiter zurück als bislang bekannt. Das Unternehmen hat eingestanden, seit 1991 unzulässige Tests anzuwenden.

Mitsubishi: Autobauer gibt Test-Manipulation seit 25 Jahren zu Quelle: dpa

Nach Informationen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg will Mitsubishi bis zu einem Drittel neue Aktien ausgeben, um so an das dringend gebrauchte Geld zu kommen. Dieses Paket will Nissan nun kaufen, somit wird der Renault-Partner der größte Anteilseigner an Mitsubishi Motors und kontrolliert diesen damit. Derzeit sind zwei andere Unternehmen aus dem Mitsubishi-Konglomerat mit insgesamt rund 23 Prozent die größten Anteilseigner des Autobauers.

Nissan und Mitsubishi Motors arbeiten bereits bei der Entwicklung Kleinstwagen zusammen. Nissan ist seit 1999 eng mit dem französischen Autobauer Renault verknüpft. Den Franzosen gehören knapp 44 Prozent von Nissan, die wiederum 15 Prozent an Renault halten. Für Ärger zwischen den Partnern sorgt immer wieder der französische Staat, der erst im vergangenen Jahr den Anteil auf knapp ein Fünftel erhöht hat.

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