Model 3: Tesla will schon 2018 eine halbe Million Elektroautos produzieren

Model 3: Tesla will schon 2018 eine halbe Million Elektroautos produzieren

Die Flut der Vorbestellungen beim gerade angekündigten Model 3 von Tesla stellte den Elektroauto-Anbieter vor ein Problem: Bei aktueller Produktion müssten die Kunden Jahre warten.

Der Elektroauto-Hersteller Tesla fährt seine Produktion viel schneller als geplant hoch und peilt für 2020 die Marke von einer Million Fahrzeugen an. Schon 2018 - zwei Jahre früher als angekündigt - soll die Kapazität auf 500 000 Autos jährlich hochgeschraubt werden. Hintergrund ist die starke Nachfrage nach dem vor kurzem vorgestellten günstigeren Tesla-Wagen Model 3, für den binnen weniger Wochen rund 400 000 Vorbestellungen eingingen. Beim aktuellen Produktionstempo müssten Kunden Jahre auf ihr Auto warten.

„Wir sind versessen darauf, der beste Hersteller der Welt zu werden“, sagte Musk in einer Telefonkonferenz am späten Mittwoch. Im vergangenen Jahr lieferte Tesla erst gut 50 000 Autos aus. Das 35 000 Dollar teure Model 3 soll Ende 2017 auf den Markt kommen. Bisher gelang es Tesla bei keinem seiner Modelle, den Zeitplan zu halten. Der SUV Model X kam mit mehr als einem Jahr Verspätung, seine Produktion lief auch zuletzt noch zu langsam an, wie Tesla einräumte.

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Für Zulieferer wurde der 1. Juli 2017 als Frist gesetzt, bis zu der sie ihre Teile für Model 3 produktionsbereit haben müssen, wie Musk sagte. Das bedeute allerdings nicht, dass dann schon die Fertigung beginnen werde, weil es bei irgendwelchen der vielen Bauteile immer Verzögerungen gäbe. „Auch wenn dann 99 Prozent lieferbar sein sollten, können wir immer noch nicht bauen.“ Er gehe aber davon aus, dass im zweiten Halbjahr 2017 etwa 100 000 bis 200 000 Fahrzeuge des Model 3 gebaut werden.

Die Tesla-Chronik

  • 2003, der Beginn

    Zwei Teams um den US-Ingenieur Martin Eberhard und den Milliardär Elon Musk entwerfen die Vision eines Elektrofahrzeugs, das mit Akkus angetrieben wird. Auf der Basis des Prototyps T-Zero. Neben Musk stecken auch die Google-Gründer Sergey Brin und Larry Page und der eBay-Gründer Jeff Skoll Geld in das Projekt.

  • 2006, Premiere des Roadster

    Drei Jahre arbeitet Tesla am ersten Modell, im Juli 2006 stellt das Unternehmen den Roadster vor. Der zweisitzige Sportwagen auf der Basis des britischen Leichtgewicht-Roadster Lotus Elise verfügt über einen 215 kW (292 PS) starken Elektromotor, der seine Energie aus 6.831 Lithium-Ionen-Notebook-Akkus bezieht.  

  • 2007, Eberhard geht

    Im August 2007 tritt der damalige CEO Martin Eberhard zurück, im Dezember 2007 verlässt er das Unternehmen komplett. Am Ende landet der Streit der Gründer fast vor Gericht – bis eine außergerichtliche Einigung erzielt werden kann.

  • Mai 2009, Einstieg der Konzerne

    Musks finanzielle Mittel alleine reichen zum Wachstum nicht mehr aus. Mit Daimler und Toyota steigen zwei große Autokonzerne bei Tesla ein. Trotzdem schreibt das Unternehmen weiterhin Millionenverluste.

  • September 2009, Premiere Model S

    Lange war der Bau einer eigenen Limousine unter dem Codenamen „WhiteStar“ geplant. Auf der IAA in Frankfurt feiert das Model S, eine 5-sitzige Limousine die Premiere. Anfangs übernimmt Lotus die Fertigung. Ab 2011 wird das Modell in einer ehemaligen Toyota-Fabrik in Freemont gebaut. Pro Jahr werden zunächst 10.000 Modelle gefertigt.

  • Januar 2010, Geldspritze vom Staat

    Tesla erhält vom US-Energieministerium einen Kredit über 450 Millionen Dollar. Das Geld investiert das Unternehmen in den Aufbau einer eigenen Fertigung.

  • Juni 2010, IPO

    Musk wagt den Börsengang. Mit einem Ausgabepreis von 17 Dollar geht der Elektrohersteller in den Handel – und macht den Gründer wieder reich. Über Nacht erreicht erreichen die Anteile von Musk einen Wert von 650 Millionen Dollar, obwohl das Unternehmen bis zu diesem Zeitpunkt noch nie Gewinne gemacht hat.

  • 2012, SUV-Pläne

    Tesla veröffentlicht Pläne einen eigenen SUV an den Start zu bringen. Das Model X soll im Sommer 2015 erstmals ausgeliefert werden und die Modellpalette von Tesla erweitern. Am Ende verzögern sich die Pläne, die Produktion des Model X läuft erst im Herbst an – und das nur schleppend.

  • 2013, erstmals profitabel

    Endlich schreibt Tesla schwarze Zahlen. Auch den Millionenkredit des Staats zahlt das Unternehmen neun Jahre früher als es nötig gewesen wäre. Mit der Ausgabe neuer Aktien und Anleihen nimmt das Unternehmen rund eine Milliarde Dollar ein. Der Aktienkurs des Unternehmens beläuft sich mittlerweile auf 147 Dollar. Damit ist das Unternehmen an der Börse mehr wert als Fiat.

  • 2014, die Gigafactory wird gebaut

    Im Mai haben die Bauarbeiten in Reno, Nevada, für die weltgrößte Batteriefabrik begonnen. Hier will Tesla nicht nur die Akkus für seine Elektroautos und auch sogenannte "Powerwalls" für den Hausgebrauch montieren, sondern auch die Batteriezellen selbst aus Rohstoffen herstellen. Das Investitionsvolumen beträgt fünf Milliarden Dollar, als Partner ist Panasonic mit im Boot.

  • 2015, der Massenmarkt soll kommen

    Tesla gibt Pläne bekannt, mit dem Model 3 ein kompaktes Auto für den Massenmarkt auf den Markt bringen zu wollen. Der Wagen, der rudimentär erstmals im März 2016 gezeigt wurde, soll rund 35.000 Dollar kosten und soll über eine Reichweite von 320 Kilometern (200 Meilen) verfügen.

  • 2016, die Gigafactory öffnet teilweise

    Nach der Vor-Premiere des Model 3 im März steht zur Jahresmitte ein weiterer Meilenstein an: In der Gigafactory werden die ersten Batteriezellen gefertigt. Diese sind zwar vorerst für die PowerWall-Heimakkus gedacht, bringen das Unternehmen aber einen Schritt näher an die Massenfertigung des Model 3.

  • 2017, das Model 3 rollt vom Band

    Ende Juni 2017 übergibt Tesla die ersten 30 Model 3 an ihre Besitzer übergeben - allesamt sind Tesla-Beschäftigte. Die ersten 30 von mehr als einer halben Million Vorbestellungen, die Tesla erst einmal lange abarbeiten muss.

Das vergangene Quartal schloss Tesla mit einem niedrigeren Verlust als von Analysten erwartet ab. Die Aktie sprang in einer ersten Reaktion im nachbörslichen Handel zunächst um rund acht Prozent hoch, später schmolz das Plus weniger als drei Prozent zusammen. Der Fehlbetrag stieg im Jahresvergleich immer noch von 154,2 auf 282,3 Millionen Dollar (246,6 Mio Euro).

Zur positiven Stimmung der Anleger trug auch bei, dass Tesla entgegen ihren Befürchtungen die Auslieferungsprognose für dieses Jahr von bis zu 90 000 Fahrzeugen bestätigte. Im ersten Quartal lieferte Tesla rund 15 500 Autos aus, für das laufende Vierteljahr sind 17 000 anvisiert - im Rest des Jahres wird die Firma also noch deutlich zulegen müssen.

Zugleich zogen die Bestellungen des wichtigsten Fahrzeugs Model S, das zum Beispiel in Deutschland mindestens 88 000 Euro kostet, im Jahresvergleich um 45 Prozent an, wie die kalifornische Firma nach US-Börsenschluss am Mittwoch mitteilte. Der Konzernumsatz stieg um 15 Prozent auf 1,03 Milliarden Dollar.

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