Monterey Autoweek in Pebble Beach: Die spektakulärste Autoshow der Welt

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Monterey Autoweek in Pebble Beach: Hier geht es noch um die Freude am Auto

, aktualisiert 22. August 2017, 17:18 Uhr
von Stefan Grundhoff

In Kalifornien ist die Autowelt noch in Ordnung: Während sich in Deutschland alles um den Diesel dreht, huldigt die Monterey Autoweek dem Automobil. Zu Besuch auf der spektakulärsten Autoshow der Welt.

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Das Maybach 6 Cabriolet ist eines der Highlights in Pebble Beach.

Wenn in rund drei Wochen die Tore der 67. Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt öffnen, nehmen die Neuheiten nur eine Nebenrolle ein. Der Dieselskandal hat Deutschland auch zwei Jahre nach seinem Bekanntwerden fest im Griff. Dazu wird über Fahrverbote sinniert, Elektroautos messianisch gefeiert und ganz nebenbei hat ein knappes Dutzend Autohersteller der einst so wichtigen Automesse am Main bereits vorab den Rücken gekehrt.

Rund 9.200 Kilometer weiter westlich sieht die Welt in der Nobelenklave von Pebble Beach nahe Monterey ganz anders aus. Wer Einlass auf die exklusive Landzunge am kühlen Pazifik bekommen möchte, muss eine Plakette am Kühlergrill tragen oder im Gästebuch des Sicherheitsdienstes niedergeschrieben sein.

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Daimler-Chefdesigner Gorden Wagener steht im lässigen Outfit auf der Bühne einer Villa umsäumt von Pinien. Blaue Chinos, dunkle Slipper, dazu das Hemd über der Hose und einen Pulli drüber; schließlich ist es abends kühl in Pebble Beach. Der gebürtige Essener wohnt seit Jahren in Kalifornien und pendelt zum Arbeiten ins Daimler-Designcenter nach Sindelfingen. Mit lockerer Rede enthüllt er das Maybach 6 Cabriolet, eine 5,70 Meter lange Sonnenterasse, die in Opulenz und Eleganz ihresgleichen sucht. 750 PS, 250 km/h schnell und elektrisch angetrieben. Niemand fragt sich, was dieses Luxuscabrio kosten würde – allein die Frage, ob der Wagen kommt, beschäftigt die Anwesenden.

Einen Tag zuvor hat BMW-Chefdesigner Adrian van Hooydonk nur 500 Meter entfernt auf dem Putting Green des traditionsreichen Golfkurses von Pebble Beach den neuen BMW Z4 vorgestellt. Ebenso wie der Maybach 6 erst einmal nur eine Studie, doch eben eine, bei dem es um Luxus, Sportlichkeit, Emotionen und die Freude am Auto geht.

Mercedes und BMW zeigen ihre Showcars nicht mehr auf der IAA

Beide Autos hätte man guten Gewissens auch auf der Frankfurter IAA enthüllen können. Doch wenn es um automobile Augenschmeichler geht, dann sind die angestaubten Automessen längst der falsche Weg – mehr denn je in Deutschland. Die Monterey Autoweek ist längst die spektakulärste Autoshow des Jahres. Eine Messe der völlig anderen Art ohne muffige Hallen, langweilige Pressekonferenzen und stundenlanges Teppichtreten. Kritische Fragen gibt es hier nicht einmal am Rande, weil Dieselskandal, Fahrverbote und Deutsche Umwelthilfe (DUH) tausende Kilometer weit entfernt liegen.

Hier rund um Monterey muss man selbst kalifornische Elektro-Bestseller aus dem Hause Tesla mit der Lupe suchen und wenn es ein Plug-In-Hybrid ist, dann handelt es sich um einen Ferrari LaFerrari oder den Porsche 918 Spyder, den man sich am Abend bei einer der exklusiven Versteigerung von RM Auctions, Goodings oder Bonhams für zwei Millionen Euro einfach einmal gegönnt hat.

Dabei täte man den zahllosen Veranstaltungen der Monterey Autoweek Unrecht, würde man sie allein als Luxusevent abtun. In der dritten Augustwoche kommen Jahr für Jahr zehntausende von Autofans nach Monterey, um ihrer Leidenschaft zu frönen. Nirgends gibt es spektakulärere Modelle von Mercedes, BMW oder Audi zu sehen, wie bei „Legends of the Autobahn“. Die Fans kommen aus den ganzen USA und zeigen seltene Einzelstücke, automobile Familienmitglieder und Designikonen aus deutschen Landen.

Porsche, ehemals ebenfalls bei den Legenden am Start, hat sich mittlerweile eine eigene Markenplattform gesucht – und damit keinen Gefallen getan. Fans italienischer Sportwagen feiern etwas exklusiver beim „Concorso Italiano“. Lust auf Autos haben hier alle – Alter und Zustand spielen keine Rolle. Weder bei den Autos, noch bei den Besuchern.

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