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Motorsport: Formel Iiiiiih

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Formel-1-Boss Bernie Ecclestone

Die Formel 1, die milliardenschwere Königsklasse des Motorsports steht vor schwierigen Zeiten. Nicht nur wegen der Gerichtsverfahren gegen Bernie Ecclestone, aber nun umso mehr. Experten befürchten, dass nach einem Abtritt des Zampanos in der PS-Manege Hauen und Stechen herrschen werden und der Neid-Faktor die Geschäftsbasis ruiniert.

Es muss ihm wie der pure Hohn vorkommen. Die Zukunft des Motorsports, jedenfalls wie sie sich die Industrie und der Automobilweltverband vorstellen, heißt Formel E. Das E ist jener Buchstabe des Alphabets, der fast vier Jahrzehnte lang in der Formel 1 nur einem vorbehalten war: E wie Ecclestone. Beim Aussprechen entweder ehrfürchtig oder angstvoll in die Länge gezogen, klang es dann wie Mister Iiiiiiih. Und diesen Ecclestone mit Elektrorennwägelchen gleichzusetzen, das ist Majestätsbeleidigung. Aber gerade scheint die Gelegenheit zum Angriff gut: Juristischen Ärger in London, demnächst auch in München, vor allem aber: Seine Formel 1 in der Finanz-Krise.

Und der erhoffte Börsengang in Singapur, um frisches Kapital zu generieren, immer noch nicht vollzogen, sondern verschoben – auch wegen der unsicheren Personalie Ecclestone. Es ist nicht das erste Mal, dass dem schmächtigen, aber mächtigen Herrscher der Königsklasse, inzwischen 83 Jahre alt, der Prozess gemacht wird. Jedes Mal sagen die, die ihn gern weghaben wollen, dass er diesmal ganz bestimmt nicht davon komme. Fabiana Flosi, seine 46 Jahre jüngere Gattin, trug beim Saisonfinale 2013 demonstrativ einen Pullover mit der Aufschrift: „Gute Mädchen lieben böse Buben.“

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BayernLB-Anklage zugelassen Formel 1-Chef Ecclestone muss vor Gericht

400 Millionen Dollar Schadenersatz will die BayernLB von Formel-1-Chef Ecclestone vor Gericht erstreiten. Das Landgericht München hat nun die Klage zugelassen, der Milliardär muss vor den Richter.

Der Formel-1-Chef muss nun doch vor Gericht. Quelle: dpa

Wer nicht alles schon den Umsturz probiert hat: Die Automobilhersteller, mit einer Konkurrenzserie. EU-Kommissare haben sich die Zähne ausgebissen an ihm. Lediglich Londoner Straßenräuber waren erfolgreicher, sie nahmen ihm seinen Hublot-Chronographen ab. Die 200.000 Euro waren allerdings schnell wieder reingeholt, er verkaufte das Foto von seinem blauen Auge dem Uhrenhersteller als Werbemotiv. Solche Geschäfte liebt der Brite: Ein bisschen schräg, aber lukrativ. Ganz nach dem alten Gebrauchtwagenhändler-Ethos. In der Formel 1 ist das Geschäftstempo weiterhin hoch, aber die Margen für Ecclestones Firmenkonglomerat Formula One Management (FOM) und den Rechteinhaber CVC Capital Partners werden kleiner. Das haben die Rennstallbesitzer immerhin geschafft – im Gegenzug dafür, dass sie sich bis zum Ende des Jahrzehnts zur Teilnahme verpflichten, werden künftig  etwa 80 Prozent der Netto-Vermarktungseinnahmen aus der Serie an die Teams ausgeschüttet. Der Gesamtumsatz der Formel 1 soll sich auf mehr als 1,5 Milliarden Dollar pro Jahr belaufen.

Stattliche Summen, doch eine frohe Botschaft für die darbenden Rennställe ist das nur bedingt. Denn die Top-Teams wie Ferrari, Red Bull, McLaren und Mercedes bekommen weit höhere Bonuszahlungen als der Rest. Nach Hochrechnungen aus Insiderkreisen kassiert Red Bull 90 Millionen US-Dollar für Platz eins und dazu 72 Millionen Bonus, Ferrari als WM-Dritter kommt auf 72 Millionen Platzierungsgeld und die grandiose Extraprämie von 99 Millionen. Zum Vergleich: Für den Zehnten, Marussia, bleiben ganze 20 Millionen Dollar. Die Schieflage ist deshalb so dramatisch, weil nur bessere Technik und besseres oder mehr Personal bessere Ergebnisse versprechen – und damit bei der nächsten Abrechnung mehr Preisgeld. Doch wenn die, die ohnehin schon die dicksten Etats haben, immer reicher werden, beginnt für die Armen ein Teufelskreis: Weniger Erfolg heißt auch weniger Sponsoren. Die Werksteams können pro Jahr locker 400 Millionen Dollar ausgeben, die kleinen Rennställe kommen nur auf ein Achtel oder ein Viertel dieser Summe. Chancengleichheit ist damit kein großes Thema mehr.

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