Nach Maybach-Aus: Markt für Nobelkarossen hat Zukunft

Nach Maybach-Aus: Markt für Nobelkarossen hat Zukunft

von Jan Willmroth

Maybach konnte sich nie im Segment der automobilen Dickschiffe durchsetzen - ab 2013 ist die Daimler-Markewieder Geschichte. Trotz Börsenturbulenzen boomt der Markt für Luxusautos aber noch: Rolls-Royce meldet Rekordverkäufe, Bentley steigerte seinen Absatz um fast ein Drittel. Auch wenn die Krise weitergeht, hat der kleine Luxusmarkt langfristig gute Chancen.

Bentley-Chef Wolfgang Dürheimer hat zur Zeit noch einige Gründe zur Freude. Börsenturbulenzen hin oder her - der Absatz der britischen Nobelmarke unter dem Dach von VW hat sich zuletzt prächtig entwickelt. In den ersten drei Quartalen des Jahres hat der VW-Konzern knapp 4.800 Bentley verkauft, fast ein Drittel mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um mehr als die Hälfte, neue Modelle gewinnen Preise und sorgen für Aufmerksamkeit.

So richtig froh dürfte Dürheimer trotzdem nicht sein. Denn noch immer macht Bentley Verlust: Nach den ersten neun Monaten blieb unterm Strich ein Minus von rund sechs Millionen Euro in den Büchern stehen. Angesichts der aktuellen Turbulenzen ist unsicher, ob die Nobelmarke für das Gesamtjahr wieder einen Gewinn ausweisen wird. Gute Zahlen gab es bei Bentley zuletzt vor der Finanzkrise. Zur Zeit sind die britischen Luxusautos für den Mutterkonzern nur ein Prestigegeschäft.

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Maybachs kurze Renaissance

Gutes Geld konnte auch Daimler nie mit seinen Super-Luxuswagen verdienen. Vor Kurzem erklärte Konzernchef Dieter Zetsche in einem Zeitungsinterview das Aus für die Marke Maybach, die der Stuttgarter Autobauer erst 2002 wiederbelebt hatte. Gerade einmal 157 Fahrzeuge lieferte Maybach nach einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens IHS Automotive im vergangenen Jahr aus - lediglich ein Zehntel der ursprünglich anvisierten Stückzahl. Stattdessen wollen die Stuttgarter die S-Klasse-Modellpalette erweitern, weil die Absatzchancen für die Marke mit dem Stern günstiger seien als für Maybach. Die Zahlen sprechen für sich: mit rund 80.000 S-Klassen pro Jahr führt Mercedes den Markt für Oberklasse-Limousinen an.

Bei anderen Herstellern sieht es besser aus. Zumindest laufen die Geschäfte momentan noch gut, wie das Beispiel Rolls-Royce zeigt. Der Hauptkonkurrent von Maybach, der zum BMW-Konzern gehört, verkaufte in den ersten drei Quartalen so viele Autos wie im gesamten Vorjahr. Ob dabei für den Mutterkonzern Geld übrig bleibt, verschweigt BMW.

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