Nachfolger für Stracke: Sedran wird vorübergehend Opel-Chef

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Nachfolger für Stracke: Sedran wird vorübergehend Opel-Chef

von Rebecca Eisert

Jetzt ist es amtlich - Thomas Sedran, bisher Strategievorstand bei Opel, wird vorübergehend Chef der Marke mit dem Blitz. Ihn erwarten zahlreiche Baustellen.

Strategievorstand Thomas Sedran führt ab sofort die Geschäfte des kriselnden Autobauers Opel. Der Aufsichtsrat der Adam Opel AG ernannte den 47-Jährigen am Dienstag zusätzlich zu seinen derzeitigen Aufgaben zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden. Der 47- Jährige wurde erst im April von Aufsichtsratschef Steven Girsky zu Opel geholt. Er sollte Strategien entwickeln, um den verlustreichen Hersteller wieder zu profitablem Wachstum zu führen.

Zur Person Thomas Sedran

  • Was Sedran bisher bei Opel machte

    Sedran leitet seit April 2012 das neu geschaffene Ressort Operations, Geschäftsentwicklung und Unternehmensstrategien. Seine Aufgabe: Er sollte Strategien für profitables Wachstum entwickeln und umsetzen - auch außerhalb Europas. Sedran hat schnell eine tragende Rolle bei der Allianz mit dem angeschlagenen französischen Partner PSA Peugeot Citroën übernommen.

  • Berater bei Roland Berger

    Insider fürchten, der Mann „mit sehr viel Potenzial“ könne „verheizt“ werden. Sedran arbeitete mehr als zehn Jahre für Roland Berger Strategy Consultants, zuletzt als weltweit Verantwortlicher für das Competence Center Automotive. Bevor er zu AlixPartners wechselte.

  • Experte für Sanierungsfälle

    Sedran hat mehr als 20 Jahre als Berater der Autoindustrie gearbeitet. Bis zu seiner Berufung in den Opel-Vorstand war er einer der Leiter des Geschäftsbereichs Europäische Automobilindustrie bei der Unternehmensberatung AlixPartners in München. In dieser Position hat er seit 2009 sehr eng mit Opel zusammengearbeitet.

  • Wie die Opelaner zu Sedran stehen

    Schon vor der Wahl hieß es aus dem Unternehmen, Sedran werde vom Management genauso akzeptiert wie von den Arbeitnehmervertretern. Im Lager der Arbeitnehmer wird Sedran für seine Entscheidungsfreude gelobt. Er kenne das internationale Autogeschäft sehr gut und begreife schnell. Ein Insider sagt aber auch: „Manchmal verspricht er mehr, als er halten kann.“

Sedran kennt Opel aus seiner Zeit bei AlixPartners. Für die Unternehmensberatung begleitete er die jüngste Opel-Sanierung, bei der ein Werk geschlossen und rund 8000 Mitarbeiter entlassen wurden. Wie anders sich eine Sanierung vom Chefsessel aus darstellt, wird Sedran schnell merken. Auch, ob er dem Posten dauerhaft gewachsen ist. Doch allzu gemütlich sollte er es sich ohnehin nicht machen.

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Sedran soll nur so lange im Amt bleiben, bis sich die General-Motors-Spitze für einen dauerhaften Kandidaten entschieden hat - bis zum Jahresende will sie sich damit Zeit lassen. Sedran bliebe demnach maximal sechs Monate im Amt. Die US-Mutter könnte bei ihrem derzeitigen Manager-Verschleiß eigentlich gleich auf Semesterturnus umstellen - mit dem Vorteil, dass die Belegschaft erst gar nicht mehr in die Versuchung käme, sich auf den "Neuen" einzustellen - oder gar Hoffnungen in ihn zu setzen.

Was Sedran zum 17. Juli vorfindet ist ein Autokonzern, der nicht eine Baustelle, sondern mindestens drei zu bewältigen hat. Der Absatz ist im ersten Halbjahr massiv eingebrochen. In Europa registrierte der europäische Automobilhersteller-Verband ACEA für Opel einen Rückgang der Neuzulassungen von 15 Prozent. Opel verkaufte nur noch 457.630 Autos - im Vorjahr waren es noch 538.446. Im Durchschnitt haben die Hersteller 6,3 Prozent weniger Autos abgesetzt als im Vorjahr. Damit zählt die Marke mit dem Blitz zu den größten Verlierern unter den Pkw-Herstellern. Der Marktanteil von Opel ging auf 6,9 Prozent von 7,6 Prozent zurück.

Sedran wird diese Zahlen bereits kennen und es könnte sein, dass ihm eine Ziffer in der ACEA-Statistik mindestens genauso viel Bauchschmerzen bereitet. Denn während Opel schrumpft, legt die GM-Marke Chevrolet auf dem europäischen Markt kräftig zu. Ein Plus von fast 12 Prozent gegenüber Vorjahr im westlichen Europa. Schon gut 92.000 Chevrolet-Modelle kurven auf Westeuropas Straßen - mehr als BMW mit der Marke Mini im ersten Halbjahr 2012 abgesetzt hat (83.000 Einheiten).

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