Nettogewinn wächst: General Motors macht trotz Rückruf-Skandal Milliarden

Nettogewinn wächst: General Motors macht trotz Rückruf-Skandal Milliarden

Trotz Rückrufen und des Zündschloss-Skandals verdiente die Opel-Mutter General Motors im vierten Quartal überraschend viel Geld. Der Überschuss stieg um mehr als ein Fünftel auf 1,1 Milliarden Dollar.

Bild vergrößern

Die Opel-Mutter GM verdient trotz Verlust in Europa unerwartet viel.

General Motors hat im Schlussquartal mehr Geld verdient als erwartet. Der US-Autoriese meldete einen Nettogewinn von 1,1 Milliarden Dollar (0,96 Milliarden Euro) nach 0,9 Milliarden im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mit deutlich weniger gerechnet.

General Motors: Chronologie der Zündschloss-Affäre

  • 15. Januar

    Die GM-Firmenveteranin Mary Barra wird Chefin. Sie ist die erste Frau, die einen Autokonzern führt.

  • 13. Februar

    GM ruft in Nordamerika die ersten 778.000 Wagen wegen Problemen mit den Zündschlössern zurück. Der Schlüssel kann bei voller Fahrt in die „Aus“-Position zurückspringen. GM berichtet von sechs Toten bei Unfällen.

  • 25. Februar

    GM weitet den Rückruf auf weltweit 1,6 Millionen ältere Wagen aus. Das Unternehmen räumt erste Versäumnisse ein. Nun ist die Rede von 13 Unfalltoten. Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

  • 12. März

    Aus internen Vermerken geht hervor, dass GM-Ingenieure schon 2001 während der Fahrzeugentwicklung über Probleme mit den Zündschlössern berichteten. Es gehen die ersten Klagen von Unfallopfern und Autobesitzern ein.

  • 29. März

    GM ruft nun auch 1 Million Fahrzeuge neuerer Baujahre wegen der defekten Zündschlösser zurück. Damit steigt die Gesamtzahl alleine für diesen Defekt auf 2,6 Millionen.

  • 31. März und 2. April

    Bei zwei Anhörungen im US-Kongress wird Barra scharf angegangen. Antworten auf die Kernfrage, warum GM so lange mit dem Rückruf der defekten Zündschlösser zögerte, hat sie jedoch nicht.

  • 10. April

    Es kommt zu ersten personellen Konsequenzen. Zwei Ingenieure werden beurlaubt. Es folgt eine Neuaufstellung der Entwicklungsabteilung. Mehrere Manager gehen.

  • 24. April

    GM erleidet einen Gewinneinbruch, nachdem sich die veranschlagten Kosten für die Reparaturen im ersten Quartal auf 1,3 Milliarden Dollar summiert hatten.

  • 16. Mai

    General Motors muss 35 Millionen Dollar an Strafe zahlen. Die Verkehrssicherheitsbehörde sieht es als erwiesen an, dass der Autobauer sie zu spät über die Zündschloss-Probleme informiert hat.

  • 5. Juni

    GM legt einen Untersuchungsbericht vor, der zahlreiche Schlampereien auflistet. 15 Mitarbeiter werden gefeuert. Barra verneint aber eine bewusste Vertuschung der Fehler. Opfer sollen entschädigt werden.

  • 13. Juni

    GM warnt vor Zündschloss-Problemen bei einer halben Million weiterer Wagen.

  • 16. Juni

    GM ruft 3,4 Millionen Limousinen wegen problematischer Zündschlösser in die Werkstätten. Nun sind 20 Millionen Wagen insgesamt von 44 Rückrufen betroffen. Die veranschlagten Kosten klettern auf 2 Milliarden Dollar (1,5 Mrd. Euro).

Die Aktie stieg vorbörslich um knapp vier Prozent. Der Umsatz des Opel-Mutterkonzerns ging allerdings leicht zurück auf 39,6 Milliarden Dollar. GM hatte 2014 vor allem durch Zündschloss-Probleme von sich reden gemacht. Massenhafte Rückrufe belasteten das Ergebnis deutlich. Unter dem Strich reichte es im Gesamtjahr aber dennoch für einen Gewinn von 2,8 Milliarden Dollar.

Anzeige

Weitere Artikel

In Europa steckt der Konzern allerdings weiter in der Verlustzone fest. Hier fiel ein operatives Minus von 400 Millionen Dollar an. Opel macht den Großteils des Europa-Geschäfts aus. Probleme hat GM vor allem in Russland.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%