Neue ADAC-Krise: Präsident Markl soll Affäre auf der Hauptversammlung verschleiert haben

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ADAC-Präsident August Markl.

von Florian Zerfaß

Nach dem Rücktritt des ADAC-Schatzmeisters Klaus-Peter Reimer werden auch Vorwürfe gegen Präsident August Markl laut. Er soll die Affäre um Reimer auf der Hauptversammlung verschleiert haben.

Der heute bekanntgegebene Rücktritt von ADAC-Schatzmeister Klaus-Peter Reimer bringt auch Präsident August Markl in Erklärungsnot. Reimer, der zugleich Vorsitzender des Regionalclubs Westfalen ist und dort Vetternwirtschafts-Vorwürfen ausgesetzt ist, war erst im Mai dieses Jahres auf der Hauptversammlung des ADAC in Bochum als Schatzmeister wiedergewählt worden.

Zuvor hatte er den Delegierten versichert, die Großkanzlei Freshfields habe in einer Untersuchung alle Vorwürfe gegen ihn ausgeräumt. Das bestätigten mehrere Teilnehmer der WirtschaftsWoche. Auftraggeber des Gutachtens, das der WirtschaftsWoche vorliegt, ist nach Informationen des Magazins Markl. Der ADAC-Präsident habe Reimers Aussagen auf der Hauptversammlung nicht widersprochen, obwohl in dem Gutachten „Pflichtverletzungen des Vorstands des ADAC Westfalen“ festgestellt werden.

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„Das ist eine Schweinerei. Markl hätte einschreiten müssen“, sagte ein Delegierter der WirtschaftsWoche, „für mich ist das Wahlmanipulation.“ Reimer setzte sich bei der Wahl gegen Herausforderer Volker Schwarz aus Württemberg durch. Kern der Vorwürfe gegen Reimer ist, dass er 2014 bei Architektenleistungen für zwei zusammen 14 bis 15 Millionen Euro teure Bauprojekte des Regionalclubs keine Vergleichsangebote eingeholt und die Aufträge einem Schulfreund zugeschanzt hat. Die Freshfields-Juristen schreiben in ihrem Gutachten: „Die Vergabe von Aufträgen in Millionenhöhe ohne ausreichende Vergleichsmöglichkeit beziehungsweise eigenständige Überprüfung stellt einen Verstoß gegen die gebotene Sorgfalt bei der Entscheidungsfindung dar.“

Markl sagte auf Anfrage der WirtschaftsWoche, für ihn bestand „kein Grund auf der Delegiertenversammlung Stellung zu den Ausführungen von Herrn Reimer zu nehmen“, da die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG soll noch überprüfen, ob die millionenschweren Investitionen überhaupt wirtschaftlich sind oder dem ADAC Westfalen sogar Verluste einbringen.

Reimer selbst wollte sich wegen der noch laufenden Untersuchungen auf Anfrage nicht äußern. Der Compliance-Ausschuss des ADAC wird sich am Montag in München mit der Finanzaffäre befassen.

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