Neue Opel Group: Warum General Motors Opel eine neue Struktur gibt

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Neue Opel Group: Warum General Motors Opel eine neue Struktur gibt

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Opel-Chef Karl-Thomas Neumann: Wozu soll die neu gegründete Opel Group dienen?

Der US-Konzern General Motors fasst sein Geschäft in Europa und Russland in einer Gesellschaft zusammen - der Opel Group. Für die Arbeitnehmer könnte das unangenehme Folgen haben.

Die neue Opel Group mit Sitz in Rüsselsheim hat rückwirkend zum 1. Juli die Verantwortung für die Marken Opel, Vauxhall, Cadillac und Chevrolet übernommen. Vorher soll es mehrere geheime Sitzungen gegeben haben. Bisher gab es die Adam Opel AG und den Mutterkonzern General Motors. Künftig gibt es eine Zwischenholding in der Rechtsform einer GmbH.

In diesem neuen Konstrukt arbeiten dann 100 Menschen, darunter fast sämtliche Vorstände der Adam Opel AG. Sie haben künftig den Status eines Geschäftsführers. Das Führungsteam der AG besteht künftig nur noch aus zwei Vorständen: Entwicklungsvorstand Michael Ableson und Personalvorstand Ulrich Schumacher. Ableson fungiert gleichzeitig als Sprecher des Zwei-Mann-Vorstands.

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Die Pläne für die neue Zwischenholding stammen mit großer Wahrscheinlichkeit aus den USA. Denn klar ist: Die neue Struktur schwächt die bisherige Adam Opel AG. Die "FAZ" zitiert eine mit der Sache vertrauten Person mit den Worten: "Die Opel AG mit ihrem Aufsichtsrat verkommt zu einer inhaltsleeren Hülle."

Kritiker der neuen Struktur beklagen, dass General Motors auf diesem Weg die Mitbestimmung der Arbeitnehmerseite auszuhebeln versuche. Die Befürchtung: In der Opel-Group könnten wichtige Entscheidungen über Investitionen, Produkte und Standortverlagerungen über die Köpfe der Arbeitnehmern getroffen werden.

Opel-Chef Neumann hält entgegen, die Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmer seien in der neuen Organisation vertraglich gesichert. "Der Beirat der Opel Group erhält dem Aufsichtsrat der AG vergleichbare Mitbestimmungsrechte, die über den Tarifvertrag abgesichert sind", zitiert ihn die FAZ. Details über diese "vergleichbaren Mitbestimmungsrechte" sind nicht bekannt.

Neumann nannte die Neuorganisation sogar einen Vertrauensbeweis des Detroiter Mutterkonzerns. Denn General Motors hatte Opel das Russland-Geschäft bereits Anfang dieses Jahres zugeschlagen. Fortan hatte Neumann Entscheidungen auch für diese Region getroffen, obwohl er rechtlich nicht für Russland zuständig war.

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Das wurde mit der Neuorganisation jetzt nachgeholt. "Wir vereinfachen unsere Entscheidungsprozesse und erhöhen unsere Effizienz", sagte Neumann. Ob dadurch auch die Chancen steigen, dass Opel früher als geplant die Gewinnzone erreicht, ist unklar - denn GM veröffentlicht keine Ergebniszahlen für einzelne Länder.

Der Konzern aus Detroit will seine chronisch defizitäre Europatochter durch Einsparungen und eine Modelloffensive bis 2016 in die schwarzen Zahlen führen. Nach Informationen der FAZ brächte die neue Zwischenholding dafür eine elegante Lösung.

Die Zeitung bezieht sich auf ein Dokument der Unternehmensberatung PwC, in dem es heißt: "Betrachtet man die derzeitige Planung für die Jahre 2014 bis 2017, steht die Adam Opel AG schlicht vor der Wahl, entweder ein positives Ebit-Ergebnis von über 900 Millionen Euro oder einen Verlust von über 500 Millionen Euro zu realisieren." General Motors kann dann nämlich die Verluste der AG in der neuen Holding ausweisen. Damit steht Opel auf dem Papier besser da, als es der Realität entspricht.

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