Neuer VW-Chef: Warum Matthias Müller die richtige Wahl ist

KommentarNeuer VW-Chef: Warum Matthias Müller die richtige Wahl ist

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von Martin Seiwert

Nicht mal 24 Stunden hat die Bestimmung einer Nachfolge für Martin Winterkorn an der Spitze des VW-Konzerns gedauert. Porsche-Chef Matthias Müller soll das Ruder übernehmen. Warum die Entscheidung richtig ist.

Ziemlich genau ein halbes Jahr ist es her, da wurde Matthias Müller als Porsche-Chef neu in den Volkswagen-Konzernvorstand berufen. Mit der WirtschaftsWoche  sprach er damals über die Beförderung: „Ich gehe als Vorstandsvorsitzender der Marke Porsche in den Konzernvorstand, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Alles, was sich ansonsten an Gestaltungsoptionen ergeben sollte, werden wir zu gegebener Zeit sehen.“

Es hat sich eine Gestaltungsoption ergeben. Und was für eine: Müller soll neuer Vorstandschef von Volkswagen werden.

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Das meinte Müller nicht mit zusätzlichen „Gestaltungsoptionen“ aber sicherlich nicht. Denn Müller gilt zwar seit Jahren schon als Anwärter für den Top-Job beim – derzeit noch – größten Autobauer der Welt. Doch er hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er nach dem  Abgang des heute 68-jährigen Martin Winterkorn einen Generationenwechsel auf dem Chefsessel gutheißen würde. Und diesen Generationenwechsel, so sagte er, würde er mit seinen 62 Jahren wohl kaum verkörpern.

Journalisten spitzten das zur Aussage zu: „Ich bin zu alt für den Job“ – was Müller wiederum ärgerte. „Ich bin für nichts zu alt“, blaffte er mit einer Mischung aus Trotz und Augenzwinkern zurück. Sollte wohl heißen: Ich will nicht, aber ich kann. Im Notfall, so ließ er intern durchblicken, könnte er den Chefposten für eine Weile übernehmen. Allein schon aus Pflichtbewusstsein.

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Quelle: dpa Picture-Alliance

Der Notfall ist da. Volkswagen stürzt wegen des Diesel-Skandals in einen Abgrund, den noch vor wenigen Tagen wohl nur wenige Eingeweihte ahnen konnten und dessen Ausmaße auch die Vorstellungskraft notorischer Schwarzmaler weit übersteigen. Auf den Konzern könnten Zusatzkosten zukommen, die im schlimmsten Fall das Unternehmen gefährden und es zwingen könnte, durch Aufnahme von neuem Kapital oder den Verkauf von Unternehmensteilen Löcher zu stopfen.

Winterkorn ist als VW-Chef schon Geschichte, die Entwicklungsvorstände von Volkswagen, Audi und Porsche – Heinz-Jakob Neußer, Ulrich Hackenberg und Wolfgang Hatz – packen offenbar gerade ihre Sachen. Dass Neußer und Hackenberg in der jetzigen Lage nicht zu halten sind, überrascht nicht. Wenn Winterkorn die Verantwortung übernimmt, muss das für die Chefentwickler gelten – unabhängig davon, wann sie was über die betrügerische Motoren-Software wussten. Doch die Personalie Hatz verwundert: Warum Porsche? Sind auch Porsche-Modelle von den Tricksereien betroffen? Hatz kommt aus der VW-Motorenentwicklung: Wahrscheinlich liegen eher hier die Gründe für seinen Abgang.

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