+++Neuigkeiten zum VW-Skandal+++: Präsidium legt Mittwoch einen Zwischenbericht vor

+++Neuigkeiten zum VW-Skandal+++: Präsidium legt Mittwoch einen Zwischenbericht vor

, aktualisiert 28. September 2015, 18:22 Uhr
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Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen Winterkorn.

In Braunschweig ist ein Ermittlungsverfahren gegen Ex-VW-Chef Martin Winterkorn eingeleitet worden. Nach dpa-Informationen legt das Präsidium am Mittwoch einen Zwischenbericht zum Skandal vor. Die Meldungen im Überblick.

+++ Stadt Wolfsburg verhängt Haushaltssperre+++

Die wirtschaftlich extrem von der Autobranche abhängige Stadt Wolfsburg reagiert mit sofortiger Haushaltssperre und Einstellungsstopp auf den Abgas-Skandal beim Volkswagen-Konzern. „Auch wenn unsere Stadt schuldenfrei ist und wir Rückstellungen bilden konnten, sind deutliche Gewerbesteuereinbußen zu erwarten“, sagte Oberbürgermeister Klaus Mohrs. Der städtische Haushalt für 2016 sollte am 7. Oktober in den Rat der Stadt eingebracht werden, doch der Termin wurde verschoben. Der Haushalt soll nun im Frühjahr verabschiedet werden. Auch Braunschweig hat seine Haushaltsberatungen bis auf weiteres ausgesetzt.

+++ VW-Präsidium trifft sich am Mittwoch zur Krisensitzung +++

Das Präsidium des Aufsichtsrats kommt nach dpa-Informationen am Mittwoch erneut zu einer Krisensitzung zusammen, um den Skandal aufzuarbeiten. Dabei soll nach internen Ermittlungen ein erster Zwischenbericht vorgelegt werden. Demnach fiel die Entscheidung zum Einbau der Manipulations-Software in Diesel-Fahrzeugen bereits in den Jahren 2005 und 2006, und zwar in der Motorenentwicklung in der VW-Zentrale in Wolfsburg.

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Der VW-Abgas-Skandal im Überblick

  • 18. September

    Die US-Umweltbehörde EPA teilt in Washington mit, Volkswagen habe eine spezielle Software eingesetzt, um die Messung des Schadstoffausstoßes bei Abgastests zu manipulieren. In den Tagen darauf wird klar, dass weltweit Fahrzeuge von VW und der Töchter betroffen sind – darunter auch Audi und Porsche. Die VW-Aktie bricht ein.  

  • 23. September

    VW-Chef Martin Winterkorn tritt nach einer Krisensitzung der obersten Aufseher zurück. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig prüft die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen VW. Anlass dafür seien auch eingegangene Strafanzeigen von Bürgern, heißt es.

  • 24. September

    Der VW-Aufsichtsrat tagt. Nach langer Sitzung beruft das Gremium Porsche-Chef Matthias Müller zum neuen Konzernchef und trifft einige weitere Personal- und Strukturentscheidungen. Verantwortliche Motorenentwickler werden beurlaubt.

  • 28. September

    Nach mehreren Strafanzeigen startet die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsvorwürfen. Entgegen einer ersten Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Braunschweig gibt es keine Ermittlungen gegen Ex-Chef Martin Winterkorn persönlich.

  • 1. Oktober

    Das Aufsichtsrats-Präsidium beschließt, Hans Dieter Pötsch per registergerichtlichen Anordnung in den Aufsichtsrat zu berufen. Das ist möglich, weil mehr als 25 Prozent der Aktionäre Pötsch favorisiert haben. Die Familien Porsche und Piëch, die Pötsch gegen die Bedenken des Landes Niedersachsens und der Arbeitnehmer durchgesetzt haben, halten über die Porsche SE rund 52 Prozent der VW-Anteile. Julia Kuhn-Piëch, die erst dieses Jahr nach dem Rücktritt von Ferdinand und Ursula Piëch in das Kontrollgremium aufgerückt war, verlässt den Aufsichtsrat wieder.

  • 6. Oktober

    Es ist klar, dass die betroffenen VW-Fahrzeuge in die Werkstatt müssen, damit die Schummel-Software verschwindet. Bei einigen Motorenwerden die Techniker selbst Hand anlegen müssen. Eine Rückruf-Aktion, so wird es am nächsten Tag bekannt werden, soll 2016 starten. Die geschäftlichen und finanziellen Folgender Krise sind nicht absehbar. Die Kosten der Abgas-Affäre werden jedoch enorm sein. Der neue Chef muss sparen: "Deshalbstellen wir jetzt alle geplantenInvestitionen nochmal auf denPrüfstand", kündigt Müller an.

  • 15. Oktober

    Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) ordnet einen verpflichtenden Rückruf aller VW-Dieselautos mit der Betrugssoftware an. In ganz Europa müssen 8,5 Millionen, in Deutschland 2,4 Millionen Wagen in die Werkstatt. VW hatte eine freiwillige Lösung angestrebt.

  • 28. Oktober

    Der Skandal beschert dem Konzern im dritten Quartal einen Milliardenverlust. Vor Zinsen und Steuern beläuft sich das Minus auf rund 3,5 Milliarden Euro.

  • 3. November

    Der Skandal erreicht eine neue Dimension. VW muss - nach weiteren Ermittlungen der US-Behörden - einräumen, dass es auch Unregelmäßigkeiten beim Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) gibt. Rund 800.000 Fahrzeuge könnten betroffen sein. Die VW-Aktie geht erneut auf Talfahrt.

  • 20. November

    Der Diesel-Skandal in den USA weitet sich aus. Erneut. Es seien mehr Drei-Liter-Diesel der Marken Volkswagen und Audi betroffen, als bislang angenommen, erklärt die US-Umweltbehörde EPA. Die Autobauer bestreiten dies zunächst. Wenige Tage später, am 24. November, müssen sie allerdings  einräumen, ein sogenanntes „Defeat Device“ nicht offengelegt zu haben. Die Software gilt in den USA als illegal.

    Die Auswirkungen des Skandal zwingen VW zudem zum Sparen: VW fährt die Investitionen für das kommende Jahr runter. 2016 sollen die Sachinvestitionen um eine Milliarde Euro verringert werden. „Wir fahren in den kommenden Monaten auf Sicht“, sagt VW-Chef Müller. Weitere Ausgaben bleiben auf dem Prüfstand.

  • 24. November

    Neuer Ärger für Volkswagen: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt nun auch wegen mögliche Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit falschen CO2-Angaben. Die könnten dazu geführt haben, dass zu wenig Kfz-Steuer gezahlt wurde.

  • 25. November

    Zumindest etwas Positives für die Wolfsburger: Zur Nachrüstung der millionenfach manipulierten Dieselmotoren mit 1,6 Litern Hubraum in Europa reicht nach Angaben von Volkswagen ein zusätzliches, wenige Euro teures Bauteil aus. Bei den 2,0-Liter-Motoren genügt ein Software-Update. Das Kraftfahrtbundesamt genehmigt die Maßnahmen. Auch wenn VW keine Angaben zu den Kosten macht – es hätte schlimmer kommen können.

+++ 1,2 Millionen Skoda-Fahrzeuge vom Abgas-Skandal betroffen+++

Von den Abgas-Manipulationen innerhalb des Volkswagen-Konzerns sind 1,2 Millionen Fahrzeuge der Konzernmarke Skoda betroffen, wie ein Skoda-Sprecher mitteilt. An der Aufgliederung nach Regionen und Modellen arbeite die tschechische VW-Tochter noch.

+++Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen Winterkorn+++

Wegen des Vorwurfs des Betrugs hat nun die Staatsanwaltschaft Braunschweig ein Ermittlungsverfahren gegen den kürzlich zurückgetretenen VW-Chef Martin Winterkorn eingeleitet. "Der Schwerpunkt der Ermittlungen liegt auf dem Vorwurf des Betruges durch den Verkauf von Kraftfahrzeugen mit manipulierten Abgaswerten", heißt es in einem Schreiben der Staatsanwaltschaft.

Das Ziel der Ermittlungen sei es zunächt zu klären, inwiefern Winterkorn als VW-Vorstandschef verantwortlich war. Beim Autobauer müssen aber auch weitere mögliche Verantwortliche zittern. Denn weiter sei in diesem Zusammenhang eine Strafanzeige der Volkswagen AG ohne Benennung eines Beschuldigten eingegangen. Somit könnten noch Ermittlungen gegen weitere VW-Verantwortliche folgen.

+++ In der Schweiz sind mehr als 128.000 Autos vom Abgas-Skandal betroffen+++

In der Schweiz sind nach Angaben des Volkswagen-Importeurs Amag 128.802 Fahrzeuge des Volkswagen-Konzerns mit von Abgasmanipulationen betroffenen Dieselmotoren zugelassen. Es geht um Autos der Marken VW, Audi, Seat, Skoda, und VW Nutzfahrzeuge mit Dieselmotoren des Typs EA 189, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Amag hat den Verkauf von Neuwagen mit Dieselantrieb EU5 bis auf weiteres gestoppt, hier sind den Angaben zufolge einige hundert Autos betroffen.

+++ VW-Markenchef spricht mit Vertretern der EU-Kommission+++

VW-Markenchef Herbert Diess wird am Dienstag in Brüssel Gespräche mit der EU-Kommission führen. Der Top-Manager werde Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska treffen und über die jüngsten Entwicklungen informieren, teilte die EU-Kommission mit. Die Uhrzeit und weitere Details wurden zunächst nicht genannt. Die EU-Kommission hatte jüngst die vollständige Aufklärung des Skandals von den nationalen Behörden verlangt. Diese sollten herausfinden, wie viele Autos mit manipulativer Software ausgestattet wurden.

+++Weltweit 2,1 Millionen Audis betroffen+++

Der Abgas-Skandal bei Volkswagen trifft erwartungsgemäß auch die Tochter Audi. Wie ein Sprecher der Nobelmarke am Montag sagte, sind weltweit 2,1 Millionen Modelle betroffen. Der fragliche Motor sei in den Varianten mit 1,6 und 2,0 Litern Hubraum als Turbodiesel in den Typen A1, A3, A4 und A6, dem Sportwagen TT sowie den Geländewagen Q3 und Q5 verbaut worden.

Es gehe dabei nur um Dieselmotoren, die die Abgasnorm EU 5 erfüllen. Aktuelle Motoren, die bereits die gültige Norm EU 6 einhalten, seien wie auch bei den anderen Volkswagen-Marken nicht betroffen. Der Motor, der bei VW die interne Bezeichnung EA 189 trägt, wurde in etlichen Marken des Konzerns verwendet, etwa auch bei Skoda.

PremiumDossier zum Download Das Ende des Größenwahns bei VW

Auf das Dieselgate folgt der Winterkorn-Rücktritt: Wie das System Volkswagen über Jahre funktionierte, welche Rolle die USA spielen und wie Deutschlands größter Autobauer sich neu erfinden muss.

Dossier VW: Das Ende des Größenwahns

+++Volkswagen suspendiert drei Entwicklungsvorstände+++

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen sind Konzernkreisen zufolge drei weitere Vorstände beurlaubt worden. Die Entwicklungschefs der Marken Audi, VW Pkw und Porsche, Ulrich Hackenberg, Heinz-Jakob Neußer und Wolfgang Hatz seien von ihren Aufgaben entbunden worden, sagten mehrere Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Die Manager übernahmen damit die technische Verantwortung für die Abgas-Affäre. Reuters hatte bereits vergangene Woche über den bevorstehenden Abgang der Manager berichtet.

Am vergangenen Mittwoch war Konzernchef Martin Winterkorn zurückgetreten. Er hatte damit die politische Verantwortung für den Skandal übernommen, der den Ruf des weltweit größten Autobauers ramponiert hat. Als seinen Nachfolger bestimmte der Aufsichtsrat den bisherigen Porsche-Chef Matthias Müller. Er soll die Aufklärung vorantreiben und verlorenes Vertrauen für Volkswagen zurückgewinnen.

Einem Insider zufolge wehrt sich Hackenberg gegen seine Suspendierung. Der Manager war 2007 zusammen mit Winterkorn von Audi nach Wolfsburg gewechselt. Er gilt als Erfinder des Baukastensystems, das Volkswagen derzeit bei immer mehr Marken einführt. Später kehrte Hackenberg nach Ingolstadt zurück, um Audi mit neuen Elektroautos auf die Sprünge zu helfen. Weder Audi noch VW und Porsche wollten sich zu der Beurlaubung der drei Entwicklungschefs äußern.

Börse Frankfurt Dieselgate lastet auf dem Dax

Der deutsche Aktienmarkt leidet unter dem VW-Abgasskandal. Für Unsicherheit sorgt die Unklarheit, ob weitere Hersteller in den Sog geraten. Vorbörslich rutscht der Dax ab und pendelt um die Marke von 9600 Punkten.

Die US-Geldpolitik und der Diesel-Skandal bei VW dürften die Börsianer in der neuen Handelswoche auf Trab halten. Quelle: REUTERS
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