Nöte der Autobauer: Ende der Ausbaustrecke auf dem Fahrzeugmarkt

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Nöte der Autobauer: Ende der Ausbaustrecke auf dem Fahrzeugmarkt

von Franz W. Rother

Die Fahrzeughersteller stehen in Europa vor großen Herausforderungen. Fünf Fakten, die aktuell den Pkw-Markt bestimmen.

General Motors zieht Chevrolet aus Europa ab. Deutsche Autohersteller fahren Sonderschichten. Renault verbündet sich mit einem chinesischen Automobilkonzern. Peugeot Citroen krempelt seine Führung um. Ford verkauft die US-Sportwagenikone erstmals auch in Europa. Fünf Meldungen aus der Autoindustrie, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben, aber im Zusammenhang betrachtet doch eine ganze Menge verraten über die aktuelle Lage in der Autoindustrie und die Nöte der Fahrzeughersteller speziell hier in Europa. Nämlich:

1. Der europäische Automarkt liegt am Boden
In diesem Jahr werden in Europa nach Stand der Dinge voraussichtlich nur etwa 11,4 Millionen Personenwagen neu zugelassen, so wenige Fahrzeuge wie lange nicht mehr. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt das Minus zwar rund drei Prozent, im Vergleich zu 2006 sind es aber schon 25 Prozent. Man muss in den Statistiken des europäischen Fahrzeugherstellerverbandes ACEA schon ziemlich weit zurückgehen, um ähnlich schlechte Zahlen finden. Die Zeiten, wo in Westeuropa 15 oder 16 Millionen Neuwagen verkauft werden, sind lange vorbei – und kommen so schnell nicht wieder. Der europäische Automarkt ist nach Berechnungen von Audi-Chef Rupert Stadler infolge der Euro- und Schuldenkrise um rund 3,5 Millionen Einheiten geschrumpft. Etwa sieben Autofabriken müssten deshalb eigentlich sofort geschlossen werden. Aber weil dann Hunderttausende Menschen – in diesen Fabriken und ihren Zuliefern – ihre Job verlieren würden, scheuen Wirtschaft und Politik solch harte Maßnahmen. Sie treibt die Hoffnung, dass es hinter dem Horizont schon weiter geht, dass es im kommenden Jahr wieder besser läuft in Europa. Wenn nicht in den Euro-Krisenländern Griechenland, Zypern und Portugal, dann doch zumindest in Spanien, Frankreich und Italien. Wir drücken die Daumen.

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2. Aufgrund der Überkapazitäten tobt ein Verdrängungskrieg
Bis zu 41 Prozent Preisnachlass für einen Citroen Jumper, bis zu 31 Prozent Rabatt auf einen VW Caddy, bis zu 30 Prozent für einen Chevrolet Captiva – die einschlägigen Internet-Börsen künden von Preisnachlässen beim Neuwagenkauf, die auf Rekordniveau liegen. Das gilt für den deutschen Pkw-Markt, aber erst recht für die Automärkte in den europäischen Krisenländern. Jeder Hersteller versucht mit Sonderaktionen, seinen Marktanteil in einem bestenfalls stagnierenden Markt zu behaupten. Mitmachen kann hier nur, wer gut bei Kasse ist. Einigen Fahrzeugherstellern aber geht inzwischen die Puste aus. Peugeot, Citroen und Renault, auch Kia, Mitsubishi und Fiat. General Motors hat jetzt die Reisleine gezogen: Weil Chevrolet keine Chance hat, in einem stagnierenden Markt auf mehr als ein Prozent Marktanteil zu kommen, wird die Marke bis 2016 aus Europa verschwinden. Das Feld wird den Traditionsmarken Opel und Vauxhall überlassen, die beide auf einen mehr als 100-jährige Geschichte zurückblicken können – Vauxhall feiert dieses Jahr sein 110-jähriges Bestehen. Chevrolet hingegen ist in Europa erst seit 2005 präsent – davor wurden die Autos hier unter dem Markenzeichen von Daewoo verkauft. Zwei Volumenmarken nebeneinander machen keinen Sinn, wenn sie das gleiche Marktsegment beackern und sich nur über den Preis differenzieren. Das GM-Management hat dies endlich begriffen. Auch bei PSA Peugeot Citroen wird hoffentlich bald die Einsicht wachsen, dass die Marken stärker voneinander zu differenzieren sind, wenn sie die aktuelle Krise überleben sollen.

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