Öko macht Spaß: Ausfahrt mit dem BMW i3

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Öko macht Spaß: Ausfahrt mit dem BMW i3

von Jürgen Rees

Superleichte Karbonkarosserie und 170 PS Leistung: Eine erste Ausfahrt mit dem neuen Elektroauto i3 von BMW.

Der ehemalige Militärflughafen in Maisach bei München: Vier nagelneue BMW- i3-Elektroautos stehen, vor neugierigen Blicken geschützt, am Rande eines Rundkurses, den BMW sonst für Fahrertrainings nutzt. Um den Nimbus des Geheimnisvollen zu wahren, tragen die Wagen außen hässliche blau-weiße Tarnstreifen. Das Armaturenbrett, das mit Eukalyptusholz und olivenblattgegerbtem Leder verschönert ist, sowie die Innentüren sind mit schwarzem Filz abgedeckt.

Ich öffne die Vorder- und die Hintertür. Es sind Schmetterlingstüren. Sie lassen sich wie Saloontüren im Wilden Westen aufziehen, weil zwischen ihnen die Mittelsäule fehlt, die Vorder- und Hintertür voneinander trennt. Das erlaubt einen bequemen Einstieg in das viersitzige Auto.

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Das Raumgefühl des i3 ist überraschend großzügig, obwohl der Wagen nur vier Meter lang ist. Es gibt keinen üppigen Mitteltunnel, der die Bewegungsfreiheit einengt. Mein erster Blick bleibt an der sehr schlichten, beinahe billig wirkenden Türverkleidung hängen. Ist das Premium? Nein, öko, weil nachwachsend und kompostierbar. Die Türverkleidung besteht aus pflanzlichen Kenaffasern, das ist eine tropische Malvenart.

Ich betätige den Startknopf. Die beiden Bildschirme auf dem Armaturenbrett scheinen auf. Der Motor bleibt still, weil er sich nicht dreht, nicht das leiseste Geräusch von Kolben und Zylindern, denn die gibt es ja nicht. Es ist eine Stille, an die man sich leicht gewöhnen kann. Ich drehe den Wählschalter rechts vom Lenkrad auf D für Drive und drücke mit dem rechten Fuß auf das Gaspedal. Das Aus- und Einkuppeln entfällt, weil es keine Kupplung gibt. Der i3 zieht kräftig an und marschiert ansatzlos nach vorne.

Ich stoppe nicht die Zeit, sondern glaube einfach, dass der i3 wie von BMW versprochen in weniger als sieben Sekunden von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigt. Der Elektromotor hat immerhin 170 PS, die er wie alle Elektroantriebe ohne Verzögerung aus dem Stand bringt.

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Schafft BMW mit dem i3 den Durchbruch?

Ein Lächeln legt sich auf mein Gesicht, wenn der i3 anzieht, mit einer unglaublichen Leichtigkeit. Es macht Spaß, öko zu fahren. Von der ultraleichten Karosse aus Karbonfaser merke ich beim Fahren wenig. Sie ist für das geringe Gewicht des Autos verantwortlich und zusammen mit dem Elektromotor eine der zentralen Neuheiten des i3, auf die alle in der Autoindustrie schauen.

Schon in der ersten flott gefahrenen Kurve quietschen die Reifen jämmerlich. Sie sind mit 19 Zoll ungewöhnlich groß und ungewöhnlich schmal, um den Rollwiderstand zu minimieren. Weil kein Motor vorn auf die Achse und Reifen drückt, hat der i3 einen Wendekreis von weniger als zehn Metern – ideal für die Stadt. Gehe ich vom Gas, bremst der Wagen stark ab, weil der Motor zum Generator wird, also Strom erzeugt, der die Lithium-Ionen-Batterie unter dem Rücksitz lädt.

Ob der Strom in den Batterien wirklich für 160 Kilometer reicht, konnte ich nicht testen. Sicher ist: Spätestens nach dieser Strecke muss der i3 an die Steckdose. Die Schnellladung dauert nur 20 Minuten, der Strom kostet gerade fünf Euro.

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BMW verlangt für den i3 34.950 Euro. Ob das Auto so viel wert ist, kann jeder selbst überprüfen: beispielsweise mit der zweiten Generation des Nissan Leaf, der sich ebenso prima fährt und nur knapp 30.000 Euro kostet.

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