Bild: dpaWo Opel in Deutschland und Europa produziert
Bochum
Kapazität: 160.000 Fahrzeuge
Gefertigte Einheiten: 131.000 (davon 87.000 Zafira)
Seit 1962 produziert Opel in Bochum-Laer und Bochum-Langendreer. 3.100 Mitarbeiter bauen hier den Zafira Family und Zafira Tourer sowie den Astra Classic. Ende 2014 gehen im Werk Bochum die Lichter aus. Die Bochumer hatten den Sanierungsplan der Gewerkschaft im März mit großer Mehrheit abgelehnt, er sah ein Auslaufen der Produktion erst 2016 vor. Die Produktion der Großraumlimousine wandert ab 2015 ins Stammwerk nach Rüsselsheim.
Bild: dpaRüsselsheim
Kapazität: 180.000 Fahrzeuge
Gefertigte Einheiten: 181.000 (davon 150.000 Insignia)
Rüsselsheim ist der älteste Standort von Opel, seit 1899 ist der Autobauer hier zuhause. Im Opel-Stammwerk arbeiten aktuell noch 3.500 Mitarbeiter. Sie produzieren den Opel Insignia als Limousine, Fließheck und Sports Tourer, sowie den Astra-5-Türer. Ab 2015 läuft hier der Zafira vom Band.
Bild: APEisenach
Kapazität: 190.000 Fahrzeuge
Gefertigte Einheiten: 130.000 (ausschließlich Corsa)
In Eisenach steht eines der jüngsten Opel-Werke. 1990 nahm der Autobauer den Betrieb in Thüringen auf. Die 1600 Opelaner in Eisenach sind für das Modell Corsa zuständig - teilen sich die Produktion aber mit dem Kollegen im spanischen Saragossa.
Bild: REUTERSZaragoza (Spanien)
Kapazität: 480.000 Fahrzeuge
Gefertigte Einheiten: 365.000 (davon 216.000 Corsa)
Vorübergehend will General Motors 316 Arbeitsplätze im Werk Zaragoza streichen. Wegen der andauernden Verluste bei Opel sollen im Rahmen einer Umstrukturierung bis 2014 insgesamt 900 Arbeitsplätze gestrichen werden. Die betroffenen Arbeiter sind alle mehr als 57 Jahre alt. Sie sollen nach Angaben des Vorsitzenden des Betriebsrates, Ramón Legarre, „solange wie nötig“ ihre Arbeitsplätze nicht mehr besetzen. Ihnen werde jedoch die Möglichkeit geboten, mit 61 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen. Opel plant, insgesamt 444 Arbeiter in Figueruelas beim Erreichen dieses Alters in den Ruhestand zu versetzen.
Das spanische Werk in Zaragoza ist mit 6.500 Mitarbeitern das größte Opel-Werk in Europa. Seit 1982 produziert Opel hier. Die Spanier bauen die Modelle Corsa, Meriva und Combo. Spekuliert wird, dass Zaragoza (Saragossa) die Produktion des SUV Mokka aus Korea übernehmen könnte und dafür die Corsa-Produktion komplett im Werk Eisenach abgewickelt wird.
Bild: dpaKaiserslautern
Produkte: Komponenten und Motoren
Im Werk Kaiserslautern entstehen Aluminiumhauben, Vorderrahmen, Vorderradträger und Hinterachsen sowie wie 1,9 l und 2,0 l Dieselmotoren. 2.700 Mitarbeiter arbeiten in Kaiserslautern. Die Produktion begann 1966.
Bild: dpaEllesmere Port (England)
Kapazität: 187.000 Fahrzeuge
Gefertigte Einheiten: 140.000 (ausschließlich Astra)
Ebenfalls in den 60er Jahren entstand das Werk in Ellesmere Port. Gebaut werden hier der Astra Fünftürer, Van und Sports Tourer. 2.100 Briten arbeiten hier für Opel.
Bild: dpaLuton (England)
Kapazität: 67.000 Fahrzeuge
Gefertigte Fahrzeuge: 68.000 (davon 53.000 Vivaro)
Das zweite britische Werk ist mit 1.100 Mitarbeitern eines der kleinen Opel-Werke, aber auch eines der ältestens. 1907 nahm Opel hier die Produktion auf, heute entstehen in Luton Vauxhall-Modelle, eine ursprünglich britische Marke, die seit 1925 zu General Motors gehört, der Opel Vivaro, der Renault Traffic und der Nissan Primastar. 2009 wollte Vauxhall mit Opel eine eigenständige europäische Gesellschaft gründen, doch GM entschloss sich beide Marken im Konzern zu behalten und zu sanieren.
Bild: REUTERSGliwice (Polen)
Kapazität: mehr als 200.000 Fahrzeuge
Gefertigte Einheiten: 174.000 (davon 153.000 Astra)
Das polnische Werk ist eines der jüngsten. Seit 1998 produziert Opel hier Astra-Modelle wie den Astra Classic II uns die Astra Classic III Limousine sowie den Zafira. Mit 3.000 Mitarbeitern gehört das Werk zu den vier größten. Gliwice wird ab 2015 die Astra-Produktion aus dem Werk Rüsselsheim übernehmen, die dafür die Produktion des Zafira aus Bochum übernimmt.
Bild: dpaTychy (Polen)
Kapazität: 330.000 Motoren
Das jüngste Opel-Werk produziert Dieselmotoren. Seit 1999 ist Opel im polnischen Tychy ansässig und beschäftigt dort 550 Mitarbeiter.
Bild: dpaAspern (Österreich)
Kapazität: 805.000 Sechsgang-Getriebe, 760.000 Fünfgang-Getriebe, 730.000 Motoren
Opel produziert seit 1980 in Österreich. In Apsern arbeiten aktuell 1.600 Mitarbeiter und stellen Motoren und Getriebe her.
Wo Opel in Deutschland und Europa produziert
Bochum
Kapazität: 160.000 Fahrzeuge
Gefertigte Einheiten: 131.000 (davon 87.000 Zafira)
Seit 1962 produziert Opel in Bochum-Laer und Bochum-Langendreer. 3.100 Mitarbeiter bauen hier den Zafira Family und Zafira Tourer sowie den Astra Classic. Ende 2014 gehen im Werk Bochum die Lichter aus. Die Bochumer hatten den Sanierungsplan der Gewerkschaft im März mit großer Mehrheit abgelehnt, er sah ein Auslaufen der Produktion erst 2016 vor. Die Produktion der Großraumlimousine wandert ab 2015 ins Stammwerk nach Rüsselsheim.
Die bundesweit über 20.000 Opel-Beschäftigten sehen der Sondersitzung des Aufsichtsrats mit großer Sorge entgegen. Voraussichtlich am Dienstag soll laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung über die Nachfolge des überraschend abgelösten Vorstandsvorsitzenden Karl-Friedrich Stracke entschieden und über die weitere Strategie zur Opel-Rettung beraten werden. Der kommissarisch eingesetzte Opel-Chef Stephen Girsky kündigte eine Fortsetzung des Sanierungskurses an.
„Ich möchte Ihnen versichern, dass wir unsere dringenden Arbeiten zur Wiederherstellung einer nachhaltigen Profitabilität bei Opel/Vauxhall und GM in Europa ohne Unterbrechung fortsetzen werden“, schrieb der Interimschef laut dem Zeitungsbericht (Samstagausgabe) in einer E-Mail an die Mitarbeiter. Zugleich bereitete der Vorstand des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) die Beschäftigten auf weitreichende Änderungen vor.
„Unsere erfolgreiche Revitalisierung erfordert von uns allen die Bereitschaft, das Geschäft anders zu machen als bisher und dabei schnell zu handeln. Jeder Einzelne von uns ist verantwortlich für die Ergebnisse“, heißt es demnach in der Rundmail. Arbeitnehmervertreter begrüßten den Führungswechsel bei dem angeschlagenen Autohersteller. Dass in Person von Girsky zunächst ein GM-Manager die Geschicke bei den Rüsselsheimern lenke, sehe er „als positives Signal“, sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber der „Süddeutschen Zeitung“ (Samstagausgabe). GM wolle „offensichtlich ein Zeichen setzen, dass Opel bestehen bleibt“.
Bild: obsKarl-Thomas Neumann
Der angeschlagene Autohersteller Opel hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Der Aufsichtsrat hat den ehemaligen Volkswagen-Manager Karl-Thomas Neumann nun offiziell zum neuen Chef bestimmt. Er soll den Posten zum 1. März antreten. Neumann war bis zum Sommer 2012 für das China-Geschäft von Volkswagen verantwortlich. Dass er den Posten als Nachfolger von Opel-Übergangschef Thomas Sedran bekommen würde, wurde schon vergangenes Jahr berichtet. Zunächst wurde allerdings mit einem späteren Amtsantritt Neumanns gerechnet, da seine Verpflichtungen bei VW noch bis Ende Juni liefen. Neumann erwartet eine schwierige Aufgabe: In den vergangenen Jahren hat Opel horrende Verluste angehäuft. Die GM-Tochter leidet besonders unter der Absatzkrise der Autobranche in Europa, auch weil ihr die Mutter den Zugang zu vielversprechenden Märkten außerhalb Europas verweigert. Neumann musste sich schon einmal als Krisenmanager beweisen: in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender beim Autozulieferer Continental von 2008 bis 2009. Damals strich er Tausende Jobs.
Bild: dpaThomas Sedran
Der Strategievorstand führt ab sofort die Geschäfte des kriselnden Autobauers. Der 47 Jahre alte promovierte Ökonom wechselte erst im April in den Vorstand der Adam Opel AG und leitet seither das neu geschaffene Ressort Operations, Geschäftsentwicklung und Unternehmensstrategien. Seine Aufgabe: Er sollte Strategien für profitables Wachstum entwickeln und umsetzen - auch außerhalb Europas. Nun wird er zusätzlich Vize-Chef des Autobauers und führt einstweilen die Geschäfte.
Bild: dpaStephen Girsky (rechts) übernimmt das Ruder am 12. Juli 2012, nachdem General Motors-Vorstandsvorsitzender Dan Akerson (links) den bisherigen Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke kurzerhand absetzte. Girskys Amtszeit dauerte genau fünf Tage. Zeit genug, um von den Mitarbeiter mehr Engagement einzufordern. In einer E-Mail schrieb er: „Unsere erfolgreiche Revitalisierung erfordert von uns allen die Bereitschaft, das Geschäft anders zu machen als bisher und dabei schnell zu handeln. Jeder Einzelne von uns ist verantwortlich für die Ergebnisse.“
Bild: dpaKarl-Friedrich Stracke hat am 11. April 2011 den Vorstandsvorsitz der Opel AG übernommen. Zu diesem Zeitpunkt ist der Hesse seit mehr als 30 Jahren bei dem deutschen Traditionsautobauer beschäftigt. Gründe für plötzlichen Abtritt am 12. Juli werden zunächst nicht bekannt. Ende Juni stellte er noch ein umfangreiches Sanierungsprogramm vor, um die krisengeplagte GM-Tochter wieder auf Kurs zu bringen. Stracke war nur gut 15 Monate im Amt. Auch sein Vorgänger....
Bild: REUTERSNick Reilly war nur gut 14 Monate Chef des Traditionsautobauers. Der Brite trat im Januar 2010 an und verabschiedete sich bereits im März 2011 wieder - allerdings um in den Aufsichtsrat berufen zu werden. Reilly war als harter Sanierer bekannt und wurde von der GM-Mutter zur Krisentochter nach Europa geschickt um Opel wieder auf Kurs zu bringen.
Bild: APHans Demant war von Juni 2004 bis Januar 2010 Vorsitzender der Opel-Geschäftsführung. Der Igenieur galt als zurückhaltend - einer der sich nicht gegen die Interessen der amerikanischen Eigentümer aufbäumte. Genutzt hat es ihm nicht. Er nahm wenige Monate nach dem damaligen Europa-Chef Carl-Peter Forster seinen Hut. Zu diesem Zeitpunkt musste Opel 12.000 Mitarbeiter für mehrere Monate in Kurzarbeit schicken - rund die Hälfte der damaligen deutschen Belegschaft.
Bild: APCarl-Peter Forster war von April 2001 bis Juni 2004 Opel-Chef. Später Europa-Chef von General Motors. Forster hatte der Marke mit dem Blitz zu vielfach ausgezeichneten Modellen wie dem Insignia verholfen und die Qualität der Modelle deutlich verbessert. Im November 2011 trat er als Europa-Chef ab. Grund für seinen Abgang war offenbar der plötzliche Schwenk des GM-Verwaltungsrats, der Opel nach langen Verhandlungen auf einmal doch nicht mehr an das Magna-Konsortium verkaufen wollte. Nach dem geplatzten Verkauf wechselte Forster zum indischen Autobauer Tata.
Karl-Thomas Neumann
Der angeschlagene Autohersteller Opel hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Der Aufsichtsrat hat den ehemaligen Volkswagen-Manager Karl-Thomas Neumann nun offiziell zum neuen Chef bestimmt. Er soll den Posten zum 1. März antreten. Neumann war bis zum Sommer 2012 für das China-Geschäft von Volkswagen verantwortlich. Dass er den Posten als Nachfolger von Opel-Übergangschef Thomas Sedran bekommen würde, wurde schon vergangenes Jahr berichtet. Zunächst wurde allerdings mit einem späteren Amtsantritt Neumanns gerechnet, da seine Verpflichtungen bei VW noch bis Ende Juni liefen. Neumann erwartet eine schwierige Aufgabe: In den vergangenen Jahren hat Opel horrende Verluste angehäuft. Die GM-Tochter leidet besonders unter der Absatzkrise der Autobranche in Europa, auch weil ihr die Mutter den Zugang zu vielversprechenden Märkten außerhalb Europas verweigert. Neumann musste sich schon einmal als Krisenmanager beweisen: in seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender beim Autozulieferer Continental von 2008 bis 2009. Damals strich er Tausende Jobs.
Wird Strategie-Vorstand Thomas Sedran der Nachfolger?
Vorrangige Aufgabe des künftigen Opel-Chefs sei es nun, zu verhindern, dass der Marktanteil von derzeit rund acht Prozent weiter sinke. „Wir brauchen einen entschlossenen Vorstand, der die Probleme anpackt, der Visionen hat und Opel nach vorne bringt“, beschrieb Huber das Anforderungsprofil des künftigen starken Mannes bei Opel. Zugleich warnte der Gewerkschaftsfunktionär GM davor, die bestehenden Vereinbarungen mit der Arbeitnehmerseite einseitig zu brechen. Die IG Metall sei „knallhart“, sagte Huber. Die Gewerkschaft gebe „keinen einzigen Standort preis“.
Denkbar sei für ihn auch, in den bestehenden Werken Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern künftig „Modelle für andere Konzerne herzustellen, die mit ihrer eigenen Produktion nicht hinterherkommen“, um für eine bessere Auslastung der vier Werke zu sorgen. „Ich glaube an die Zukunft von Opel“, sagte Huber.
Autoexperten wie Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen teilen diesen Optimismus nicht. „Opel steht jetzt sehr schlecht da“, sagte der Leiter des Center Automotive Research-Instituts (CAR) im Deutschlandfunk. GM ziehe angesichts der dramatischen Absatzeinbrüche „jetzt knallhart diese amerikanische Sanierung durch“, sagte der Professor für Automobilwirtschaft.
Rainer Einenkel, Betriebsratsvorsitzender der Fabrik Bochum, die ab 2014 wieder akut von der Schließung bedroht ist, hält den Kampf um den Standort noch nicht für verloren. Er setze große Hoffnungen in Interimschef Girsky, der laut Medienberichten neben Strategie-Vorstand Thomas Sedran als dauerhafter Stracke-Nachfolger gehandelt wird. Der GM-Manager habe sich in der Vergangenheit „immer für Opel stark gemacht“, etwa als es darum gegangen sei, die GM-Tochter zu verkaufen. „Ich gehe davon aus, dass er daran festhält“, sagte Einenkel im Deutschlandfunk.
























