Opel: GM-Chefin Barra hat ehrgeizige Pläne

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Opel: GM-Chefin Barra hat ehrgeizige Pläne

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Barra: "Ich glaube an die Marke".

Vor einigen Jahren hing die Zukunft von Opel am seidenen Faden. Mittlerweile kommt die Marke auf dem Weg aus den roten Zahlen voran. Und die amerikanische Konzernmutter legt ein klares Bekenntnis pro Opel ab.

Der US-Autohersteller General Motors (GM) hat nach den Worten seiner Chefin Mary Barra ehrgeizige Pläne mit seiner deutschen Marke Opel. „Unser Ziel ist ganz klar: Jedes Segment in jedem wichtigen Land, in dem wir arbeiten, wollen wir am Ende auch anführen“, sagte Barra in einem Interview der „Bild am Sonntag“. „Das ist die Mission auf der wir uns befinden. Und dabei kann es uns nicht schnell genug gehen“, sagte sie auf die Frage, wie lange es dauern werde, bis Opel in Deutschland zum Marktführer Volkswagen aufschließe.

Zur Zukunft des immer noch verlustbringenden deutschen Autobauers sagte Barra: „Ich glaube an die Marke.“ Auf die Frage, welche deutsche Marke sie sich aussuchen würde, wenn sie die freie Wahl hätte, sagte Barra: „Opel. Es war Opel und es ist Opel.“

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Opel kommt voran: Im zweiten Jahr in Folge kann der Autobauer seinen Marktanteil ausbauen. Das hat es lange nicht gegeben. Und trotz der Krise im wichtigen Opel-Markt Russland legt die Marke auch beim Absatz zu.

Der Opel-Chef Karl-Thomas Neumann und der neue Opel Corsa. Quelle: dpa

Hoffnung setzt die GM-Tochter insbesondere auf das neue Modell seines Verkaufsschlagers Astra, der auf der in dieser Woche beginnenden weltweit wichtigsten Automesse IAA in Frankfurt Premiere feiern soll.

Mit Blick auf die neuen Wettbewerber wie Google und Apple sagte Barra, Deren Auftritt zeige, „in welch atemberaubenden Tempo Technologie das Auto erobert“. In einigen Fällen arbeite man sogar mit Apple und Google zusammen. Allerdings äußerte sie sich gelassen über die Konkurrenzsituation: „Wissen Sie, Telefone unterscheiden sich doch recht stark von Fahrzeugen. Für viele ist das Auto ein Statement.“ Design und Funktion müssten zum Lebensstil passen. „Darum denke ich, dass es nicht einfach ein Universalauto geben kann, welches all diese verschiedenen Bedürfnisse erfüllt.“

Opel in Bochum von 1962 bis 2014

  • 1962

    Das Werk entsteht nach ungefähr zwei Jahren Bauzeit auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Dammbaum. Das erste Auto, das vom Band rollt, ist ein Kadett A. Das Werk ist für 10.000 Beschäftigte konzipiert, viele der damaligen Arbeiter kommen aus dem Bergbau.

  • 1967

    Der Mittelklassewagen Olympia kommt ins Programm. Drei Jahre später sind es der Ascona und der legendäre Manta, die ab 1970 in dem Werk vom Band rollen.

  • 1979

    Höchststand bei der Beschäftigung: Zum Jahresende arbeiten mehr als 20.000 Menschen im Bochumer Opel-Werk.

  • 80er und 90er Jahre

    Der Personalstand schwankt nach Angaben der Bochumer Werksleitung zwischen 15.000 und 17.000.

  • 1991

    Der Astra löst den Kadett ab. Bis 2004 wird das Fahrzeug gefertigt, ab 1999 der Siebensitzer Zafira.

  • 2004

    Die Konzernmutter General Motors legt einen drastischen Sparplan für die europäische Tochter auf, bei der bis 2006 rund 10.000 Stellen gestrichen werden sollen. Opel beschäftigt in Bochum noch etwa 9000 Mitarbeiter.

  • 2005

    Betriebsrat und Management unterschreiben einen „Zukunftsplan“, der die Existenz des Bochumer Werks sichern soll. In dem Jahr kommt ein neues Zafira-Modell nach Bochum.

  • 2009

    GM kündigt einen weiteren drastischen Stellenabbau von Opel in ganz Europa an, rund 9000 der noch 55.000 Stellen sollen wegfallen.

  • 2011

    Seit dem Jahr wird der Zafira Tourer in Bochum gebaut. Es ist vermutlich die letzte Produktionslinie an dem Standort.

  • 2012

    Opel beschäftigt noch rund 3200 Menschen in Bochum. Seit Bestehen wurden in dem Werk 13,5 Millionen Autos gebaut. Das Werk besteht nun seit 50 Jahren.

  • 2013

    Die Bochumer Belegschaft sagt Nein zu einem neuen Sanierungsplan, der die Autoproduktion bis Ende 2016 vorsieht. Der Opel-Aufsichtsrat beschließt darauf das Aus für das Werk. Nur ein Warenverteilzentrum soll erhalten bleiben.

  • 2014

    Am 5. Dezember läuft der letzte Zafira vom Band, am 12. Dezember schließt das Werk seine Pforten endgültig.

Opel ist zuletzt auf dem Weg aus der Verlustzone einen großen Schritt vorangekommen. Trotz des Rückzugs aus Russland hat die GM-Europatochter im Frühjahr deutlich weniger Geld verloren als im Vorjahr. Die operativen Verluste im Europageschäft von General Motors (GM) sanken im zweiten Quartal auf 45 Millionen Dollar (knapp 41 Mio Euro) nach rund 305 Millionen Dollar im Frühjahr 2014, wie GM Ende Juli in Detroit berichtete. „Wir sind zuversichtlich, unsere Ziele für 2016 zu erreichen“, hatte Barra zur Vorlage der Halbjahreszahlen gesagt. Für Opel bedeutet das: Im kommenden Jahr wird wieder Geld verdient.

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