Opel-Mutter: Bericht belastet GM in Zündschloss-Skandal

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Opel-Mutter: Bericht belastet GM in Zündschloss-Skandal

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Im Zündschloss-Skandal bei General Motors (GM) gerät der Autokonzern durch einen Zeitungsbericht zusätzlich unter Druck.

Seit wann wusste General Motors von den defekten Zündschlössern? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Gerichte. Jetzt setzt ein Zeitungsbericht die Opel-Mutter weiter unter Druck.

Im Zündschloss-Skandal bei General Motors (GM) gerät der Autokonzern durch einen Zeitungsbericht zusätzlich unter Druck. Laut "Wall Street Journal" ordnete die Opel-Mutter bereits knapp zwei Monate vor ihrer Warnmitteilung an die Sicherheitsbehörden den Austausch von einer halben Million Zündschlössern an. Dies gehe aus einem Email-Verkehr zwischen GM und dem Zulieferer Delphi hervor. Die Schreiben datierten von Mitte Dezember 2013. Erst im Februar 2014 gab das Unternehmen seinen Rückruf bekannt. Von GM und Delphi waren am Sonntag zunächst keine Stellungnahmen zu bekommen.

General Motors: Chronologie der Zündschloss-Affäre

  • 15. Januar

    Die GM-Firmenveteranin Mary Barra wird Chefin. Sie ist die erste Frau, die einen Autokonzern führt.

  • 13. Februar

    GM ruft in Nordamerika die ersten 778.000 Wagen wegen Problemen mit den Zündschlössern zurück. Der Schlüssel kann bei voller Fahrt in die „Aus“-Position zurückspringen. GM berichtet von sechs Toten bei Unfällen.

  • 25. Februar

    GM weitet den Rückruf auf weltweit 1,6 Millionen ältere Wagen aus. Das Unternehmen räumt erste Versäumnisse ein. Nun ist die Rede von 13 Unfalltoten. Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

  • 12. März

    Aus internen Vermerken geht hervor, dass GM-Ingenieure schon 2001 während der Fahrzeugentwicklung über Probleme mit den Zündschlössern berichteten. Es gehen die ersten Klagen von Unfallopfern und Autobesitzern ein.

  • 29. März

    GM ruft nun auch 1 Million Fahrzeuge neuerer Baujahre wegen der defekten Zündschlösser zurück. Damit steigt die Gesamtzahl alleine für diesen Defekt auf 2,6 Millionen.

  • 31. März und 2. April

    Bei zwei Anhörungen im US-Kongress wird Barra scharf angegangen. Antworten auf die Kernfrage, warum GM so lange mit dem Rückruf der defekten Zündschlösser zögerte, hat sie jedoch nicht.

  • 10. April

    Es kommt zu ersten personellen Konsequenzen. Zwei Ingenieure werden beurlaubt. Es folgt eine Neuaufstellung der Entwicklungsabteilung. Mehrere Manager gehen.

  • 24. April

    GM erleidet einen Gewinneinbruch, nachdem sich die veranschlagten Kosten für die Reparaturen im ersten Quartal auf 1,3 Milliarden Dollar summiert hatten.

  • 16. Mai

    General Motors muss 35 Millionen Dollar an Strafe zahlen. Die Verkehrssicherheitsbehörde sieht es als erwiesen an, dass der Autobauer sie zu spät über die Zündschloss-Probleme informiert hat.

  • 5. Juni

    GM legt einen Untersuchungsbericht vor, der zahlreiche Schlampereien auflistet. 15 Mitarbeiter werden gefeuert. Barra verneint aber eine bewusste Vertuschung der Fehler. Opfer sollen entschädigt werden.

  • 13. Juni

    GM warnt vor Zündschloss-Problemen bei einer halben Million weiterer Wagen.

  • 16. Juni

    GM ruft 3,4 Millionen Limousinen wegen problematischer Zündschlösser in die Werkstätten. Nun sind 20 Millionen Wagen insgesamt von 44 Rückrufen betroffen. Die veranschlagten Kosten klettern auf 2 Milliarden Dollar (1,5 Mrd. Euro).

GM hat in der Angelegenheit 2,6 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen. Bei den Wagen bestand die Gefahr, dass der Zündschlüssel unbeabsichtigt in die Aus-Position springt. Dadurch könnte während der Fahrt der Motor ausgehen und elektronische Systeme wie Servolenkung, Bremskraftverstärker und Airbags abschalten.

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Der Skandal ist besonders brisant, weil der Defekt im Konzern schon seit Jahren bekannt war.

Bislang sind in 61 Fällen Schadenersatzforderungen als berechtigt anerkannt worden. In 30 Fällen kamen Menschen ums Leben, in 31 kam es zu Verletzungen. Ein erster Prozess gegen GM in diesem Zusammenhang soll am 11. Januar beginnen. Dabei geht es auch um andere Sicherheitsprobleme.

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