Opel-Mutterkonzern: General Motors leidet unter Pannenserie

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Opel-Mutterkonzern: General Motors leidet unter Pannenserie

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General Motors berief 2,6 Millionen Autos in die Werkstätten. Wegen defekter Zündschlösser soll es zu mehreren tödlichen Unfällen gekommen sein. GM muss mit Millionen-Kosten für Reparaturen und Prozesse rechnen.

Millionenfache Rückrufe schaden der Bilanz von General Motors. Mehr als eine Milliarde Dollar stellt der Konzern dafür zurück. Bei der deutschen Tochter Opel läuft es aber inzwischen besser.

Die tödliche Pannenserie um defekte Zündschlösser wird für General Motors (GM) teuer. Wegen Rückstellungen für mehrere Rückrufaktionen brach der Gewinn je Aktie im ersten Quartal 2014 auf 0,06 Dollar von 0,58 Dollar im Vorjahr ein, wie der weltweit zweitgrößte Autobauer am Donnerstag mitteilte.

Bei Unfällen, die durch defekte Zündschlösser ausgelöst wurden, starben in den vergangenen Jahren mindestens 13 Menschen. 2,6 Millionen Autos wurden in die Werkstätten zurückgerufen. Die US-Behörden untersuchen, warum GM mit dem Rückruf wartete, obwohl die Probleme mit den Zündschlössern seit mehr als zehn Jahren bekannt waren.

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Der Konzern ist der Ansicht, dass er für Vorfälle vor dem Jahr 2009 nicht belangt werden kann. Denn damals kam es aus der Insolvenz und ist inzwischen rechtlich ein neues Unternehmen. GM sieht sich in dem Skandal zahlreichen Klagen ausgesetzt und reservierte insgesamt 1,3 Milliarden Dollar für Reparaturkosten an Millionen von Fahrzeugen.

General Motors: Chronologie der Zündschloss-Affäre

  • 15. Januar

    Die GM-Firmenveteranin Mary Barra wird Chefin. Sie ist die erste Frau, die einen Autokonzern führt.

  • 13. Februar

    GM ruft in Nordamerika die ersten 778.000 Wagen wegen Problemen mit den Zündschlössern zurück. Der Schlüssel kann bei voller Fahrt in die „Aus“-Position zurückspringen. GM berichtet von sechs Toten bei Unfällen.

  • 25. Februar

    GM weitet den Rückruf auf weltweit 1,6 Millionen ältere Wagen aus. Das Unternehmen räumt erste Versäumnisse ein. Nun ist die Rede von 13 Unfalltoten. Verbraucherschützer kommen auf weit höhere Zahlen.

  • 12. März

    Aus internen Vermerken geht hervor, dass GM-Ingenieure schon 2001 während der Fahrzeugentwicklung über Probleme mit den Zündschlössern berichteten. Es gehen die ersten Klagen von Unfallopfern und Autobesitzern ein.

  • 29. März

    GM ruft nun auch 1 Million Fahrzeuge neuerer Baujahre wegen der defekten Zündschlösser zurück. Damit steigt die Gesamtzahl alleine für diesen Defekt auf 2,6 Millionen.

  • 31. März und 2. April

    Bei zwei Anhörungen im US-Kongress wird Barra scharf angegangen. Antworten auf die Kernfrage, warum GM so lange mit dem Rückruf der defekten Zündschlösser zögerte, hat sie jedoch nicht.

  • 10. April

    Es kommt zu ersten personellen Konsequenzen. Zwei Ingenieure werden beurlaubt. Es folgt eine Neuaufstellung der Entwicklungsabteilung. Mehrere Manager gehen.

  • 24. April

    GM erleidet einen Gewinneinbruch, nachdem sich die veranschlagten Kosten für die Reparaturen im ersten Quartal auf 1,3 Milliarden Dollar summiert hatten.

  • 16. Mai

    General Motors muss 35 Millionen Dollar an Strafe zahlen. Die Verkehrssicherheitsbehörde sieht es als erwiesen an, dass der Autobauer sie zu spät über die Zündschloss-Probleme informiert hat.

  • 5. Juni

    GM legt einen Untersuchungsbericht vor, der zahlreiche Schlampereien auflistet. 15 Mitarbeiter werden gefeuert. Barra verneint aber eine bewusste Vertuschung der Fehler. Opfer sollen entschädigt werden.

  • 13. Juni

    GM warnt vor Zündschloss-Problemen bei einer halben Million weiterer Wagen.

  • 16. Juni

    GM ruft 3,4 Millionen Limousinen wegen problematischer Zündschlösser in die Werkstätten. Nun sind 20 Millionen Wagen insgesamt von 44 Rückrufen betroffen. Die veranschlagten Kosten klettern auf 2 Milliarden Dollar (1,5 Mrd. Euro).

Es sei noch zu früh, um weitere Rückstellungen auszuschließen, erklärte Finanzchef Chuck Stevens. Branchenexperten hatten im Vorfeld wegen der Rückrufkosten selbst einen Verlust nicht ausgeschlossen. Entsprechend stieg die Aktie am Donnerstag vorbörslich um 2 Prozent.

Opel-Chef Neumann: "Auf richtigem Kurs"

Im Zuge des Skandals baut die neue Konzernchefin Mary Barra die Führung im Bereich Konstruktion um. Der Bereich werde in die neu geschaffenen Sparten "Globale Produktintegrität" und "Globale Komponenten und Teilsysteme" aufgeteilt. Dadurch solle die Qualität und die Sicherheit der Fahrzeuge verbessert werden.

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Mit dem operativen Geschäft zeigte sich der Konzern jedoch zufrieden. Der Umsatz kletterte in den ersten drei Monaten auf 37,4 Milliarden Dollar (Vorjahr: 36,9) . Auf dem krisengeschüttelten europäischen Automarkt, wo GM mit der Opel vertreten ist, gebe es "echte Fortschritte", sagte Stevens. Der operative Verlust des Europageschäfts weitete sich im ersten Quartal allerdings auf 284 Millionen Dollar aus. Davon seien aber 200 Millionen Dollar auf Restrukturierungskosten vor allem für das Aus der Autofertigung zum Jahresende in Bochum zurückzuführen. Im Vorjahreszeitraum hatte Opel nach den Angaben einen Verlust von 152 Millionen Dollar ausgewiesen.

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann wertete die Zahlen positiv: "Wir schlagen uns sogar etwas besser als zu Jahresbeginn erwartet. Wir haben unsere Einnahmen gesteigert und in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld mehr Fahrzeuge verkauft", betonte er in einem Rundbrief an die Mitarbeiter, wie die dpa aus Konzernkreisen erfuhr. Damit sei Opel auf Kurs, zur Mitte des Jahrzehnts wieder Gewinne zu schreiben: "Das Wendemanöver war erfolgreich - und wir befinden uns auf dem richtigen Kurs."

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