Opel: Opel-Chef Neumann will Adam zu Modellfamilie ausbauen

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exklusivOpel: Opel-Chef Neumann will Adam zu Modellfamilie ausbauen

von Franz W. Rother und Martin Seiwert

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann plant, den neuen Kleinwagen Adam zu einer Modellfamilie auszubauen und ein günstigeres Elektroauto anzubieten.

„Adam schafft als Lifestyle-Kleinwagen für Opel ein völlig neues Segment“, sagt er. Neumann, der den Rüsselsheimer Konzern seit 1. März 2013 leitet, erklärte gegenüber dem Magazin: „Ich bin ein großer Fan des kleinen Adam. Und eine Adam-Family würde Opel sicher gut zu Gesicht stehen. Lassen Sie sich überraschen.“ Bislang hat Opel laut Neumann für den Stadtflitzer Adam 40.000 Bestellungen vorliegen.

Neumann kündigt zudem einen Nachfolger für das Elektroauto Ampera an, den er vor allem günstiger anbieten will: „Wir wollen mit der nächsten Generation den Preis senken“, betonte Neumann. „Der Ampera ist ein Beleg für unsere Innovationskraft“, so Neumann. Im vergangenen Jahr sei Opel damit Marktführer in Europa gewesen.

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Der nächste Zafira wird laut Neumann in Deutschland bei Opel und nicht bei Peugeot gebaut. „Dieses Gerücht kam nur auf, weil ich entschieden habe, die Entwicklung des nächsten Zafira kurzfristig neu zu orientieren“, erklärt der Opel-Chef. Das Segment solle „keineswegs“ aufgegeben werden. Neumann: „Das Segment passt sehr gut zu Opel, der aktuelle Zafira ist ein großartiges Auto.“

Opel hält am Turnaround-Ziel fest

Karl-Thomas Neumann ist überzeugt davon, dass der zurzeit defizitäre Autohersteller ab 2016 wieder einen deutlichen Gewinn erzielt. „Eine schwarze Null wäre auf Dauer nicht befriedigend“, sagte Neumann. Neumann hält am Ziel des Turnarounds fest, obwohl er auf dem europäischen Automobilmarkt keinen Aufschwung erwartet. „Unser Kernmarkt Europa steckt in einer schweren Krise, er erodiert seit nunmehr 20 Jahren und eine schnelle Besserung erwarte ich nicht. Die Talsohle ist wohl erreicht, aber es geht nicht bergauf“. Dennoch ist Neumann davon überzeugt, dass Opel seinen Marktanteil in Europa und Deutschland mittelfristig wieder ausbauen kann.
„Wir holen Produktion nach Europa, reduzieren die Kapazitäten und versuchen unseren Absatz zu steigern“, erläutert der Opel-Chef den Weg aus den roten Zahlen. Dazu gehört für Neumann auch ganz klar die Schießung des Bochumer Opel-Werks. „Wir machen die gängigen Instrumente zur Flexibilisierung, wie Urlaubsschichten. Und wir beenden die Fahrzeugfertigung in Bochum Ende 2014.“

Bisher sei Opel defizitär wie wahrscheinlich die meisten Autowerke und Volumenhersteller in Europa. „Ich muss deshalb auf die Deckungsbeiträge schauen: Mit welchen Autos kann ich Geld verdienen und ab wann erreiche ich den Break-even, um die Fixkosten zu decken“, sagte Neumann. Er betonte, dass die Opel-Werke mit Ausnahme einer Fabrik in Polen in Hochlohn-Europa liegen. „Kein anderer Autohersteller produziert prozentual so viele Fahrzeuge in Deutschland wie wir“, so Neumann. Deutschland bleibe dabei auch in Zukunft „unser Rückgrat, unsere Heimat – und neben Großbritannien unser größter Markt“.

Als einen wichtigen Schritt zu mehr Effizienz wertet Neumann, dass der Geländewagen Mokka ab 2014 im spanischen Saragossa produziert wird. „Wir lasten unsere Produktionskapazitäten in Europa besser aus, sichern die bestehenden Arbeitsplätze und verkürzen die Lieferzeiten für unsere Kunden.“

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