Opel-Rettung statt VW-Management: Ein Job wie für Neumann gemacht

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Opel-Rettung statt VW-Management: Ein Job wie für Neumann gemacht

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Karl-Thomas Neumann, ehemaliger Vorstandsvorsitzender des Reifenherstellers Continental, soll im Lauf des kommenden Jahres Chef bei Opel werden

von Matthias Kamp

Karl-Thomas Neumann soll im kommenden Jahr den Chefposten bei Opel übernehmen. Eine große Herausforderung, doch dem früheren VW-Chinachef ist die Rolle auf den Leib geschneidert.

Als Karl-Thomas Neumann im Interview mit der WirtschaftsWoche im März gefragt wurde, ob er sich vorstellen könnte eines Tages die Nachfolge von Volkswagen-Chef Martin Winterkorn zu übernehmen, lächelte der damalige Chinachef des Wolfsburger Autobauers nur – und dementierte nicht. Auch bei gleichen Nachfragen vorher an anderer Stelle hatte Neumann sich stets in Schweigen gehüllt.

Kaum zwei Monate später gab VW bekannt, dass Neumann seinen Posten in Peking würde räumen müssen. Er sei zu ehrgeizig gewesen, habe zu schnell ganz nach oben gewollt, hieß es intern.

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Jetzt soll der frühere Conti-Chef den Vorstandsvorsitz bei Opel übernehmen. Mit ein Grund für die Probleme des deutschen GM-Ablegers: Der Hersteller bekommt in China, dem größten Automarkt der Welt und Neumanns bisheriger Heimat, keinen Fuß an die Erde. Die Konzernmutter General Motors baut in einem Joint-Venture mit dem chinesischen Hersteller SAIC in Shanghai Autos. „Wollte Opel eine Fertigung in China aufziehen, müsste SAIC zustimmen“, sagt der Vertreter einer großen Beratungsgesellschaft mit Mandat bei GM, „und das wird nicht geschehen.“ Denn damit holte sich SAIC zusätzliche Konkurrenz ins Land.

Bislang exportiert Opel Autos nach China, pro Jahr etwa 12.000 Stück. „Und bei diesen homöopathischen Größenordnungen dürfte es auch bleiben“, sagt der GM-Berater. Denn auf die nach China gelieferten Fahrzeuge fallen Importsteuern von mehr als 40 Prozent an. Damit ist der Opel für chinesische Kunden zu teuer. „Für das Geld kaufen sie lieber einen Nissan, einen Buick oder einen VW“, so der Berater.

Neumanns Expansionserfolg bei VW

2010 hatte Neumann seinen Posten als VW-China-Chef angetreten und die Arbeit seines Vorgängers Winfried Vahland erfolgreich fortgeführt. VW konnte seine Marktführerschaft mit einem Anteil von mehr als 17 Prozent in dem hart umkämpften Markt sogar leicht ausbauen. 2011 verkaufte VW in China 27 Prozent seiner Autos. Damit ist das Land der größte Markt für die Wolfsburger. Neumann hat die Expansion im Reich der Mitte konsequent vorangetrieben. In Foshan in der Südostprovinz Guangdong entsteht ein neues Werk. Auch in der Uigurenprovinz Xinjiang im Nordwesten Chinas bauen die Wolfsburger eine neue Fabrik. Die Werke in Chengdu und Nanjing werden erweitert. Insgesamt 14 Milliarden Euro will VW bis 2016 in China investieren.

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Der Techniker und E-Mobilitäts-Experte Neumann setzte in China auf Lokalisierung: eigens für den chinesischen Geschmack entwickelte Modelle und das in großer Vielfalt, allerdings auf der Grundlage weniger Plattformen. „Magotan“ oder „Sagitar“ lauten einige der für den deutschen Autokäufer fremd klingenden Namen der Modelle. Gleichzeitig trieb Neumann, der sich auf das manchmal nicht einfache China voll eingelassen hat, die Entwicklung eines Elektroautos voran – auch eigens für China entwickelt. In zwei Jahren soll die Fertigung beginnen. Neumann wird den Produktionsstart wohl vom Opel-Chefsessel aus beobachten.

Im Vorstand des Rüsselsheimer Autobauers trifft Neumann übrigens auf einen alten Bekannten: VW-Finanzchef Michael Lohscheller wechselte im Sommer von VW-USA zu Opel. Beraten haben über sein neues Engagement könnte Neumann sich indes mit Hans Demant. Der wechselte neulich von Opel zu VW – und verantwortet in Wolfsburg nun die Entwicklung des angekündigten Billigautos.

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